Passives und nachhaltiges Anlegen sind im Trend

Der wöchentliche Fonds-Kommentar
Bild: Bayerische Börse AG

Mittelzuflüsse in Nachhaltigkeits-ETFs nehmen zu

Exchange Traded Funds (ETFs) und nachhaltiges Investieren sind seit einigen Jahren Trends, die sich nicht nur in der allgemeinen Wahrnehmung, sondern auch in konkreten Zahlen niederschlagen. Insofern ist es kaum erstaunlich, dass davon auch die Verbindung der beiden Themen, nämlich ESG-ETFs, profitiert. ESG steht dabei für „Environment Social Governance“, also für Umwelt, Soziales und Unternehmensführung. Laut Francois Millet, Leiter ETF und Indexentwicklung bei Lyxor Asset Management, nimmt die Nachfrage nach diesen Produkten in Europa zu. So seien bis Ende Oktober in diesem Jahr 3,1 Milliarden Euro in ESG-ETFs geflossen, was etwa sieben Prozent der gesamten Mittelzuflüsse am ETF-Markt in 2018 entspreche. 2017 hätten die Mittelzuflüsse in entsprechende Produkte noch insgesamt 2,2 Milliarden Euro betragen. 69 Prozent des Gesamtvermögens der ESG-ETFs sei in Aktienfonds angelegt, die auf allgemeinen Kriterien internationaler ESG-Ratings beruhten. 16 Prozent seien in ESG-Themenfonds, vier Prozent in Low-Carbon-Fonds und elf Prozent in nachhaltigen Anleihe-ETFs angelegt, heißt es von Lyxor.

Europa-Aktienfonds im November erneut mit Verlusten

Der November war nicht nur für die europäischen Aktienbörsen selbst, sondern auch für die entsprechenden Aktienfonds ein Monat, den viele Anleger gerne vergessen würden. Allerdings unterschieden sich die europäischen Produkte von der gesamten Gruppe der Aktienfonds. Denn während sich viele andere Märkte erholten, büßten die auf den „alten Kontinent“ ausgerichteten Fonds weiter ein. Dies zeigt das Fondsbarometer, das das Branchenmedium FONDS professionell monatlich veröffentlich. Demnach sank der Wert der 549 Fonds, die Gesamteuropa abbildeten, binnen 30 Tagen um 1,29 Prozent. Bereits im Oktober hätten mehr als sechs Prozent Wertverlust verbucht werden müssen. Die Sub-Region Euroland, die 102 Fonds umfasst, büßte im November 1,8 Prozent an Wert ein, womit sie aber immer noch besser abschnitt als Frankreich, das Schlusslicht auf dem Kontinent. Frankreich-Aktienfonds seien um mehr als drei Prozent im Wert gesunken, was angesichts der politischen Unruhen in dem Land auch nicht überraschend sei, so die Analysten. Auf der Gewinnerseite hinsichtlich der Wertentwicklung im November standen die 40 untersuchten Indien-Fonds mit einem Monatsplus von mehr als zehn Prozent, gefolgt von Türkei-Aktienfonds mit beinahe zehn Prozent. Allerdings verzeichneten beide Gruppe auf Jahressicht dennoch spürbare Verluste (knapp zehn Prozent Minus bei Indien-Produkten, minus 28 Prozent bei der Türkei). Beim Blick auf die Branche waren Biotech-Produkte laut FONDS professionell im November sehr erfolgreich, die allerdings ohnehin sowohl kurz- als auch langfristig zu den Outperformern gehörtem. Einzig die Drei-Jahres-Bilanz präsentiere sich hier mit einer roten Null ertragsarm, über fast alle anderen Zeiträume hinweg lägen Biotech-Fonds stets unter den besten zehn Aktienfondskategorien, so das Branchenmedium.
 

Einführung von Priips-Basisinformationsblättern soll verschoben werden

Eigentlich sollten ab dem Jahr 2020 Anleger in Publikumsfonds sogenannte Basisinformationsblätter nach der europäischen Priips-Verordnung erhalten, die die derzeitigen „Wesentlichen Anlegerinformationen" ersetzen. Nun sieht es so aus, dass dies erst zwei Jahre später, ab 2022, geschehen wird, ein Schritt, der von der Fondsbranche begrüßt wird. Diese hatte die Priips-Papiere bereits wegen ihrer Meinung nach irreführenden Berechnungen zu Transaktionskosten und Wertentwicklungsszenarien kritisiert. Die geplante Verschiebung sei ein wichtiger Schritt für die europäischen Verbraucher, sagte Thomas Richter, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands Investment und Asset Management (BVI). „Die längeren Fristen geben uns mehr Zeit, die Mängel des Pripps-KID gemeinsam mit den Regulierern zu beheben“, so Richter.

Kaldemorgen reduziert Aktienquote

Die derzeitige wirtschaftspolitische Weltlage mit der Sorge vor Handelskonflikten und die zunehmende Volatilität an den Aktienmärkten beschäftigt Privatanleger wie institutionelle Investoren gleichermaßen. Der bekannte Fondsmanager Klaus Kaldemorgen hat auf die aktuelle Situation mit einer Reduzierung der Aktienquote seines Fonds Concept Kaldemorgen reagiert. Diese sank von rund 40 Prozent im Juni auf etwa 30 Prozent. 27 Prozent des Portfolios machen aktuell die Kasse, also Barpositionen, und rund sechs Prozent Gold aus.

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Im Artikel erwähnte Wertpapiere

DWS Concept Kaldemorgen LC 137,85 0,28 %
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