Konsumgüterwerte liefern ein gemischtes Bild

Werner W. Rehmet, MyDividends
Werner W. Rehmet / Bild: MyDividends
Zu den soliden Dividendenzahlern gehören vor allem Werte aus der Konsumgüterbranche. Unter aktuell schwierigen Marktbedingungen zeigt sich bei der Performance ein differenziertes Bild.

L'Oréal wächst wieder

Der weltweit größte Kosmetikkonzern L'Oréal notiert aktuell (rund 311 Euro) knapp 2 Prozent unter seinem Allzeithoch. Das Allzeithoch (321 Euro) erreichte der Wert erst kürzlich am 12. November. In den letzten 9 Jahren hat sich die Aktie mehr als verdreifacht. Der Kosmetikmarkt ist ein Wachstumsmarkt, vor allem in den Schwellenländern steigt mit dem Wohlstand die Nachfrage nach entsprechenden Produkten. Und auch in schwierigen Zeiten sei Kosmetik ein kleines Stück Alltagsluxus, das sich die Menschen leisten wollen, wie L'Oréal betont. Aufgrund der Coronakrise blieb die Dividende in diesem Jahr auf Vorjahresniveau (3,85 Euro). Zuvor wurde die Ausschüttung über 30 Jahre in Folge angehoben. Im dritten Quartal legte der Umsatz auf vergleichbarer Basis um 1,6 Prozent zu. Stark entwickelte sich vor allem das Geschäft in China (+ 20,8 Prozent auf vergleichbarer Basis). In den ersten 9 Monaten 2020 lag der Umsatz bei 20,11 Mrd. Euro nach 21,99 Mrd. Euro im Vorjahr.

Rund 13 Prozent unter Allzeithoch liegt die Aktie von Unilever. Das Unternehmen ist sowohl im Konsumgütersektor als auch im Bereich Lebensmittel aktiv. Zu Unilever zählen bekannte Marken wie Dove-Seife, Domestos, Knorr-Fertiggerichte, Magnum- und Langnese-Eis oder auch Lipton-Eistee. Nach Firmenangaben nutzen 2,5 Mrd. Menschen weltweit jeden Tag Produkte von Unilever. In den ersten 9 Monaten 2020 fiel der Umsatz um 1,8 Prozent auf 38,6 Mrd. Euro. Auf vergleichbarer Basis ergab sich ein Zuwachs um 1,4 Prozent. Seit dem Jahr 1937 werden bereits Dividenden bezahlt.

EssilorLuxottica ist in einem Wachstumsmarkt aktiv

EssilorLuxottica ist ein weltweit operierendes augenoptisches Unternehmen mit Hauptsitz im Süden von Paris. Der Wert ist im EuroStoxx 50 notiert. Der heutige Konzern entstand im Oktober 2018 aus der Fusion von Essilor International mit dem italienischen Brillenhersteller Luxottica. Mit der Zunahme der Bevölkerung weltweit wächst auch die Anzahl der Menschen, die sich verstärkt mit der altersbedingten Abnahme ihrer Sehleistung beschäftigen müssen. Obwohl die Coronakrise auch hier ihre Auswirkungen zeigt, erwartet das Unternehmen, dass aufgrund der Erfahrungen in früheren Krisenzeiten augenärztlich verordnete Rezepte verschoben, aber nicht gestrichen werden. In den ersten 9 Monaten 2020 sank der Umsatz um 21,2 Prozent auf 10,32 Mrd. Euro. Sollte sich im zweiten Halbjahr 2020 eine solide Erholung der Geschäftslage ergeben, will EssilorLuxottica vor Ende des Jahres 2020 die Ausschüttung einer Sonderdividende prüfen, nachdem der Hauptversammlung im Juni kein Dividendenvorschlag für das Geschäftsjahr 2019 unterbreitet wurde. Die Aktie notiert derzeit fast 20 Prozent unter dem Höchstkurs.

Henkel hinkt hinterher

Der Düsseldorfer Henkel-Konzern ist zwar ebenfalls im Konsumgütersektor tätig, ein Großteil der Umsätze wird aber in der konjunktursensitiven Klebstoffsparte erwirtschaftet. In den ersten neun Monaten 2020 verringerte sich der Umsatz nominal um -4,5 Prozent auf 14,5 Mrd. Euro. Organisch verzeichnete Henkel einen Umsatzrückgang von -2,1 Prozent. Henkel erwartet im Geschäftsjahr 2020 ein organisches Umsatzwachstum von -1,0 bis -2,0 Prozent. Für das bereinigte Ergebnis je Vorzugsaktie (EPS) bei konstanten Wechselkursen wird ein Rückgang in der Bandbreite von -18 bis -22 Prozent prognostiziert. Henkel hat in diesem Jahr je Vorzugsaktie eine unveränderte Dividende von 1,85 Euro ausgeschüttet. Von 2010 (0,72 Euro) bis heute stieg die Dividende um rund 157 Prozent. Die Aktie liegt derzeit rund 32 % unter dem Allzeithoch (rund 129 Euro im Juni 2017).

Beiersdorf hat bei der Dividende Nachholbedarf

Stabiler zeigt sich die Wertentwicklung bei Beiersdorf. Das Hamburger Unternehmen notiert im Moment rund 17 Prozent unter dem bisherigen Höchststand von 117,25 Euro im September 2019. In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2020 lag Beiersdorf mit einem Konzernumsatz von 5,24 Mrd. Euro organisch um 7,1 Prozent unter Vorjahr. Beiersdorf schüttet seit dem Jahr 2009 eine unveränderte Dividende in Höhe von 0,70 Euro je Aktie aus und dies, obwohl sich der Gewinn in diesem Zeitfenster fast verdoppelt hat. Der Ertrag je Aktie lag im Jahr 2009 bei 1,65 Euro. Im letzten Jahr wurde ein Gewinn je Aktie von 3,17 Euro erwirtschaftet. Die Ausschüttungsquote reduzierte sich entsprechend von 43 Prozent im Jahr 2019 auf zuletzt 22 Prozent.
Werner W. Rehmet ist der Gründer und Herausgeber von MyDividends. Nach seinem wirtschaftswissenschaftlichen Studium durchlief er mehrere Stationen bei renommierten Bankhäusern. In langjährigen Aufenthalten an der Wall Street und an wichtigen Finanzzentren wie Zürich setzte er sich intensiv mit verschiedenen Börsenthemen auseinander. Hier folgten auch erste Medienauftritte und Publikationen zu zahlreichen Börsenthemen. Seine umfangreichen Kenntnisse im Börsengeschäft führten schließlich zur Gründung der Börsenplattform MyDividends.de, die sich ausschließlich dem Thema Dividenden widmet, unter dem Motto „der Ertrag zählt“.
Hinweis: Werner W. Rehmet kann Aktien der jeweils angesprochenen Unternehmen halten und somit kann ein möglicher Interessenskonflikt bestehen.

Im Artikel erwähnte Wertpapiere

Beiersdorf 94,12 -0,74%
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Henkel I 81,20 1,69%
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L'Oreal 307,20 0,36%
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