Schnäppchenjagd im Silicon Valley

Von Thomas Rappold
Warren Buffett ist bekannt dafür, dass er einen großen Bogen um Tech-Werte macht. Bereits in den 1970er Jahren wurde ihm eine Beteiligung an dem damals aufstrebenden Halbleiter-Unternehmen Intel angeboten. Buffett lehnte das Investment ab und hätte allein daraus einen weiteren Milliardengewinn zu seinem legendären Track-Record hinzufügen können. Doch Buffett scheint auch mit seinen knapp 86 Jahren offen für neue Investmentideen zu sein.

Interesse an Yahoo

Dementsprechend viel Medienaufmerksamkeit hat die Pflichtveröffentlichung an die amerikanische Börsenaufsicht erzeugt, wonach seine Investmentholding Berkshire Hathaway für 1 Mrd. US-Dollar Aktien von Apple gekauft hat. Gleichzeitig gehört Berkshire als Finanzierungspartner einem Bieterkonsortium für das zum Verkauf stehende Yahoo Medienportal an.
 
Beide Unternehmen zeichnen sich dadurch aus, dass es sich um starke Marken handelt, die aktuell extrem günstig bewertet sind. Eine Kombination die Buffett als höchst attraktiv ansieht. Apple notiert im Moment bei einem KGV von lediglich 11, während Alphabet bei 29 und Facebook gar bei 72 liegt. Yahoo ist eine der stärksten Online Medienmarken in den USA und gehört zu den Top vier Internetseiten und wird trotzdem quasi auf der Resterampe verscherbelt.

Buffet liebt Medienunternehmen

Buffett liebt zudem Medienunternehmen. So kam er Anfang der 1970er Jahre sehr günstig an die Anteile der Washington Post und erzielte daraus einen Milliardengewin. Buffett's möglicher Plan mit beiden Unternehmen: Apple könnte nun mit finanzieller Rückendeckung zum großen Schlag ausholen und ein Medienunternehmen wie Netflix oder Time Warner kaufen. Gleichzeitig könnte Apple das lange erwartete Elektroauto iCar mit Unterstützung von Berkshire, die stark im alternativen Stromgeschäft unterwegs sind, und in China an dem Elektroautobauer BYD beteiligt sind großflächig in den Markt eintreten. In ein Gemeinschaftsunternehmen mit Yahoo könnte Buffett seine über 100 günstig zusammengekauften Regionalzeitungen zu einem digitalen Nachrichtenkanal verschmelzen.
 
Steve Jobs fragte vor Jahren bei Buffett nach Rat, was denn Apple mit dem vielen Geld tun solle. Buffetts knappe Antwort: Kauf damit Aktien von deinem Unternehmen. Apple Chef Cook könnte vom Investment-Genie Bufffett dementsprechend doppelt profitieren.
 
Nachdruck aus Börse Online
Thomas Rappold, geboren 1971, ist Internetunternehmer und Investor. Bereits mit 14 Jahren erlernte er die ersten Programmiersprachen im Selbststudium auf dem damaligen Kultcomputer Commodore C64. Als einer der ersten Absolventen des europaweit ersten Studiengangs Medieninformatik trug er als Mitarbeiter der Strategiegruppe Internet bei Allianz SE maßgeblich zu damals bahnbrechenden neuen Finanzportalen für Privat- und Geschäftskunden bei.
Seit über zehn Jahren erfolgreicher Unternehmer einer Internet-Beratungs- und Beteiligungsgesellschaft und Gründer von zahlreichen Internet-Start-ups ist Thomas Rappold ein profunder Kenner des Silicon Valley und dort als Investor an verschiedenen Start-ups beteiligt. Mehr über Thomas Rappold und das Silicon Valley finden Sie auf seiner Homepage.
Im Finanzbuchverlag München veröffentlichte Thomas Rappold jüngst Silicon Valley Investing. Investieren in die Superstars von heute, morgen und übermorgen.

Im Artikel erwähnte Wertpapiere

Netflix 175,98 4,28%
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Apple 129,84 -0,32%
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Berkshire Hathaway B 285,75 0,09%
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Alphabet-A Rg 2.065,50 -1,34%
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Meta Platforms (ex facebook) 183,40 0,52%
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BYD Rg-H 31,00 -2,81%
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