Gewinnserie gerissen - Blick auf die Quartalssaison

Robert Ertl mit dem Marktkommentar zur Woche
Dr. Robert Ertl / Bild: BBAG/Freund
Gewinnserie gerissen: Nach fünf Wochen im Plus haben die deutschen Aktienmärkte in der vergangenen Woche nachgegeben. Angesichts politischer Unsicherheiten wie dem Konflikt mit dem Iran und der ausbleibenden Fortschritte im Handelsstreit zwischen den USA und China hielten sich die Anleger von Beginn der Handelswoche an zurück. Gewinnwarnungen mehrerer Unternehmen drückten dann die Stimmung deutlich. Zuerst nahm BASF seine Jahresziele wegen der weltweit schlechteren Wirtschaftslage und anhaltender Handelskonflikte zurück, am Freitag kappte dann Daimler seine Jahresprognose, auch die Quartalszahlen enttäuschten. Dazwischen reduzierten Unternehmen aus der zweiten Reihe wie Krones ihre Ausblicke spürbar.

Verluste auf allen Seiten

Der Deutsche Aktienindex (Dax) büßte im Wochenverlauf 2,0 Prozent auf 12.323,32 Punkte ein. Zu den großen Verlierern im Index zählte neben den beiden oben genannten Titeln die Deutsche Bank. Der angekündigte radikale Umbau des Geldinstituts stieß bei Anlegern auf wenig Gegenliebe. Der MDax reduzierte sich auf Wochensicht um 0,4 Prozent auf 25.813,63 Zähler. Der TecDax verlor 2,1 Prozent auf 2.863,00 Punkte zu. Der HAFIX-Deutschland sank um 1,1 Prozent auf 3.495,23 Zähler, der HAFIX-Europa gab ebenfalls 1,1 Prozent auf 2.917,86 Punkte ab.

Keine nennenswerte Stützung bei Bundestiteln

Nach robusten und teilweise besser als erwartet ausgefallenen Konjunkturdaten haben die Kurse an den deutschen Anleihemärkten in der vergangenen Woche erheblich nachgegeben. Die Äußerungen von Jerome Powell, dem Chef der US-Notenbank Fed, waren als Signal für eine baldige Zinssenkung in den USA interpretiert worden, ließen aber keine klaren Schlüsse auf den weiteren Kurs der Fed zu. Für eine nennenswerte Stützung der Kurse der Bundestitel reichte das nicht. Im Wochenvergleich kletterte die Rendite der richtungsweisenden zehnjährigen Bundesanleihe von -0,37 auf -0,21 Prozent. Die Umlaufrendite stieg von -0,39 auf -0,27 Prozent.

US-Werte setzten Aufwärtsbewegung fort

In den USA haben die wichtigsten Aktienindizes anders als ihre deutschen Pendants ihre Aufwärtsbewegung fortgesetzt und dabei neue Rekorde verzeichnet. Die Hoffnung auf sinkende Zinsen bei einer gleichzeitig soliden Wirtschaftsentwicklung sorgte für Stimmung unter den Anlegern. Der Dow-Jones-Index übersprang die Hürde von 27.000 Punkten und verbesserte sich auf Wochensicht letztlich um 1,5 Prozent auf 27.332,03 Zähler. Der breiter gefasste S&P-500-Index schloss am Freitag mit 3.013,77 Punkten erstmals über der 3.000er-Marke, auf Wochensicht gewann er 0,8 Prozent. Beim technologielastigen Nasdaq-100-Index ging es um 1,3 Prozent nach oben auf 7.943,24 Punkte..

Die Quartalssaison läuft an

In der aktuellen Woche dürfte der Beginn der Quartalsberichtssaison eine wichtige Rolle an den Märkten spielen. Dabei legt in den USA eine ganze Reihe hochkarätiger Unternehmen Ergebnisse vor, darunter die Banken Citigroup, Goldman Sachs, JPMorgan und Morgan Stanley, aber auch Konzerne wie General Electric, IBM und Microsoft. In Deutschland gewährt unter den Blue-Chip-Werten SAP Einblick in seine Bücher. Generell befürchten die Anleger nach den Gewinnwarnungen der vergangenen Woche, dass noch mehr Unternehmen ihre Prognosen nach unten korrigieren könnten. Dies dürfte der Konjunkturskepsis weitere Nahrung geben, auf der anderen Seite aber könnte dies den Spekulationen auf eine lockerere Geldpolitik nicht nur in den USA, sondern auch in der Eurozone Auftrieb verleihen.

Internationale Konjunkturdaten

Hinsichtlich des letzteren Punkts dürften auch die Konjunkturdaten für Impulse sorgen. Aus Deutschland und der Eurozone stehen dabei vor allem der ZEW-Index und Inflationszahlen im Fokus. Aus den USA dürften besonders die Industrieproduktion und die Einzelhandelsumsätze, aber auch das Beige Book, der Konjunkturbericht der US-Notenbank Fed, interessieren. Von Bedeutung dürfte zudem das chinesische Bruttoinlandsprodukt sein, das am Montag vorgelegt wird.

Mit Blick auf die weitere Geldpolitik der Fed scheint nach den Äußerungen deren Chef Powell in der vergangenen Woche eine Leitzinssenkung im Juli bereits jetzt ausgemacht. Dies könnte ungeachtet der jüngsten Kursrückgänge auch die deutschen Aktienmärkte stützen. 

Ausgewählte wichtige Termine der Woche

Montag, 15.07.: New York Empire State Produktionsindex (USA); Bruttoinlandsprodukt Chinas
Dienstag, 16.07.:
ZEW-Konjunkturerwartungen (Deutschland); US-Einzelhandelsumsätze; US-Industrieproduktion
Mittwoch, 17.07.:
Verbraucherpreise in der Eurozone; Hausbaubeginne und -genehmigungen in den USA; Beige Book der US-Notenbank
Donnerstag, 18.07.:
Philadelphia-Fed-Herstellungsindex (USA)
Freitag, 19.07.:
Erzeugerpreise in Deutschland; Leistungsbilanz der Eurozone; US-Verbrauchervertrauen der Universität Michigan

Im Artikel erwähnte Wertpapiere

Deutsche Bank 7,02 -0,31 %
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Populäre Aktien

Krones I 53,00 -1,03 %
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Populäre Aktien

Daimler 45,88 -0,84 %
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Populäre Aktien

SAP 113,02 -5,68 %
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Populäre Aktien

DB TecDAX 2.845,75 -1,07 %
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Populäre Aktien

DB MDAX 25.776,00 -0,59 %
DB DAX 12.247,50 -0,76 %
BASF 60,36 -0,87 %
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Populäre Aktien

HAFIX-Deutschland 3.437,56 -1,62 %
HAFIX-Europa 2.925,98 -0,04 %
Citigroup Rg 62,49 -1,30 %
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Populäre Aktien

DB Dow Jones 27.224,00 -0,01 %
General Electric Rg 8,87 -2,52 %
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Populäre Aktien

Goldman Sachs Gr Rg 189,68 -1,35 %
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Populäre Aktien

IBM Rg 126,12 -1,50 %
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Populäre Aktien

JPMorgan Chase Rg 101,00 -1,94 %
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Populäre Aktien

Microsoft Rg 121,00 -0,82 %
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Populäre Aktien

Morgan Stanley Rg 38,68 -2,21 %
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Populäre Aktien

DB S&P 500 2.995,25 0,34 %