Japans Aktienmarkt ist optimistisch - trotz Trump

Naoki Kamiyama, Nikko Asset Management
Naoki Kamiyama / Bild: Nikko Asset Management
Trotz des Gipfeltreffens zwischen Nordkorea und den USA lasten geopolitische Unruhen und die Androhung von US-Strafzöllen auch auf den japanischen Aktienmärkten. Dennoch bleiben wir in unserer Prognose für das laufende Jahr optimistisch.

Japans Wachstum dürfte mittelfristig anhalten

Nach acht aufeinander folgenden Quartalen des Wachstums schrumpfte Japans BIP im ersten Quartal 2018 im Jahresvergleich um 0,6 Prozent. Wir bewerten diese Entwicklung jedoch eher als Kurzzeitphänomen als einen rückläufigen Trend.
Denn in den USA hat es seit 2014 eine beständige Erholung des Arbeitsmarktes gegeben und die Löhne haben seit 2015 zugenommen. Auch im Einzelhandel und bei den Importen nimmt die Dynamik zu. Japans exportabhängiges Wachstum dürfte daher mittelfristig anhalten, auch wenn das Wachstumstempo insgesamt nachlässt.
 
Donald Trumps jüngste Drohungen, die Zölle auf Autoimporte in die USA zu erhöhen, haben die Stimmung getrübt. Wir beobachten die Situation sehr genau, aber unsere Prognose für die Gewinnschätzung bleibt unverändert. Wir erwarten auch keine wesentlichen Auswirkungen auf das BIP-Wachstum in den nächsten Jahren.

Verluste aufgrund von Zöllen sollten ausgeglichen werden

Allgemeinen Unkenrufen aufgrund der Unsicherheit über volatile Wechselkurse zum Trotz sind wir für das Geschäftsjahr 2018 optimistisch: Seit der zweiten Hälfte des Geschäftsjahres 2017 haben wir eine abnehmende Korrelation zwischen den Gewinnen japanischer Unternehmen und der Yen-Schwäche beobachtet, da die robuste Nachfrage das Wachstum der Exportvolumina unterstützt hat.
 
Wir gehen davon aus, dass die Prognosen für das Gewinnwachstum in der zweiten Hälfte des Geschäftsjahres 2018 nach oben revidiert werden und das Ertragswachstum für das laufende Geschäftsjahr letztlich einen hohen einstelligen Wert erreichen wird. 
Wenn die Strafzölle eingeführt werden, könnte dies langfristig negative Auswirkungen für die japanischen Autohersteller haben. Allerdings sollte die wachsende Nachfrage dazu beitragen, etwaige Verluste auszugleichen.
 
Naoki Kamiyama ist Chefstratege des japanischen Vermögensverwalters Nikko Asset Management.

Im Artikel erwähnte Wertpapiere

DB Nikkei 225 22.320,00 0,55 %
close

Populäre Aktien