Schwächelnde Verbraucherpreise und politische Gipfeltreffen im Fokus

Carsten Mumm, Donner & Reuschel
Carsten Mumm / Bild: Donner & Reuschel
Der Anstieg der Juli-Verbraucherpreise für die Eurozone wurde – von erwarteten 1,1 Prozent – auf 1,0 Prozent im Jahresvergleich nach unten korrigiert. Dies ebnet den Weg für die von EZB-Ratsmitglied Olli Rehn für September in Aussicht gestellte Absenkung des Einlagenzinses für Banken und ein neues Wertpapierkaufprogramm der Europäischen Zentralbank. Auch mindert die immer deutlicher werdende konjunkturelle Abschwächung den ohnehin kaum vorhandene Inflationsdruck zusätzlich. Dabei dürften die Schnellschätzungen der Markit-Einkaufsmanagerindizes für Deutschland und die Eurozone im Laufe der Woche dieses Bild untermauern.

Woher kommen neue Impulse?

Impulse für die Kapitalmärkte werden eher vom am Freitag beginnenden Jackson Hole Symposium in den USA ausgehen. Besonders interessant ist die Rede von Jerome Powell, dem Präsidenten der US-Notenbank Fed, in der Aussagen zur künftigen Zinspolitik erwartet werden. Zudem liegt der Fokus auf diversen politischen Gipfeltreffen, angefangen mit dem Deutschland- und Frankreich-Besuch des britischen Premierministers Boris Johnson und endend mit dem G7-Treffen am Wochenende. Die Erwartungen bezüglich konkreter Fortschritte beim Brexit oder zu den Handelskonflikten sind so niedrig, dass jede noch so kleine Einigung positives Überraschungspotenzial bieten könnte.
Carsten Mumm ist Chefvolkswirt der Privatbank DONNER & REUSCHEL. Er ist verantwortlich für die Erstellung der Konjunktur- und Kapitalmarktprognosen sowie der kapitalmarktrelevanten Publikationen. Zuvor verantwortete er die Vermögensverwaltung für private und institutionelle Kunden, das Management von Spezial- und Publikumsfonds sowie die hauseigenen Research-Tätigkeiten. Der gelernte Bankkaufmann und studierte Diplom-Volkswirt ist seit 1998 im Bereich Kapitalanlage beschäftigt. 2006 qualifizierte er sich zum Chartered Financial Analyst.