Eine Stabilisierung ist noch keine Erholung

Darren Williams, Alliance Bernstein (AB)
Darren Williams / Bild: Alliance Bernstein (AB)
Das Jahr beginnt mit guten Nachrichten: Die Fronten im Handelskrieg scheinen sich zu entspannen, die Finanzierungsbedingungen sind günstiger geworden und es gibt Anzeichen, dass sich der Fertigungssektor allmählich stabilisiert. Ist für das Wirtschaftswachstum Entwarnung angesagt? Angesichts dieser ermutigenden Lage haben wir unsere globale Wachstumsprognose von 2,2 Prozent im Dezember auf 2,4 Prozent nach oben korrigiert. Freudensprünge wären allerdings verfrüht.

Ausblick für US-Wirtschaft ist eingetrübt

So habe sich der zuvor stets eindeutig positive Ausblick für die US-Wirtschaft getrübt, da anhaltende Folgen des Handelskonflikts und wachsende politische Unsicherheit die positive Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt und die günstigen Finanzierungsbedingungen negieren. Hinzu kommt: Der Handelskonflikt schwindet zwar als Risikofaktor, doch nun sorgen die jüngsten Entwicklungen im Nahen Osten für Unsicherheit und könnten die globale Wirtschaft und die Finanzmärkte gefährden. Damit steht fest: Volatilität bleibt auch 2020 bestehen und wird sowohl das Wirtschaftswachstum als auch die Finanzmärkte in Mitleidenschaft ziehen.

Wachstumsprognose für Europa nach unten korrigiert

Auch unser Ausblick für die Eurozone ist verhalten. Wir haben unsere Wachstumsprognose von 0,3 Prozent auf 0,8 Prozent korrigiert, doch die Abwärtsrisiken überwiegen auch weiterhin. Zu groß sind die möglichen Auswirkungen von Populismus und geopolitischen Spannungen auf die handelssensiblen Volkswirtschaften der Eurozone.
GlDarren Williams, Chefvolkswirt beim Asset Manager AllianceBernstein (AB)