5G Phantasie - die Speerspitze der technologischen Innovation

Thomas Rappold
Thomas Rappold
Erfahrene Anleger werden sich noch an die milliardenschweren Versteigerungen der UMTS Lizenzrechte erinnern, die viele Anbieter an ihre finanziellen Grenzen brachte. Ohne diese Investitionen in den Ausbau der Mobilfunkinfrastruktur wären Innovationen und Börsenerfolge wie von Apple mit dem iPhone, YouTube von Google oder soziale Netzwerke wie Facebook und Snap Chat nicht möglich gewesen. Nun schickt sich mit 5G ein neuer Mobilfunkstandard an, der ultraschnelle Verbindungen auf die Smartphones bringen soll und die digitale Vernetzung der Gesellschaft mit autonomem Fahren und Industrie 4.0 hin in ein Maschinenzeitalter vorantreiben soll.

5G  - Wettrennen zwischen China und USA

Innerhalb von zwei Jahren haben sich internationale Vertreter der wichtigsten Telekommunikationsprovider, Netzwerktechnologie- und Endgerätehersteller auf einen gemeinsamen Standard geeinigt, auf deren Basis nun die neue mobile Infrastruktur und die Endgeräte gebaut werden können. Die Wirtschaftssupermächte USA und China sehen in 5G die Speerspitze der technologischen Innovation. Wer 5G am schnellsten umsetzt, wird die technologische Pole Position des frühen 21. Jahrhunderts besetzen. Speziell wegen 5G und deren nationaler infrastruktureller Bedeutung blockte Donald Trump den 117 Mrd. Dollar schweren Megamerger zwischen Qualcomm und Broadcom ab.

China macht ernst

Trump wollte nicht, dass die „Kronjuwelen“ von Qualcomm, das bei 5G wichtige technologische Schlüsselbausteine und Patente besitzt in die Hände von Asiaten und damit in den Einflussbereich der Chinesen fällt. Immer wieder wurde bei Qualcomm auch Intel als weißer Ritter für eine Übernahme ins Spiel gebracht. Intel unternimmt selbst große Anstregungen in der Forschung und Entwicklung, um sich ein großes Stück vom 5G-Kuchen abzuschneiden, nachdem das Unternehmen das Smartphone-Zeitalter weitestgehend verschlafen hat. Immerhin machen die Chinesen nun im Wettrennen ernst und bringen mit China Tower, ein Zusammenschluss der drei wichtigsten Chinesischen Mobilfunkunternehmen, das Mobilfunkmasten-Geschäft in Hongkong an die Börse, um mit frischem Kapital das Netz 5G-fähig zu machen.
 
Mögliche lachende Dritte im Bunde könnten allerdings wiederum AppleFacebookGoogle/Alphabet und Netflix aber auch Alibaba und Tencent sein.
Dieser Artikel ist zuerst bei Börse-Online erschienen.
 
Thomas Rappold, geboren 1971, ist Internetunternehmer und Investor. Bereits mit 14 Jahren erlernte er die ersten Programmiersprachen im Selbststudium auf dem damaligen Kultcomputer Commodore C64. Als einer der ersten Absolventen des europaweit ersten Studiengangs Medieninformatik trug er als Mitarbeiter der Strategiegruppe Internet bei Allianz SE maßgeblich zu damals bahnbrechenden neuen Finanzportalen für Privat- und Geschäftskunden bei.
Seit über zehn Jahren erfolgreicher Unternehmer einer Internet-Beratungs- und Beteiligungsgesellschaft und Gründer von zahlreichen Internet-Start-ups ist Thomas Rappold ein profunder Kenner des Silicon Valley und dort als Investor an verschiedenen Start-ups beteiligt. Mehr über Thomas Rappold und das Silicon Valley finden Sie auf seiner Homepage www.silicon-valley.de.
Im Finanzbuchverlag München veröffentlichte Thomas Rappold jüngst "Silicon Valley Investing. Investieren in die Superstars von heute, morgen und übermorgen".
       

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