Optimisten rechnen mit weiteren Kursgewinnen

Der wöchentliche Marktausblick der Börse München
Bild: Bayerische Börse

Aktien - Wochenrückblick

Die Aufwärtsbewegung an den deutschen Aktienmärkten hat in der vergangenen Woche trotz uneinheitlichen Verlaufs angehalten, womit die achte Woche mit einem Plus zu vermelden war. Die Impulse kamen dabei einerseits erneut von einem gegenüber dem Dollar schwächeren Euro, andererseits von Seiten gut aufgenommener Konjunktur- und Unternehmensnachrichten. Für zeitweilige Belastung sorgte dagegen die Regierungsbildung in Italien. Mit der Koalition von Fünf-Sterne-Bewegung und Lega bekommt das südeuropäische Land eine eurokritische Führung, was zu einigen besorgten Expertenkommentaren führte.

Auf Wochensicht verbesserte sich der Deutsche Aktienindex (Dax) um 0,6 Prozent auf 13.077,72 Punkte. Ein Wechselbad an Gefühlen erlebten die Anleger von Merck. Nach Kursgewinnen zu Wochenauftakt belasteten Quartalszahlen, bevor Studiendaten zu einem Medikament sowie einer Immuntherapie den Titeln des Pharmakonzerns neuen Auftrieb gaben. Der MDax rückte um 0,5 Prozent auf 26.834,65 Zähler vor. Der TecDax stieg um 1,0 Prozent auf 2.805,99 Punkte. Der HAFIX-Deutschland gewann ebenfalls 1,0 Prozent auf 4.536,05 Zähler. Der HAFIX-Europa legte um 0,3 Prozent zu auf 2.905,85 Punkte. Außerhalb der Indizes vollführten die Titel von Puma einen erheblichen Sprung nach oben. Die Aktien des Sport- und Modeartikelherstellers profitierten von einem Anstieg der Zahl frei handelbaren Titel sowie einem positiven Analystenkommentar.

In den USA gaben die wichtigsten Indizes in der vergangenen Woche etwas nach, was Beobachter unter anderem auf Sorgen wegen des Handelskonflikts mit China zurückführten. Der Dow-Jones-Index gab auf Wochensicht um 0,5 Prozent nach auf 24.715,09 Punkte. Auch der S&P-500-Index ging um 0,5 Prozent zurück auf 2.712,97 Zähler. Der technologielastige Nasdaq-100-Index sank um 1,2 Prozent auf 6.866,25 Punkte. Am Pfingstmontag, an dem in den USA im Gegensatz zu Deutschland Börsenhandel stattfand, zogen die Kurse nach einer Annährung im Handelsstreit mit China allerdings deutlich an.

Aktien - Wochenausblick

Viele Experten sind überrascht angesichts der nun acht Wochen anhaltenden Gewinnserie an den deutschen Aktienbörsen. Dabei verweisen sie vor allem auf politische Risiken wie den Iran-Konflikt oder die Regierungsbildung in Italien sowie auf die steigenden Anleiherenditen. Auch von Seiten der Konjunktur kamen zuletzt zumindest aus Europa kaum Zahlen, die oberhalb der Erwartungen ausgefallen waren, dennoch stiegen die Aktienkurse kontinuierlich. Ob diese in der aktuelle Woche so bleiben wird, darüber gehen die Meinungen auseinander. Positiv könnten sich zu Beginn der verkürzten Handelswoche die Vorgaben aus den USA auswirken. Hier legten die Indizes am Pfingstmontag spürbar zu, nachdem es am Wochenende Hinweise auf einen Annäherung zwischen den USA und China im Handelsstreit gegeben hatte. Optimistisch gestimmte Marktteilnehmer verweisen zudem auf charttechnische Signale, die für weitere Kursgewinne sprechen könnten.

Impulse könnten einerseits von der weiteren Entwicklung des Eurokurses kommen, andererseits von den anstehenden Konjunkturdaten. Allerdings erwarten sich Analysten von letzteren wie den europäischen Einkaufsmanagerindizes oder dem ifo-Geschäftsklima für Deutschland keine positiven Überraschungen. Dies sowie das Geschehen am Anleihemarkt könnte sich negativ auf die Aktienkurse auswirken, sagen Beobachter.

Fondsnachrichten

Anleger setzten im März auf Mischfonds
Die Turbulenzen an den Aktienmärkten im März haben auch das Fondsneugeschäft beeinflusst. Nach Auswertung des Bundesverbands Investment und Asset Management (BVI) mussten Publikumsfonds im März insgesamt Mittelabflüsse in Höhe von 1,2 Milliarden Euro hinnehmen. Allerdings wandten sich die Anleger nicht von allen Investmentfonds ab. In Mischfonds wurden auch im März mehr Mittel neu investiert als aus diesen abgezogen, unter dem Strich kam diese Fondskategorie auf Nettoneumittel in Höhe von 1,9 Milliarden Euro. Dagegen verzeichneten Aktienfonds erhebliche Mittelabflüsse von 2,4 Milliarden Euro netto. Dabei zogen die Anleger nach BVI-Angaben aus Exchange Traded Funds (ETFs) auf Aktien netto 1,3 Milliarden Euro ab, aus aktiv gemanagten Aktienfonds flossen 1,1 Milliarden Euro ab. Offene Immobilienfonds kamen auf Nettoneumittel in Höhe von 0,5 Milliarden Euro, die gleiche Summe wurde in Geldmarktfonds neu angelegt. Rentenfonds trugen dagegen zu der insgesamt negativen Monatsbilanz bei, aus diesen zogen die Anleger unter dem Strich 0,7 Milliarden Euro ab.   

Amundi bei Mittelzuflüssen an der Spitze
Schlüsselt man die Mittelzu- und -abflüsse im März (siehe oben) hinsichtlich der Fondsgesellschaften auf, so heißt der Sieger Amundi. Der Gesellschaft flossen unter dem Strich 752 Millionen Euro zu, so viel wie keinem anderen Anbieter im März. Universal-Investment kam auf Nettoneumittel in Höhe von 419 Millionen Euro, Commerzbank Fund Solutions sammelte 148 Millionen Euro ein. Dagegen zogen die Anleger aus Produkten von iShares, der ETF-Tochter von Blackrock, netto 1,8 Milliarden Euro ab. Die DWS mussten Mittelabflüsse in Höhe von netto 742 Millionen Euro hinnehmen, Allianz Global Investors kam auf Nettomittelabflüsse in Höhe von 110 Millionen Euro.

Anleihefonds oft wenig lohnend
In einer aktuellen Untersuchung hat sich Morningstar mit Anleihefonds beschäftigt und kommt zu einem für die Anlageprodukte wenig schmeichelhaften Ergebnis. Insgesamt würde sich ein Investment in diese für die Anleger oft kaum lohnen, so ein Fazit der Fondsratingagentur. Auch wenn es einigen aktiven Anleihemanagern gelingen würde, ihre jeweilige Benchmark zu schlagen, so liege die Performance nach Abzug der Kosten vielfach deutlich unter der des Vergleichsindex. Neben den Kosten sei die hohe Rate an Fondsauflösungen ein weiteres Problem, so Morningstar. Zusammengenommen liege der Anteil der Fonds, die nicht aufgelöst und ihren Vergleichsindex übertreffen würden, je nach Fondskategorie zwischen neun und 49 Prozent.

Anleihen - Wochenrückblick

Die Erwartungen hinsichtlich der weiteren Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) sowie die Regierungsbildung in Italien haben in der vergangenen Woche das Geschehen an den deutschen Anleihemärkten beeinflusst. Während ersterer Punkt für sinkende Kurse sorgte, gab zweiterer den als sicher geltenden Bundespapieren Auftrieb. Das Regierungsprogramm der Fünf Sterne und der Lega sorgte für erhebliche Verunsicherung unter den Anlegern. Letztlich stieg die Rendite der richtungsweisenden zehnjährigen Bundesanleihe auf Wochensicht von 0,56 auf 0,57 Prozent. Die Umlaufrendite zog von 0,36 auf 0,44 Prozent an. Am Pfingstmontag griffen die Anleger wieder zu den Bundespapieren, die Kurse legten spürbar zu. Im Gegenzug sank die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe auf 0,51 Prozent.

Anleihen - Wochenausblick

Die Bedenken hinsichtlich des Regierungsprogramms und der schuldenfinanzierten Ausgabepolitik der designierten italienischen Regierung könnten den deutschen Anleihen nach Ansicht von Marktteilnehmern weiterhin Auftrieb geben. Angesichts dessen könnten andere Themen vorübergehend in den Hintergrund treten. Im weiteren Wochenverlauf dürften die Anleger dann aber auch auf die anstehenden Konjunkturzahlen aus dem Euroraum blicken. Dabei rechnen die meisten Beobachter mit mäßig ausfallenden Daten. Dies könnte die Erwartungen stützten, dass die EZB an ihrer extrem lockeren Geldpolitik festhalten könnte, was sich dann wiederum positiv auf die Bundespapiere auswirken könnte.

Ausgewählte wichtige Termine der Woche

Mittwoch, 23.05: Bruttoinlandsprodukt für Deutschland; Einkaufsmanagerindizes für das verarbeitende Gewerbe in Deutschland und der Eurozone; Dienstleistungsindizes für Deutschland und die Eurozone; Verbrauchervertrauen in der Eurozone; Veröffentlichung des Protokolls der jüngsten Ratssitzung der US-Notenbank; Verkäufe neuer Häuser in den USA; Markit PMI Gesamtindex (USA)
Donnerstag, 24.05.:
GfK-Verbrauchervertrauen (Deutschland); Protokoll der jüngsten Ratssitzung der Europäischen Zentralbank; Verkäufe bestehender Häuser in den USA 
Freitag, 25.05.:
Ifo-Geschäftsklimaindex (Deutschland); Auftragseingänge für langlebige Wirtschaftsgüter in den USA; US-Verbrauchervertrauen der Universität Michigan 
    

Im Artikel erwähnte Wertpapiere

Merck 84,50 0,00 %
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Populäre Aktien

PUMA I 477,00 0,32 %
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Populäre Aktien

DB TecDAX 2.805,25 -0,46 %
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Populäre Aktien

DB MDAX 26.788,00 -0,74 %
DB DAX 13.087,50 -0,63 %
DWS Group 30,37 0,10 %
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Populäre Aktien

HAFIX-Deutschland 4.560,78 -0,22 %
HAFIX-Europa 2.928,19 -0,29 %
Blackrock Rg 463,26 0,80 %
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Populäre Aktien

DB Dow Jones 24.768,00 -0,30 %
DB S&P 500 2.718,25 -0,25 %