Anleger bevorzugen aktive Fonds

Der wöchentliche Fonds-Kommentar
Bild: Bayerische Börse AG
Minus 1,1 Milliarden Euro bei Publikumsfonds, Misch- und Aktienfonds legen aber zu
Der Mai dieses Jahres lief für offene Publikumsfonds insgesamt nicht sonderlich gut, in Summe zogen die Anleger netto 1,1 Milliarden Euro ab, wie der Bundesverband Investment und Asset Management (BVI) ermittelt hat. Allerdings waren für dieses Ergebnis vor allem zwei Fondsgruppen verantwortlich: Aus Geldmarktfonds flossen nämlich 2,3 Milliarden Euro netto ab, Rentenfonds verzeichneten unter dem Strich Mittelabflüsse in Höhe von 1,9 Milliarden Euro. Ganz anders sah es bei Mischfonds aus. In diese investierten die Kunden netto 2,5 Milliarden Euro neu, was sie zu den Spitzenreitern beim Absatz machte. Inklusive der neuen Mittel verwalteten Mischfonds laut BVI zu Ende Mai ein Vermögen von 278 Milliarden Euro, was 27 Prozent des gesamten Publikumsfondsvolumens entspricht.
 
Aktienfonds kamen im Mai auf Nettomittelzuflüsse von 0,2 Milliarden Euro. Wie bereits im April fiel das Ergebnis von aktiv gemanagten Aktienfonds und Exchange Traded Funds (ETFs) auf Aktien dabei sehr unterschiedlich aus. Während aktive Aktienfonds unter dem Strich 1,3 Milliarden Euro einwerben konnten, flossen aus Aktien-ETFs 1,1 Milliarden Euro ab. Im Vormonat hatten die Mittelabflüsse bei Aktien-ETFs (2,0 Milliarden Euro) die Mittelzuflüsse in aktive Aktienfonds (0,1 Milliarden Euro) noch deutlich übertroffen. Insgesamt kamen Aktienfonds zu Ende Mail auf Assets under Management in Höhe von 398 Milliarden Euro, einen Anteil von 38 Prozent am Gesamtvolumen der Publikumsfonds. Drittstärkste Gruppe beim Publikumsfonds-Absatz waren im Mai offene Immobilienfonds, die 0,3 Milliarden Euro einsammelten. Die gesamten Zuflüssen in Investmentfonds betrugen im Mai laut BVI 1,5 Milliarden Euro, zu denen offene Spezialfonds für institutionelle Anleger 2,5 Milliarden Euro beisteuerten.

Mittelabflüsse bei DWS, Zuflüsse bei Union Investment und AGI

Auf Anbieter heruntergebrochen gleichen die jüngsten Absatzzahlen des BVI (siehe oben) in der Tendenz denen des Vormonats. So musste die DWS Gruppe erneut Netto-Mittelabflüsse hinnehmen, im Mai summierten sich diese bei den aus Deutschland gemanagten offenen Publikumsfonds auf 1,28 Milliarden Euro. Allein am deutschen Markt zogen die Anleger rund 800 Millionen Euro aus offenen Publikumsfonds der DWS Gruppe ab. Dagegen konnte die Union Investment Gruppe auch im Mai unter dem Strich neue Mittel einwerben, und zwar 1,6 Milliarden Euro. Allianz Global Investors (AGI) kamen auf Nettomittelzuflüsse in Höhe von knapp 356 Millionen Euro.

ETFs verwalten 13 Prozent des Publikumsfondsvermögens

Und noch eine Zahl geht aus der jüngsten BVI-Statistik hervor: 13,1 Prozent beträgt der Anteil der in ETFs angelegten Gelder am gesamten von Publikumsfonds verwalteten Vermögen. Konkret wurden in ETFs Ende Mai 137 Milliarden Euro verwaltet, was mehr als eine Verdopplung gegenüber den 68 Milliarden Euro von Ende 2010 bedeutet. Der Anteil der ETF-Assets am Gesamtvolumen lag damals bei 9,6 Prozent. Ende Mai dieses Jahres waren 115 Milliarden Euro in Aktien-ETFs investiert, Renten-ETFs kamen auf 18 Milliarden Euro.

Geldvermögen der Deutschen kaum gewachsen, mehr Geld am Kapitalmarkt investiert

Trotz einer hohen Sparleistung ist das Geldvermögen der Deutschen im ersten Quartal dieses Jahres nur geringfügig gestiegen. Laut Deutscher Bundesbank steckten die privaten Haushalte in Deutschland in den ersten drei Monaten dieses Jahres 69 Milliarden Euro in ihr Vermögen, das Brutto-Geldvermögen wuchs allerdings um lediglich 14 Milliarden Euro auf 5.875 Milliarden Euro. Zurückzuführen war dies auf Bewertungsverluste. So sank der Wert der insgesamt gehaltenen Aktien wegen fallender Kurse um 16 Milliarden Euro, wie die Bundesbank mitteilte. Die Fondsanteile notierten gut 4 Milliarden niedriger als im Schlussquartal des Vorjahres. In den ersten drei Monaten 2018 investierten die Haushalte in Deutschland 10 Milliarden Euro neu in Investmentfonds und 4 Milliarden Euro in inländische Aktien. Dies stellte laut Bundesbank vergleichsweise hohe Beträge für den Kapitalmarkt dar.
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