Mit den richtigen Gesundheitsaktien vom demografischen Wandel profitieren

Beate Sander
Bild: Pfizer Deutschland
Der Demografiewandel verlängert Ihr Leben im Schnitt um 2 Jahre pro Jahrzehnt. In 50 Jahren ist es ein Jahrzehnt. Das geschenkte Leben ist für eine kluge Geldanlage zu nutzen, um im Ruhestand finanziell abgesichert zu sein und nicht in Altersarmut zu geraten.
Betrug die Lebenserwartung in Deutschland vor gut 200 Jahren gerade mal 35 Jahre, 1900 rund 45 Jahre, Mitte des 20. Jahrhunderts 60 Jahre, so feiern heute im Schnitt Männer den 78. und Frauen ihren 83. Geburtstag. Frauen werden für ihre gesündere Lebensführung gegenüber Männern mit fünf Jahren belohnt. 2050 dürften Männer voraussichtlich 84 und Frauen 89 Jahre alt werden. Wer heute 65 Jahre alt ist, hat als Frau noch 21 und als Mann noch 17 weitere Lebensjahre vor sich .- zumindest im Schnitt.

Nicht nur Ärzte, auch Psychologen haben viel zu tun

Wohlstand, höherer Lebensstandard, körperlich weniger anstrengende Arbeit und medizinischer Fortschritt führen zu mehr gesunden Lebensjahren und damit zum demografischen Wandel unserer Gesellschaft. Ein 70-Jähriger fühlt sich heute eher wie ein 60-Jähriger und weist ein ungefähr gleiches biologisches Alter auf. Bei betagten Menschen aber steigen Krebs, Alzheimer und andere schwere Erkrankungen spürbar an – also kein Jungbrunnen der Glückseligkeit bis zum Lebensende. Sorge bereitet die wachsende Gewalttätigkeit bei Demonstrationen, in Fußballstadien und im menschlichen Zusammenleben. Depressionen nehmen beängstigend zu. Psychologen haben alle Hände voll zu tun.

Die Frage nach sozialer Gerechtigkeit

In Verbindung mit dem Demografiewandel fehlt es an bezahlbarem Wohnraum in westdeutschen Großstädten und erst recht in den Ballungszentren rund um die Hauptstadtmetropolen. Einerseits befriedigen die Betreuungsangebote nicht. Andererseits wird über Lärmbelästigung und Ungezogenheit der Kinder geklagt.
 
Die Ungleichheit der Lebensverhältnisse in Ost und West missfällt. Die wie eine Schere auseinanderklaffende Wirtschafts- und Finanzlage mit unvorstellbarem Reichtum auf der einen und großer Armut auf der anderen Seite beschwört Neid, Missgunst und Hass herauf. So stellt sich die Frage nach sozialer Gerechtigkeit, die jeder anders ausdrückt.

Irgendwann zahlt ein Einzahler einen Rentner

Das Rentensystem droht auseinanderzubrechen durch das Missverhältnis bezüglich des Anteils der Erwerbstätigen und der Rentenempfänger mit einer immer längeren Bezugsdauer auf deutlich über 20 Jahre. 
 
1962 kamen auf einen Altersrentner sechs aktive Arbeitnehmer. Zehn Jahre später mussten bereits vier Beitragszahler eine Rente finanzieren. Heute stehen einem Rentner nur noch zwei Erwerbstätige gegenüber. Bis 2050 wird das belastende Verhältnis 1:1,5 lauten. Bei anhaltender Lebensverlängerung droht wenig später der Gleichstand 1:1.

Chance auf ein finanziell sorgenfreies Alter

In Zeiten abgeschaffter Guthabenzinsen und einer zumindest 2019 noch ausbleibenden Zinstrendwende nach oben in der EU bieten sich Wertpapieranlagen an. Dazu zählen Qualitätsaktien, klug ausgewählte ETFs, moderne Multi Asset-Mischfonds und Aktienfonds. Da besteht die Chance, sich auf einen finanziell sorgenfreien und unabhängigen Ruhestand zu freuen und durch Anlageerfolge sein Leben selbstbewusst, sinnvoll und glücklich zu gestalten.

Zukunftsfähige Geschäftsmodelle

In den deutschen Indizes gibt es Firmen, die mit zukunftsfähigen Geschäftsmodellen begeistern. Dazu zählen der Betriebssoftware-Konzern SAP aus DAX oder TecDAX, das Software-Systemhaus Bechtle und der Bausoftware-Spezialist Nemetschek, ein ebenfalls im TecDAX oder MDAX gelisteter Börsenstar. Elektronische Bezahldienste, wie sie der DAX-Aufsteiger Wirecard  und die Nasdaqfirma Paypal anbieten, werden den Umgang mit Geld, das Bezahlen von Rechnungen, den blitzschnellen, mühelosen Kontoausgleich weiter befeuern. Das gilt auch für den Kreditkarten-Giganten VISA vom Dow Jones. Im Privatleben gelten Computerspiele als Zukunftsmarkt für Jungen, Mädchen und Erwachsene aller Altersgruppen. Dazu zählen Electronic Arts (EA) aus dem Nasdaq, Sony vom Nikkei 225  und Nintendo, auch aus Japan stammend. Ebenso dürften Internet-Fernsehen und Video boomen mit den Marktführern Netflix und Nvidia, beide im US-Technologie-Index Nasdaq notiert und mit hohem Kursgewinn im Mehrjahresvergleich aufwartend.

In Krisen steigt das Interesse an Gesundheitsaktien

Nutznießer vom demografischen Wandel sind die Pharma-, Biotech- und Medtechbranche, private Klinik- und Pflegeheimbetreiber. Schwere Krankheiten wie Krebs, Herz-Kreislauf-Störungen und Demenz nehmen im Alter zu. Hochbetagte und durch Stürze schwer verletzte Senioren sind oft nicht mehr fähig, sich zuhause selbst zu versorgen, einzukaufen, ihre Wohnung zu pflegen, zu kochen und sich gesund zu ernähren. Davon profitieren Krankenhäuser und Pflegeheime.

Nutznießer vom demografischen Wandel

Nutznießer der Überalterung unserer Gesellschaft sind der zum DAX zählende Dialyse-Spezialist Fresenius Meditec Care, der US-Pharmariese Baxter und der Implantate-Hersteller Zimmer. Dies gilt ebenso für den Medizintechnik-Weltmarktführer Medtronic, den USA-Konzern Stryker und vom TecDAX/MDAX die Augenheilkundefirma Carl Zeiss Meditec.Glänzend entwickelt sich auch das Biopharma-Unternehmen Sartorius aus TecDAX/MDAX.
 
In Europa sind Novartis, Roche, Sanofi, GlaxoSmithKline und Novo Nordisk hoch gewichtet. Diese Titel dürften vom längeren Leben profitieren. Da der Patentschutz jetzt für viele Medikamente abläuft, werden die Marktführer dank preiswerter Nachahmer-Arznei mehr Umsatz und Ertrag erwirtschaften. Wer mit Immuntherapie nicht nur Leben verlängern, sondern Krebs heilen kann, dem winken Riesengewinne. Im TecDAX sind MorphoSys, Evotec und CompuGroup (543730) interessant.

Der Beweis: Ein Blick auf zwei Indizes

Zum Abschluss ein Blick auf zwei US-Indizes vom 19. April 2019: Der MSCI World legte seit April 2009 um 165 % zu, der MSCI Global Healthcare immerhin um 195 %. Die Gesundheitsbranche profitiert durch den medizinischen Fortschritt am meisten vom demografischen Wandel.

Im Juni 2014 ist in der Münchner Verlagsgruppe, FinanzBuch Verlag, ein Buch zum Thema erschienen, das Beate Sander gemeinsam mit dem Mediziner Jürgen Hannemann verfasste:
 
 
               

Im Artikel erwähnte Wertpapiere

Novartis N 80,10 -0,17%
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Populäre Aktien

Roche Hldg I 245,60 N.A.
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Populäre Aktien

Bechtle I 89,95 1,07%
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Populäre Aktien

Carl Zeiss Meditec 99,00 -2,17%
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Populäre Aktien

CompuGroup Med I 50,00 0,30%
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Evotec I 20,87 1,80%
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Populäre Aktien

Fresenius Med Care 62,94 0,64%
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Populäre Aktien

Nemetschek I 45,66 1,02%
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Populäre Aktien

Morphosys I 104,40 -2,06%
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Populäre Aktien

SAP 108,94 -0,49%
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Populäre Aktien

Sartorius I 150,50 -0,99%
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DB TecDAX 2.869,50 0,04%
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Wirecard I 151,20 -0,07%
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Populäre Aktien

DB MDAX 26.225,00 0,16%
DB DAX 12.455,50 0,36%
Novo Nordisk -B- 44,75 -2,48%
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Populäre Aktien

Sanofi 79,54 0,35%
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Populäre Aktien

Medtronic Rg 100,00 1,01%
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Populäre Aktien

DB Nikkei 225 22.050,00 1,33%
Baxter Intl Rg 78,88 0,61%
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DB Dow Jones 27.216,00 0,07%
PayPal Holdings Rg 96,00 -1,32%
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Stryker Rg 199,10 0,15%
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Visa Rg-A 160,60 -0,84%
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Zimmer Biomet Hl Rg 128,78 1,16%
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