Hightech aus dem Mittelstand - Fachkonferenz m:access

Thomas Schumm, Plusvisionen
Bild: m:access/Unibrand
 
Am 18. Oktober 2018 fand in der Börse München die Fachkonferenz Technologie mit sieben Unternehmen aus dem Börsensegment m:access statt. Plusvisionen war dabei. Hier die ersten  Zusammenfassungen interessanter Werte - die Artikel in voller Länge (und vieles mehr) finden Sie auf dem Blog plusvisionen.de.
 

Hoftex-Aktie - Unter Wert gehandelt

Bei Hoftex trifft Tradition auf Moderne: Das Unternehmen gibt es bereits seit 160 Jahren, zählt zu den großen Textilproduzenten in Europa und ist auch international tätig (ja, so was gibt es noch). Hoftex ist in drei Geschäftsbereiche gegliedert: Tenowo (1. HJ: 71 Millionen Euro Umsatz) stellt hight-tech Textilprodukte und Vliesstoffe her, Hoftext (13 Millionen Euro) produziert Garne und Zwirne und Neutex (8 Millionen Euro) ist auf  Dekostoffen (Plissees) sowie Sonnenschutzlösungen für den Innenbereich spezialisiert.

Tenowo (mit Standorten in China und den USA) beliefert vor allem die Automobilindustrie, welche die Vliesstoffe als Dämmmaterialien verwendet. Die Vliese werden dabei fest mit dem Blech verbunden, zum Beispiel bei der Motorabdeckung, aber auch bei Türen oder Kotflügeln.

Mit der aufkommenden Elektro-Mobilität könnten die Ansprüche an die Dämmung noch zunehmen, da durch den eher leisen Elektromotor andere Geräusche lauter wahrgenommen werden. Die starke Abhängigkeit von der Automobilindustrie ist derzeit allerdings eher ein Malus, da die Branche in ein zyklisches Tief zu rutschen scheint.
 

Freude für Value-Investoren

Tenowo hat kürzlich die italienische Resintex übernommen, die etwa auf medizinische Vliese (sterile Pflaster) fokusiert ist. Resintex kam zuletzt auf einen Umsatz von rund 3,5 Millionen Euro.

Im ersten Halbjahr liefen die Geschäfte bei der Hoftext-Gruppe (noch) recht gut: Das Periodenergebnis lag bei 3,9 (3,0) Millionen Euro oder 71 (55) Cent je Aktie. Der Gesamtjahresüberschuss 2017 betrug im Vergleich dazu 6,7 Millionen Euro (1,30 Euro je Aktie).

Tritt die Unternehmensprognose von 6,0 Millionen Euro (ungefähr) ein, würde sich ein prognostiziertes Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von lediglich elf errechnen. Bei gleicher Dividende (22 Cent) stünde die Dividenden-Rendite bei 1,7 Prozent.

Value-Investoren aufgemerkt! Freude macht der Buchwert mit 18,86 Euro je Aktie (103 Millionen Euro insgesamt) bei einem Kurs von zurzeit 13,20 Euro (Marktwert 71,9 Millionen Euro). Hoftex wird an der Börse (m:access München) mit 70 Cent je Euro Unternehmen unter Wert gehandelt – oder der Markt geht von künftigen Verlusten aus, die das Eigenkapital schmälern würden.
 
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Funkwerk-Aktie - bleibt der Bahn-Ausrüster eine heiße Spekulation?

Der Aufschwung bei der Funkwerk-Aktie trägt nun schon ungefähr zweieinhalb Jahre. Nach roten Zahlen notierte das Papier Ende 2016 nur noch bei 1,80 Euro (2001: 43 Euro). Was folgte waren Restrukturierungsmaßnahmen – erfolgreiche. Das Unternehmen erwirtschaftet wieder Gewinne und mit diesen stiegen auch die Kurse. Funkwerk notierte zuletzt im Hoch bei 14,70 Euro. Könnte sich der Einstieg noch lohnen?

Funkwerk ist ein Nischenanbieter in den (Geschäfts-)Bereichen Zugfunk, Reisenden-Informationssysteme und Videosysteme (Sicherheitstechnik). Im vergangenen Jahr lag der Jahresüberschuss bei 4,4 Millionen Euro und der Cash-flow aus der laufenden Geschäftstätigkeit bei 8,0 Millionen Euro. Das Eigenkapital wurde in der Bilanz mit 26,2 Millionen Euro ausgewiesen. Der Kassenbestand betrug 16,6 Millionen Euro.

Im ersten Halbjahr 2018 entwickelt sich Funkwerk recht gut: Der Umsatz kletterte um 23,5 Prozent auf 34,3 Millionen und der Überschuss von 0,5 auf 2,6 Millionen Euro. Das Eigenkapital kletterte leicht auf 26,8 Millionen Euro und die Kasse auf 18,3 Millionen Euro. Für das Gesamtjahr rechnet der Vorstand mit einem Umsatz zwischen 80 und 85 Millionen Euro und will daraus einen Betriebsgewinn von 8,5 bis 9,0 (2017: 7,2) Millionen Euro machen.

Wachsender Markt für Bahntechnik

Die Impulse sollen dafür sollen von einem wachsenden Markt für Bahntechnik kommen. Ein wichtiger Expansionstreiber im europäischen Markt ist beispielsweise der Ausbau des Zugsicherungssystems ETCS. Funkwerk hat auf diesem Gebiet eine hervorragende Know-how-Expertise. Durch die Verbesserung des Kundenservices dürfte auch der Markt für Reisenden-Informationssysteme weiter zulegen. Bei der elektronischen Sicherheitstechnik wird für Deutschland und Europa in den kommenden drei Jahren mit einem durchschnittlichen Plus von sechs Prozent gerechnet.

Derzeit kommt Funkwerk auf einen Marktwert von 102,9 Millionen Euro, was die Aktie mit Blick auf den Jahresüberschuss nicht unbedingt zu einem Schnäppchen macht, auch wenn Funkwerk sehr spezialisiert und im Geschäftsfeld sehr gut ist. Funkwerk lebt in einer gewissen Symbiose mit den Bahn-Fahrzeugherstellern – rund 30 Prozent der Umsätze laufen über sie. Derzeit spürt Funkwerk auch Margen-Druck von den Bahn-Einkäufern, die sich mittlerweile an den Einkäufern der Automobilindustrie orientieren, wie Funkwerk-Vorstand Kerstin Schreiber weiß.
 
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Thomas Schumm ist Gründer, Herausgeber und erster Praktikant bei Plusvisionen.de, einem der führenden Wirtschafts-Blogs in Deutschland - 2015 erhielt er beim renommierten comdirect finanzblog award den 1. Preis. Schumm war u.a. Chefredakteur beim Optionsschein Report, der Anfang der 1990er wegweisend in Sachen Derivate war, und und freier Journalist bei Forbes. Dann leitender Redakteur bei Börse Online und Chefredakteur bei boerse-online.de. Er schrieb die Bücher Life Reloaded und Praxisratgeber Hedge Funds.
                   

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