Thomas Rappold
Netflix CEO Reed Hastings wurde vor einiger Zeit von einem Analysten nach Vorlage der Zahlen gefragt, wer denn der größte Konkurrent von Netflix sei. Hastings antwortete ohne Umschweife mit der Aussage „der Schlaf“ der Menschen und nicht Amazon oder YouTube. Die Netzflix Kunden seien geradezu „süchtig“, Serien und Formate die sie lieben am Stück bis tief in die Nacht zu schauen. Genau mit dieser Methode und mit spannenden Formaten wie „Orange is the new Black“, „House of Cards“ oder zuletzt mit „Stranger Thins“ hat Netflix in den USA und auch international über 100 Mio. zahlende Kunden auf sich vereinnahmt. Gestartet als Online Videoverleih hat Reed Hastings dank dem Ausbau der Glasfasernetze Netflix zum weltweit führenden Streaming Unterhaltungskonzern mit einer Marktkapitalisierung von über 120 Mrd. Dollar geformt.

Amerika liest nicht, sondern schaut Video

Doch Erfolg weckt bekanntlich Begehrlichkeiten. Und diese kommen mit Apple und Disney aus der direkten Nachbarschaft. Die Voraussetzungen sind in den USA wie auch international günstig. Der neue Mobilfunkstandard 5G wird Breitbandgeschwindigkeit auf Smartphones und Tablets bringen. Dazu sind die Konsumenten voll auf Video eingestellt. Amerika liest nicht mehr, Amerika schaut Video. Der bekannte Medienkritiker Neal Postman hat bereits in den 1980er Jahren mit der Aussage „Wir amüsieren uns zu Tode“ aufgewartet und scheint nun recht zu behalten. Apple startete am ersten November mit seinem Apple TV+ Dienst. Bekannte Namen wie Talkmasterin Oprah Winfrey und Schauspielerin Jennifer Aniston sollen Apple TV+ zum Erfolg verhelfen. Für Oprah Winfrey ist Apple deshalb so attraktiv, befindet es sich doch in mehr als „einer Mrd. Hostentaschen“.

Apple und Disney strotzen vor Stärke

Analysten zeigen sich optimistisch, dass es Apple innerhalb von 3-4 Jahren gelingen kann, rund 10 Prozent der Netflix Kunden abzuwerben und rund 100 Mio. Streaming Kunden auf sich zu vereinen. Disney setzt mit seinem Streaming Dienst Disney+ auf seine schier unerschöpfliche Bibliothek an Formaten wie Pixar, Marvel, Lucasfilm, aber auch auf Klassiker wie Schneewittchen, Bambi und Peter Pan. Bis 2024 rechnet Disney Chef Iger mit 60-90 Mio. Abonnenten. 
 
Aktionäre könnten daran in der Folge ihre Freude haben, wenn sich das Abonnementwachstum in zukünftig höheren Unternehmensbewertungen von Apple und Disney niederschlagen würde. Zumindest die aktuellen Quartalszahlen zeigen sowohl bei Apple als auch bei Disney ein Signal der Stärke. Apples Service Sparte wächst weiterhin mit zweistelligen Raten und bei Disney brummt das Film- und Parkgeschäft. Reed Hastings könnte dies einige schlaflose Nächte bereiten, muss er doch wieder einmal Netflix neu erfinden.
Nachdruck aus Börse Online
Thomas Rappold, geboren 1971, ist Internetunternehmer und Investor. Bereits mit 14 Jahren erlernte er die ersten Programmiersprachen im Selbststudium auf dem damaligen Kultcomputer Commodore C64. Als einer der ersten Absolventen des europaweit ersten Studiengangs Medieninformatik trug er als Mitarbeiter der Strategiegruppe Internet bei Allianz SE maßgeblich zu damals bahnbrechenden neuen Finanzportalen für Privat- und Geschäftskunden bei.
Seit über zehn Jahren erfolgreicher Unternehmer einer Internet-Beratungs- und Beteiligungsgesellschaft und Gründer von zahlreichen Internet-Start-ups ist Thomas Rappold ein profunder Kenner des Silicon Valley und dort als Investor an verschiedenen Start-ups beteiligt. Mehr über Thomas Rappold und das Silicon Valley finden Sie auf seiner Homepage www.silicon-valley.de.
Im Finanzbuchverlag München veröffentlichte Thomas Rappold jüngst "Silicon Valley Investing. Investieren in die Superstars von heute, morgen und übermorgen".

       

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