Thomas Metzger / Bild: Bankhaus Bauer
Ein Schritt vor, einer zurück - und umgekehrt: die Märkte dürften zunächst insgesamt weiter seitwärts tendieren und zwischen der an sich guten makroökonomischen Lage und den mittlerweile zum Teil altbekannten Störfaktoren eingekeilt bleiben. Insbesondere da mit dem Gipfeltreffen zwischen US-Präsident Donald Trump und Nordkoreas Staatschef Kim Jong UN sowie den Sitzungen der Fed und EZB in den nächsten Tagen der Terminkalender gut gefüllt ist, halten sich viele Marktteilnehmer im Vorfeld dieser wichtigen Termine wohl erst einmal weiter zurück, um nicht auf dem falschen Fuß erwischt zu werden. Neben den üblichen Verdächtigen wie dem Handelskonflikt zwischen Amerika und Europa bzw. China, der Angst vor steigenden Zinsen insbesondere in den USA sowie der sich zuletzt abschwächenden wirtschaftlichen Dynamik in Europa, macht insbesondere die politische Situation in Italien vielen Anlegern zunehmend Sorgen. Hier steht die neue Regierung zwar endlich, aber mit ihren geplanten Ausgaben und der damit einhergehenden steigenden Verschuldung befindet sich diese auf Konfrontationskurs mit der EU.

Verkaufsdruck hält sich in Grenzen

Da momentan noch keine gravierenden direkten Auswirkungen dieser doch recht gefährlichen Mixtur aus geoplitischen Risiken auf das ordentliche weltweite Wirtschaftswachstum sowie die Steigerung der Unternehmensgewinne auszumachen ist, hält sich allerdings der Verkaufsdruck in Grenzen. Gleiches gilt jedoch auch für den Risikoappetit vieler Marktteilnehmer. Daran wird sich meines Erachtens auch wenig ändern, bleibt doch der Unterbau der aktuell zwar nicht extrem teuren aber auch nicht mehr billigen Kursniveaus zu fragil, als dass er eine Eskalation z.B. beim Thema Handelsstreit aushalten würde. Hier hat sich nach dem nachträglichen Ausstieg von US-Präsident Trump aus der Abschlusserklärung des G7-Treffens am Wochenende die Rhetorik der Konfliktparteien nochmals verschärft, weshalb davon auszugehen ist, dass eine schnelle Einigung im Handelskonflikt derzeit ausgeschlossen scheint. Zeigen sich allerdings keine Entspannungstendenzen bei zumindest einem der großen Bremsklötze, die den Markt derzeit ausbremsen, wird dem DAX wohl zumindest kurzfristig die Kraft fehlen, um die alten Jahreshochs ins Visier zu nehmen.
 
Thomas Metzger (39) ist seit 10 Jahren  Leiter Vermögensverwaltung beim Stuttgarter Bankhaus Bauer. Bereits zuvor war er im Portfolio Management, Wertpapierhandel und Aktien-Research sowie für mehrere Banken in den USA tätig. Zusätzlich doziert er an mehreren Hochschulen zu den Themengebieten Portfolio Management und derivative Finanzinstrumente. Bei einem breiten Publikum hat sich Metzger durch seine zahlreichen TV-Interviews, Fachbeiträge etc. einen Namen als Investmentspezialist gemacht.
           

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