Bleiben Aktien auch zukünftig eine aussichtsreiche Anlageklasse?

Rainer Ottemann, EB-SIM
Rainer Ottemann / Bild: EB-SIM
Globale Aktienmärkte erholen sich nach Kursverlusten deutlich: Sind Aktien auch zukünftig eine aussichtsreiche Anlageklasse?
Die Corona-Pandemie hat der Weltwirtschaft stark zugesetzt. Eine bevorstehende Rezession scheint unvermeidbar. In einigen Branchen stellt sich trotz massiver Hilfspakete die Frage, wie lange die Firmen noch durchhalten. Die Wirtschaft ist im freien Fall und die Gesellschaft ist von in einer Situation verängstigt, für die es keine Blaupause gibt. Darf auch die jüngste Erholung der Börsenkurse wiederum als Indiz für die zukünftige Wirtschaftsentwicklung gewertet werden? Nach einem sehr starken Kursrückgang bis in die dritte Märzwoche haben die internationalen Börsen zu einer erstaunlichen Kurserholung angesetzt. Umfangreiche Hilfspakete für die Wirtschaft und eine Verbesserung der Covid-19-Infektionszahlen tragen maßgeblich dazu bei, dass zahlreiche Investoren mit einer schnellen wirtschaftlichen Erholung in Form des sogenannten V-Szenarios rechnen. In Anbetracht dessen, was sich bisher in der Wirtschaft abspielt, muss dieses Gesamtbild allerdings durch deutliche Erholungstendenzen in der Realwirtschaft bestätigt werden. Aktuelle Konjunktur-warnungen und skeptische Unternehmensausblicke deuten durchaus auf ein gewisses Enttäuschungspotenzial hin. Ein erneuter Kursrückgang ist daher nicht auszuschließen. Welche Erkenntnisse ergeben sich daraus für Anleger? 

Da es schwierig bis unmöglich ist, den tiefsten Punkt zu erwischen, wäre ein schrittweiser Einstieg eine gute Vorgehensweise. Es bietet sich auch an, die Aufteilung der Anlagen gemessen an der eigenen Risikotragfähigkeit zu überprüfen. Dieses Rebalancing könnte in der momentanen Situation dazu führen, die Gewichtung zugunsten von Aktien wieder zu erhöhen. Mit einem zusätzlichen Effekt: es hilft, Emotionen zu kontrollieren und bewahrt Anleger vor allzu prozyklischem Verhalten. Das gilt übrigens umgekehrt genauso in Haussephasen.

Sind Aktien denn überhaupt die richtige Anlageklasse?

Trotz Kursschwankungen sind Aktien über Jahre die mit Abstand erfolgreichste Anlageklasse und die heutigen Rettungsschirme verbunden mit gigantischen Geldmengen werden tendenziell dazu beitragen, dass dies so bleibt. In diesem Umfeld werden die Renditen von Anleihen und Tagesgeld voraussichtlich dauerhafter niedrig bleiben als bisher erwartet. Anleihen gehören damit zu den teuersten Anlageklassen und sie werden riskanter. Auch bei der Aktienanlage zahlt sich Diversifikation aus: eine möglichst breite Streuung über Branchen und Einzeltitel führt zur einer attraktiven Wertentwicklung und federt Risiken ab. Dabei sind gerade nachhaltig wirtschaftende Unternehmen besser gegen Extremrisiken geschützt. Nachhaltige Aktienanlagen haben auch in der jüngsten Schwächephase deutlich besser abgeschnitten als der Marktdurchschnitt und damit in diesem Punkt ihr Leistungsversprechen erfüllt.
 
Das gilt auch für den EB-Öko-Aktienfonds, mit seiner langjährig erfolgreichen Historie ein Pionier unter den nachhaltigen globalen Aktienfonds. Für die Identifizierung attraktiv bewerteter Unternehmen werden ökonomische und ökologische Daten sowie aktuelle Entwicklungen der Nachhaltigkeitsdebatte aktiv in den Investmentprozess einbezogen. Dabei geht es nicht nur darum, Investments wie z. B. fossile Energien zu vermeiden. Klima- und Umweltfaktoren als Treiber für die Cashflows von Unternehmen sind ein zunehmend wichtiger Faktor, der bei der Aktienauswahl berücksichtigt wird. Auf diese Weise können Unternehmen identifiziert werden, die bei möglichst effizienter Nutzung bestehender Ressourcen einen wirtschaftlich sinnvollen und dadurch erfolgreichen Weg beschreiten. Ein aussichtsreicher Ansatz, denn zukünftig ist davon auszugehen, dass Unternehmen, die Lösungen für den Klimawandel voranbringen, sich überdurchschnittlich positiv entwickeln. Die Planungen für die kommenden EU-Konjunkturpakete weisen ebenfalls in diese Richtung, denn sie stellen Themen wie beispielsweise nachhaltige Mobilität, erneuerbare Energie, Gebäudesanierung oder Kreislaufwirtschaft in den Mittelpunkt. Abgerundet wird der nachhaltig-zeitgemäße Investmentansatz mit einer regelmäßigen Ausschüttung, die zu einem wichtigen Kriterium für viele Anleger geworden ist.
 
Die EB-Sustainable Investment Management GmbH, eine 100-prozentige Tochter der Evangelische Bank eG, der größten Kirchenbank Deutschlands, betreut mit rund 20 Mitarbeitern ca. 4,5 Mrd. Euro in 93 Mandaten bzw. Fonds. Das wertebasierte Asset Management bildet seit mehr als 30 Jahren eines der Kerngeschäftsfelder der Evangelischen Bank und wurde im Dezember 2018 als eigenständiges Geschäftsfeld ausgegründet. Der Sitz der EB-SIM GmbH ist in Kassel. Das Unternehmen wird von Helmut Kotschwar und Ulrich Nötges geleitet. Alle Anlagekonzepte des Unternehmens entsprechen mindestens den Kriterien des EKD-Leitfadens für ethisch-nachhaltige Geldanlagen. Darüber hinaus orientiert sich das Portfolio Management der EB-SIM bei seinen Investitionen an den 17 Zielen der Vereinten Nationen für eine nachhaltige Entwicklung (SDGs).

Im Artikel erwähnte Wertpapiere

EB-Öko-Aktienfonds R 199,78 0,83%
close

Populäre Aktien