20 Jahre Engagement: Systemische Nachhaltigkeitsfragen im Fokus

Kristi Mitchem und Alice Evans, BMO GAM
Kristi Mitchem und Alice Evans / Bild: BMO GAM
  • Mittels seiner Engagementprozesse hat BMO GAM in den letzten 20 Jahren in über 3.763 Fällen positive Veränderungen bei 5.588 Unternehmen erwirkt.
  • Bei mehr als der Hälfte (54 Prozent) der erreichten Meilensteine handelt es sich um Themen der Corporate Governance, dabei vor allem um Klimawandel und Umweltverantwortung.
  • Höchster Anteil am Engagement in Unternehmen hatte die Bankenbranche, der Erdöl- und Gassektor sowie der Einzelhandel.
BMO Global Asset Management (BMO GAM) feiert 2020 bereits 20 Jahre Engagement. In einem neuen Bericht wird die Erfolgsbilanz der letzten zwei Jahrzehnte gezogen und die Aussichten für die Engagement-Aktivitäten der kommenden Jahre skizziert.
 
Im Laufe der Zeit hat sich das unser Engagement zunehmend auf messbaren sozialen und ökologischen Impact konzentriert, wobei drei Viertel (72 Prozent) der derzeitigen Engagement-Aktivitäten vnun mit den UN-Zielen für nachhaltige Entwicklung (SDGs) übereinstimmen. Die verbleibenden 28 Prozent konzentrieren sich auf Corporate Governance, welches wir als wesentlichen Baustein einer nachhaltigeren Wirtschaft betrachten.

Höhepunkte des Engagements

  • Engagement-Aktivitäten bei Unternehmen in verschiedenen Regionen und Unternehmensebenen: Insgesamt hat BMO GAM Engagement in 5.588 Unternehmen in 87 Ländern betrieben
  • ESG in die Strategie integriert: 47 Prozent des Engagements bezog sich auf Vorstands- oder Geschäftsführungsebene
  • Erzielen positiver Ergebnisse: 3.763 Fälle von positiven Veränderungen in Bezug auf die ESG-Praxis

Schwerpunkt Corporate Governance-Themen

Der Banken-, Erdöl- und Gassektor sowie der Detailhandel waren die drei Sektoren, auf die sich unsere Engagement-Aktivitäten am stärksten fokussierten. 2.691, 2.067 bzw. 1.313 Engagements zählten wir innerhalb jedes Sektors. BP, HSBC Holdings und Tesco waren mit 191, 184 bzw. 177 registrierten Engagements die Unternehmen, welche Ziele der meisten Engagement-Initiativen waren.
Corporate Governance, Klimawandel und Umweltverantwortung dominierten unser Engagement in den letzten 20 Jahren. Mehr als die Hälfte (54 Prozent) der erreichten Meilensteine beschäftigen sich mit Corporate Governance-Themen, wobei ein Fünftel (18 Prozent) der Meilensteine den Klimawandel und ein Zehntel (10 Prozent) den Umweltschutz betrafen. Auch Geschäftspraktiken, Arbeitsnormen, Menschenrechte und öffentliche Gesundheit blieben im Einklang mit der Erreichung der SDGs ein Schwerpunkt der Engagement-Aktivitäten.

Steigendes Engament bei Unternehmen wie Investoren

Es setzt sich zunehmend die Erkenntnis durch, dass neben den finanziellen Erträgen, die natürlich unser Kerngeschäft sind, auch das Handeln - oder Nichthandeln in Sachen Nachhaltigkeit Auswirkungen auf die Bedürfnisse der Welt hat. Engagement ist ein wirksames Instrument, um sicherzustellen, dass diese globalen Bedürfnisse erfüllt werden. Es ist ermutigend, dass wir in den letzten 20 Jahren positive Entwicklungen beobachten konnten: einerseits in Hinblick auf den Engagement-Ansatz der Branche; andererseits in Bezug auf das steigende Bedürfnis der Investoren nach Engagement-basierten Anlagestrategien in den letzten 20 Jahren.
 
Die globale Finanzkrise war ein Wendepunkt für die Verbesserung von Engagementpraktiken. Die Anleger fragten sich, wie sie schwache Governance-Strukturen und exzessive Risikobereitschaft vermehrt auf den Prüfstand stellen konnten. Dies veranlasste die Investoren dazu, ihren Ansatz in Bezug auf Stewardship zu überdenken und eine stärkere Position bei strategischen Unternehmensentscheidungen einzunehmen. Während der Covid-19-Pandemie sehen wir jetzt einen ähnlichen Effekt. Unternehmen, Investoren und Regierungen wollen Lösungen finden, um verantwortungsbewusster aus der Krise hervorzugehen. Engagement wird ein entscheidender Faktor sein, um nach der Pandemie eine 'grüne Erholung' herbeizuführen, und wir erwarten, dass die Unternehmen infolgedessen stärker für ihre ESG-Verpflichtungen zur Rechenschaft gezogen werden.

Engagement erreicht Reife

Wir identifizieren drei Phasen in der Entwicklung von Engagementpraktiken und haben uns bereits im Frühstadium des Engagementprozesses mit verantwortungsbewussten Investitionen befasst. Im Jahr 1984 hat BMO GAM Europas ersten sozial- und umweltorientierten Fonds aufgelegt:
  • 1980 - 2000: frühes Engagement und Aktionärsaktivismus, der weitgehend von missions- und glaubensbasierten Investoren getragen wird;
  • 2000 - 2010: mit der Einführung der Grundsätze für verantwortungsbewusstes Investment wird das Engagement zum Mainstream1 (United Nations-supported Principles for Responsible Investment initiative, UNPRI);
  • 2010 - 2020: das Engagement erreicht seine Reife mit zunehmenden Beweisen für einen Zusammenhang zwischen ESG-Kriterien und finanzieller Rendite sowie einer beschleunigenden Dynamik aufgrund der globalen nachhaltigen Herausforderungen.

Die nächsten 20 Jahre für das Engagement

Wir prognostizieren für die nächsten zwei Jahrzehnte einen grundlegenden Perspektivenwechsel, weg von der Betrachtung von Stewardship als Beziehung zwischen Investoren und einzelnen Unternehmen, hin zu einer ganzheitlicheren Betrachtung der Verantwortung für die Gestaltung des Marktes und der Wirtschaft als Ganzes.
 
Durchschnittlich 20 Prozent unseres Engagements erfolgt jedes Jahr im Rahmen von Kooperationsinitiativen. Wir prognostizieren, dass diese Kooperationsinitiativen zunehmen werden, wenn die Arbeit mit einem breiteren Pool von Interessengruppen beginnt, um einen sinnvollen Wandel herbeizuführen.

Zieldatum 2030 rückt näher

Active Ownership hat sich als wertvolles und legitimes Finanzinstrument bewährt. Wir bei BMO betrachten Engagement als einen Treiber für die stetige Verbesserung der Performance, der sich zugleich nachhaltig positiv auf Umwelt und Gesellschaft auswirkt. Für das kommende Jahrzehnt erwarten wir eine Konzentration auf die realen Ergebnisse des Engagements, da wir uns dem Zieldatum 2030 für die Erreichung der Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs) nähern.
 
Damit Investoren systemische Herausforderungen, wie den Klimawandel angehen können, muss der Fokus auf die öffentliche Politik ausgeweitet werden, um Beziehungen zu neuen Interessengruppen, einschliesslich NGOs und akademischen Experten, aufzubauen. Ein kooperativer Ansatz zwischen den Investoren ist der Schlüssel zum Erfolg, sowohl um die Ressourcen für diese Veränderungen zu mobilisieren als auch um mit vereinten Kräften und einheitlicher Stimme aufzutreten.
 
Durch unser Engagement für verantwortungsbewusstes Investieren sind wir davon überzeugt, unseren Teil zu leisten, dass die Finanzen als positive Kraft wahrgenommen werden. ,BMO GAM hat 20 Nachhaltigkeitsexperten im Team für verantwortungsbewusste Investitionen und verwaltet 4,4 Mrd. USD 2 in ESG-Spezialfonds.
Um mehr über das frühe Engagement und die Fallstudien von BMO GAM zu erfahren, können Sie den Bericht ‘Gutes Fördern 20 Jahre Engagement’ – hier herunterladen.
Kristi Mitchem ist CEO, Alice Evans, Co-Leiterin für verantwortungsbewusstes Investment bei BMO Global Asset Management

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