Resistent gegen Kurseinbrüche - die Getränkeindustrie

Werner W. Rehmet, MyDividends
Werner W. Rehmet / Bild: MyDividends
In der jüngsten Korrekturphase an den Weltbörsen zeigten sich die Aktien zahlreicher Getränkefirmen erstaunlich resistent. Viele Investoren setzten in der schwierigen Börsenphase auf Unternehmen, deren Produkte auch in Abschwungphasen gekauft werden.

Konsumgüter- und Nahrungsmittelwerte trotzen der Marktentwicklung

Rein statistisch gesehen, zählen die letzten Börsenmonate des Jahres zu den erfolgreichsten. Der Start in das letzte Börsenquartal verlief an der Wall Street zunächst auch vielversprechend. Anfang Oktober 2018 stand der Dow-Jones-Index noch bei 26.774 Indexpunkten. Doch Ende November 2018 notiert der traditionsreiche Index rund 1.500 Punkte niedriger. Angesichts zahlreicher geopolitischer Unsicherheiten wählten viele Investoren das sichere Ufer und verkauften Aktien. Interessanterweise zeigten sich viele Werte aus der Konsumgüterbranche und der Nahrungsmittel- bzw. Getränkeindustrie in dieser Phase erstaunlich resistent gegenüber dem Abwärtstrend.

Hygieneartikel oder Putzmittel, aber auch Nahrungsmittel werden auch in unsicheren Zeiten benötigt. Hierzu zählen auch Getränke. Die Aktien von Werten wie PepsiCo oder auch Coca-Cola haben sich in den letzten Wochen im Vergleich zum Gesamtmarkt besser entwickelt. Diese Firmen sind auch treue Dividendenzahler. PepsiCo zahlt seit 1965 eine Dividende und hat die Ausschüttung seit nunmehr 46 Jahren ununterbrochen jedes Jahr erhöht. Der Umsatz von PepsiCo lag im dritten Quartal 2018 bei 16,49 Mrd. US-Dollar (Vorjahr: 16,24 Mrd. US-Dollar), wie bereits am 2. Oktober berichtet wurde.

Mehr als nur Cola

PepsiCo hat insgesamt 22 verschiedene Produktlinien im Portfolio, die jede für sich mehr als 1 Mrd. US-Dollar an jährlichen Umsatz generiert. Coca-Cola hat insgesamt über 500 Marken im Portfolio. Dabei besitzt der Konzern aus Atlanta im US-Bundesstatt Georgia 21 Marken, die jeweils über 1 Mrd. US-Dollar Umsatz generieren. Anfang des Jahres 2018 gab das Unternehmen die 56. jährliche Dividendenanhebung in ununterbrochener Folge bekannt. Seit 1920 erhalten die Aktionäre bereits eine Dividende.

Trend zu Getränken mit weniger Zuckergehalt

Da es weltweit einen Trend zu Getränken mit weniger Zuckergehalt gibt, müssen Coca-Cola und PepsiCo aber reagieren. Coca-Cola besitzt auch 90 Prozent der Anteile an der Smoothie-Marke innocent. Innocent mit Sitz in London verkauft über 2 Mio. Smoothies in der Woche. Die Firma wurde 1998 gegründet. Damals kauften die 3 Gründer für 500 Pfund Obst, mixten diese zu Smoothies und verkauften diese auf einem Jazz-Festival in London. Die Zustimmung der Menschen auf dem Festival war so hoch, dass die 3 sofort ihren Job kündigten und innocent gründeten. Heute ist die Firma ein wichtiger Baustein im Portfolio von Coca-Cola.

Mit Costa zu Kaffee

Ende August 2018 gab der Getränkeriese die Übernahme der britischen Café-Kette Costa für 5,1 Mrd. US-Dollar bekannt. Mit der Übernahme steigt Coca-Cola in einen attraktiven Markt ein, in dem sich wichtige Wettbewerber wie Starbucks oder auch die Milliardärsfamilie Reimann tummeln, die über ihre JAB Holding das Kaffeeunternehmen Jacobs Douwe Egberts mit Marken wie Jacobs, Tassimo oder Senseo kontrollieren. Im Vergleich zur amerikanischen Kaffeehauskette Starbucks ist Costa aber noch relativ klein. Der Umsatz von Starbucks stieg im vierten Geschäftsquartal 2018 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 11 Prozent auf 6,3 Mrd. US-Dollar, wie Starbucks am 1. November mitteilte. Auf vergleichbarer Basis legte der Umsatz um 3 Prozent zu. Der Gewinn je Aktie (GAAP) kletterte um 4 Prozent auf 0,56 US-Dollar. Es wurden netto 604 neue Läden eröffnet. Weltweit werden aktuell 29.324 Shops betrieben. Im gesamten Fiskaljahr 2018 betrug der Umsatz 24,71 Mrd. US-Dollar (Vorjahr: 22,39 Mrd. US-Dollar).

Starbucks entwickelt sich zum Dividendenwert

Starbucks entwickelt sich immer mehr zu einem Dividendenwert. Im März 2010 startete der Konzern erstmalig mit der Zahlung einer Quartalsdividende. Zu Beginn lag die Dividende bei 5 US-Cents. Seitdem wurde die Dividende jedes Jahr angehoben. Der weltweit größte Spirituosen-Hersteller Diageo ist ebenfalls ein solider Dividendenzahler. Für das abgelaufene Geschäftsjahr lag die Gesamtausschüttung bei 65,3 Pence (ca. 73,4 Eurocent) nach 62,20 Pence im Vorjahr. Der Umsatz stieg im abgelaufenen Geschäftsjahr (30. Juni 2018) um 1 Prozent auf 12,16 Mrd. Pfund (ca. 13,7 Mrd. Euro), wie Ende Juli berichtet wurde. Organisch ergab sich ein Zuwachs um 5 Prozent. Unter dem Strich legte der Gewinn um 14 Prozent auf 3,02 Mrd. Pfund (ca. 3,4 Mrd. Euro) zu. Zu den Marken des Konzerns aus London zählen Guinness, Captain Morgan, Smirnoff oder Baileys.

Hawesko zahlt seit 20 Jahren eine Dividende

In Deutschland tummeln sich ebenfalls solide Dividendenzahler aus der Getränkeindustrie. Die Sektkellerei Schloss Wachenheim AG hat in diesem Jahr die Dividende von 0,48 Euro auf 0,50 Euro gesteigert. Damit erhöhte sich die Gewinnausschüttung im Vergleich zum Vorjahr (0,48 Euro) um 4,2 Prozent. Dies war die neunte Dividendenerhöhung in Folge. Die Hamburger Weinhandelsgruppe spürte im dritten Quartal 2018 den langen und warmen Sommer und passte Anfang November die Jahresprognose an. Für das Gesamtjahr 2018 wird eine Steigerung des Vorjahresumsatzes von 507 Mio. Euro um ca. 5 Prozent sowie ein Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit (EBIT) nach Integrationskosten für Wein & Co. von 25 bis 27 Mio. Euro (Vorjahr: 30,4 Mio. Euro) erwartet. Hawesko hat in diesem Jahr das 20. Jahr in Folge nach dem Börsengang 1998 eine Dividende bezahlt. Es wurde für das Geschäftsjahr 2017 eine Dividende von 1,30 Euro pro Aktie ausgeschüttet. Beim derzeitigen Aktienkurs von knapp 43 Euro entspricht dies einer aktuellen Dividendenrendite von 3,02 Prozent.

Im Artikel erwähnte Wertpapiere

Hawesko Hold I 42,80 0,00 %
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Schloss Wachen I 17,75 0,00 %
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Diageo Rg 31,57 0,40 %
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Coca-Cola Co Rg 43,40 -0,78 %
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DB Dow Jones 23.716,00 -1,60 %
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Pepsico Rg 100,92 -2,52 %
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Starbucks Rg 57,50 -0,43 %
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