Deutschland ist größter Fondsmarkt in Europa - Italien mit stärkstem Wachstum

Der wöchentliche Fonds-Kommentar
Bild: Bayerische Börse AG

Publikumsfonds sammeln im Oktober 1,5 Milliarden Euro ein

Nach einem recht schwachen September haben die Mittelzuflüsse in Publikumsfond im Oktober wieder etwas angezogen. Nach Zahlen des Bundesverbands Investment und Asset Management (BVI) investierten die Anleger unter dem Strich 1,5 Milliarden Euro neu in entsprechende Produkte. Angeführt wurde die Absatzstatistik einmal mehr von Mischfonds, die auf Nettoneumittel in Höhe von 1,8 Milliarden Euro kamen. 0,7 Milliarden Euro konnten offene Immobilienfonds einwerben. Aus Aktienfonds zogen die Investoren dagegen netto 1,7 Milliarden Euro ab. Für die ersten zehn Monate dieses Jahres weist der BVI insgesamt ein deutlich geringeres Neugeschäft von Publikumsfonds als im Vorjahr aus.
 
Während diesen von Januar bis Ende Oktober 2017 unter dem Strich noch 59,6 Milliarden Euro zugeflossen waren, konnten sie im gleichen Zeitraum 2018 lediglich 19,8 Milliarden Euro einwerben. 20,9 Milliarden Euro konnten dabei Mischfonds als Mittelzuflüsse verbuchen, nach 25,7 Milliarden Euro 2017. Offene Immobilienfonds kamen in den ersten zehn Monaten dieses Jahres auf Nettoneumittel von 5,1 Milliarden Euro (2017: 5 Milliarden Euro). Deutlich zurückgegangen ist dagegen das Neugeschäft von Aktienfonds. Diese sammelten 2018 bis Ende Oktober unter dem Strich 2,6 Milliarden Euro ein – im Jahr zuvor waren es im gleichen Zeitraum noch 12,6 Milliarden Euro, wobei hierfür in hohem Maße Zuflüsse in Exchange Traded Funds (ETFs) auf Aktien verantwortlich waren. Noch härter traf es 2018 Rentenfonds. Diese weisen nach BVI-Zahlen für Januar bis Ende Oktober Mittelabflüsse von netto 4,2 Milliarden Euro aus, im Vorjahr waren hier noch Zuflüsse in Höhe von 18,2 Milliarden Euro zu verbuchen gewesen. Im Oktober 2018 war das Ergebnis allerdings positiv, Rentenfonds flossen netto 0,3 Milliarden Euro zu.

Deutschland größter Fondsmarkt in der EU

Gemessen am verwalteten Vermögen ist Luxemburg der führende Standort für Fonds in der EU, betrachtet man die Herkunft des Geldes, so nimmt Deutschland den Spitzenplatz ein. Laut BVI, der hierzu auf Zahlen der Europäischen Zentralbank verweist, ist die Bundesrepublik mit einem Vermögen von 2,6 Billionen Euro der größte Markt für OGAWs (Organismen für gemeinsame Anlagen in Wertpapieren) und AIFs (Alternative Investmentfonds). Das entspreche einem Anteil von 22 Prozent am insgesamt von privaten und institutionellen Anlegern in der EU in Investmentfonds angelegten Vermögen von 11,8 Billionen Euro. Auf den Plätzen folgen Frankreich und Großbritannien mit jeweils 1,7 Billionen Euro (ein Anteil von je 14 Prozent) sowie die Niederlande und Italien mit je 1,1 Billionen Euro (je 9 Prozent). Das stärkste Wachstum verzeichnet Italien, hier ist das in Fonds angelegte Vermögen seit Ende Juni 2013 im Schnitt um 13,7 Prozent pro Jahr gestiegen. Deutschland liege mit einem jährlichen Wachstum von 10,1 Prozent auf dem zweiten Platz, so der BVI, gefolgt von den Niederlanden mit 8,1 Prozent. Die EZB-Statistik berücksichtigt laut BVI ausschließlich das von Anlegern in der EU gehaltene Fondsvermögen.
 

Fondssparpläne zunehmend beliebter, besonders ETF-Sparpläne gefragt

Sparpläne erlauben es Anlegern, auch mit kleinen Summen in Investmentfonds oder andere Wertpapiere zu investieren. Das Angebot erfreut sich zunehmender Beliebtheit, zu diesem Schluss kommt zumindest eine Auswertung anonymisierter Kundendaten durch die Consorsbank. Demnach habe sich die Anzahl der Sparplaninhaber von 2008 bis 2018 mehr als verdoppelt, die Zahl der eingerichteten Sparpläne habe sich sogar mehr als verdreifacht. Bei rund 23 Prozent der Sparpläne wird dabei aktuell ein Betrag von 25 Euro angelegt, bei über 31 Prozent 50 Euro und bei knapp 25 Prozent bis zu 100 Euro. 94 Prozent der Sparpläne werden laut Consorsbank monatlich bedient, lediglich 4 Prozent vierteljährlich – der Anteil der Sparpläne, in die zweimonatlich oder halbjährlich investiert wird, liegt nochmals deutlich darunter. Fast 51 Prozent der Ausführungen entfallen laut Consorsbank aktuell auf ETF-Sparpläne, Sparpläne auf klassische Investmentfonds kommen auf gut 34 Prozent und Aktiensparpläne auf knapp 15 Prozent.

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