Die Stimmung bleibt gedrückt

Carsten Mumm, Donner & Reuschel
Carsten Mumm / Bild: Donner & Reuschel
Die Stimmung an den internationalen Kaptalmärkten bleibt überlagert von einer Fülle an politischen Ereignissen. Derzeit richtet sich der Blick vor allem auf die Parlamentsdebatte zum Brexit-Vertrag in London. Die vorgesehene Abstimmung der britischen Volksvertreter wurde von Premierministerin Theresa May verschoben, um einer drohenden Ablehnung des Vertrags zuvorzukommen. Dem daraufhin für Donnerstag angesetzten EU-Sondergipfel gehen bilaterale Gespräche Mays in verschiedenen Mitgliedstaaten voraus. Es ist zwar davon auszugehen, dass die EU nicht nachverhandeln wird, trotzdem dürfte sie May den Rücken stärken, um die Zustimmung des Parlaments zu erleichtern.

Tiefpunkt in den Beziehungen zwischen USA und China

Der auf dem G20-Gipfel vereinbarten Waffenruhe im Handelskonflikt zwischen China und den USA folgte durch die Verhaftung der Finanzchefin des Technologieunternehmens Huawei in Kanada und ihre drohende Auslieferung an die USA ein neuer Tiefpunkt in den chinesisch-amerikanischen Beziehungen. Es ist daher kaum davon auszugehen, dass in der Zeit des Aufschubs weiterer Handelsrestriktionen bis 1. März 2019 nennenswerte Fortschritte bei der Neuordnung der Handelsbeziehungen erzielt werden können. Es ist daher kaum davon auszugehen, dass in der Zeit des Aufschubs weiterer Handelsrestriktionen bis 1. März 2019 nennenswerte Fortschritte bei der Neuordnung der Handelsbeziehungen erzielt werden können. Offensichtlich sind beide Seiten noch nicht bereit, ernsthafte und zielführende Verhandlungen aufzunehmen.

Schwächere Wachstumsdynamik in USA

Die US-Konjunktur wird 2019 auf jedem Fall abkühlen. Das BIP-Wachstum dürfte nur noch zwischen 2 und 2,5 Prozent liegen. Bremsend wirken neben dem Handelskrieg, der sich auch in den USA mit steigenden Preisen und zunehmenden Exportbeschränkungen bemerkbar macht, vor allem die deutlich gestiegenen Zinsen. Jüngst verunsicherte die US-Notenbank Fed, nachdem verschiedene Mitglieder des Offenmarktausschusses andeuteten, in 2019 doch weniger als die erwarteten drei Leitzinsanhebungen umzusetzen – ein klares Anzeichen für eine schwächer erwartete Wachstumsdynamik.

Tonangebend bleibt die negative Stimmung

Da sich die Kernprobleme Handelskrieg, Italien-Haushaltsstreit und Brexit kaum kurzfristig auflösen werden, wird auch an den Börsen die negative Stimmung weiter den Ton angeben. Der DAX könnte in diesem Zuge bis an die 10.000 Punktemarke fallen – möglicherweise gefolgt von einer leichten Erholung bis zum Ende dieses Jahres.

Im Artikel erwähnte Wertpapiere

DB DAX 12.410,50 -0,18%
close

Populäre Aktien