Warum und wie in Nebenwerte investiert werden sollte

Jens Hillers, H&P Capital Advisors
Jens Hillers /Bild: H&P Capital Advisors
In der langfristigen Allokation privater und institutioneller Vermögen nimmt die Aktie als Sachwert mit attraktivem absoluten Renditepotenzial zu Recht einen hohen Stellenwert ein. Da von einem nachhaltig niedrigen Zinsniveau bei mittelfristig wieder steigender Inflation auszugehen ist, wird dies in Zukunft aus unserer Sicht noch mehr an Bedeutung gewinnen. Bei einem Blick in die Aktien-Allokation der Portfolios fällt allerdings auf, dass der Fokus oft auf große Unternehmen und die entsprechenden Indizes gelegt wird. Wir zeigen nachfolgend auf, warum dies langfristig zu nicht optimalen Investmentergebnissen führt.
 
Wie ein langfristiger Vergleich der Indizes großer Unternehmen (z.B. Stoxx Europe 50) mit dem kleinerer bzw. mittlerer Unternehmen (Stoxx Europe Total Market Small) zeigt, erzielen kleinere und mittlere Unternehmen ungefähr eine um +2 Prozent bis +3 Prozent per annum höhere absolute Rendite als die großen Unternehmen. Dies liegt vor allem daran, dass sie ein höheres Ergebniswachstum und ein niedrigeres Risikoprofil aufweisen (z. B. geringere Verschuldung). Da diese Faktoren aus unserer Sicht struktureller Natur und daher stabil sind, sollte diese attraktive Asset-Klasse in der Portfolio-Allokation signifikant gewichtet werden. Dies insbesondere vor dem Hintergrund der negativen Realzinsen.

Der besondere Charme von KMUs

Der besondere Charme der kleineren und mittleren Unternehmen liegt zusätzlich darin, dass die Preisbildung in diesem Segment aus strukturellen Gründen hoch ineffizient ist. Was genau ist damit gemeint? Das große Investment-Universum von mehr als 5.000 Unternehmen in Europa kann mangels vorhandener Ressourcen von der Vielzahl der Marktteilnehmer nicht in der Tiefe analysiert werden. Somit fließen weniger fundamental relevante Informationen in den Preis ein, was zu verzerrten Bewertungen am Markt führt. Hinzu kommt die Index-Orientierung vieler Investoren, eine relativ niedrige Liquidität und ein oft festzustellender kurzfristiger Investment-Horizont, der das langfristige Potenzial eines Unternehmens ausblendet. Mit dem richtigen Investment-Modell ermöglichen diese Ineffizienzen die Generierung einer attraktiven Zusatzrendite (Alpha) auf die ohnehin bereits höhere Assetklassen-Rendite (Beta).

Was sind die "richtigen" Aktien?

Unserer Überzeugung nach ist eine hohe Konzentration des Portfolios die Grundvoraussetzung für ein erfolgreiches, aktives Investment-Modell und damit die konsequente Abwendung von einem breiten Index. Nur so können die vorhandenen Ressourcen effizient in die fundamentale Analyse und Bewertung der „richtigen“ Aktien investiert und ein Informationsvorsprung gegenüber dem Markt gewonnen werden. Was aber sind die „richtigen“ Aktien? Wir fokussieren uns dabei auf gut geführte Unternehmen, die in ihren Nischen über nachhaltige Wettbewerbsvorteile verfügen und ein attraktives strukturelles, also wenig konjunkturabhängiges Wachstumsprofil sowie eine relativ niedrige Verschuldung aufweisen. Diese Unternehmen werden langfristig Werte für ihre Investoren schaffen und werden nur dann in das Portfolio investiert, wenn sie auf Basis unserer Analyse deutlich unterbewertet sind. Oft sind es Familien-Unternehmen, die unsere strengen Selektionskriterien erfüllen. Als konkrete Beispiele hierfür sind in Deutschland Fielmann oder Nemetschek zu nennen.

Langfristig attraktive Renditen

Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass ein langfristiger Investor mit dem richtigen Investment-Modell sehr attraktive absolute Renditen im Segment kleiner und mittlerer Unternehmen erzielen kann. Wir empfehlen daher, dieses Segment in jedem langfristig ausgerichteten Portfolio signifikant zu allokieren und bieten dafür mit dem „Trend Kairos European Opportunities“ Aktienfonds ein aus unserer Sicht dafür geeignetes Vehikel an. Dass unser Investmentmodell auch in volatilen, krisenhaften Situationen sehr gut funktioniert, hat sich in der aktuellen Corona-Krise gezeigt. Der Fonds notiert aktuell bereits wieder über dem Niveau von Ende Februar.
Jens Hillers ist Geschäftsführer der H&P Capital Advisors mit Sitz in München, Co-Initiator und Anlageberater des „Trend Kairos European Opportunities“ Aktienfonds (WKN: A2DTMA, A2DTMB). Er ist CFA-Charterholder und verfügt über eine mehr als 15-jährige Investment-Expertise im europäischen Small- und Mid-Cap-Segment. Mehr als 10 Jahre lang war er erfolgreich für die Allianz-Gruppe tätig, zuletzt bei Allianz Global Investors in München.
Der „Trend Kairos European Opportunities“ Aktienfonds investiert langfristig in ein konzentriertes, ausschließlich auf Basis einer eigenen fundamentalen Analyse gebildetes europäisches Stock-Picking-Portfolio. Im Vordergrund stehen dabei gut geführte, strukturell wachsende Unternehmen mit defensivem Risikoprofil.

Im Artikel erwähnte Wertpapiere

Fielmann I 62,75 -0,24%
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Nemetschek I 61,50 -0,57%
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