Globale Fusionen und Übernahmen mit stärkstem Jahresauftakt seit mehr als 25 Jahren

Dr. Bernd Meyer, Berenberg
Dr. Bernd Meyer / Bild: Berenberg
Aktien profitierten zuletzt von einer Stabilisierung der Konjunkturdaten, starken US-Gewinnen und reger M&A-Aktivität. Die globalen M&A-Volumina hatten den stärksten Jahresstart seit 30 Jahren, begünstigt durch hohe Kassenbestände dank der US-Steuerreform, attraktiven Bewertungen nach der Korrektur sowie noch immer sehr niedrigen Zinsen. Insbesondere Eurozonen-Aktien legten kräftig zu, dank einem schwächeren Euro und einem Überschreiten der 200-Tages-Linie wichtiger Aktienbarometer, wie z.B. dem EuroStoxx 50, was zu technischen Anschlusskäufen geführt hat. Das verbesserte technische Bild, bald wieder zunehmende Aktienrückkaufprogramme, starke M&A-Aktivitäten sowie die nach wie vor geringe Aktienpositionierung von spekulativen Anlegern sollten Aktien über die nächsten Wochen unterstützen. Wir bleiben optimistisch für Aktien – die niedrigere Volatilität und das ins Positive drehende Aktienmomentum sollten zudem wieder zu einer stärkeren Aktiennachfrage von systematischen und quantitativen Anlagestrategien führen.
 

Kurzfristiger Ausblick

Die erfolgreiche S&P 500-Berichtssaison nähert sich ihrem Ende – von 409 Unternehmen haben ca. 80 Prozent die hohen Gewinnerwartungen bis dato übertroffen. Die Entscheidung der USA zum Atomabkommen mit dem Iran könnte zu einer Verknappung von Öl führen und das Anlegersentiment belasten. Zudem gehen die Verhandlungen zwischen China und den USA zu Handelsangelegenheiten weiter. Die Veröffentlichung deutscher Export- sowie europäischer Industrieproduktionsdaten könnte die Märkte ebenso bewegen, da diese „harten Daten“ zeigen werden, ob die Stimmungseintrübung sich auch in der Realwirtschaft niedergeschlagen hat.
  • Die weltweiten M&A-Aktivitäten haben den stärksten Jahresauftakt seit 1990 erlebt. Das Volumen der globalen M&ATransaktionen belief sich bisher auf 1,5 Billionen Dollar und übertraf damit den Höchststand vor der globalen Finanzkrise von 1,4 Billionen Dollar im Jahr 2007.
  • Die USA erreichten ein Rekordniveauund waren der größte Treiber des starken Anstiegs. Auch in Europa ist eine deutliche Belebung zu verzeichnen, und  die Volumina in der Region liegen auf dem höchsten Niveau seit 2007.

Globales M&A-Volumen in den ersten vier Monaten eine Kalenderjahres (in Billionen USD); Quelle: Thomson Reuters, Zeitraum: 01.01.1990 – 30.04.2018

  • Alle Aktienregionen bis auf Osteuropa (Russland belastete) legten in den letzten vier Wochen zu, dank robusten Konjunkturdaten und einem Abflauen der Handelssorgen. Speziell US-Aktien entwickelten sich in Euro gerechnet positiv, nach starken Unternehmensberichten.
  • Eurozonen-Aktien setzten ihre Erholungsrallye fort und gehören nun zu den größten Gewinnern seit Jahresanfang. Ein fallender Euro half dabei.

Gesamtrendite (inklusive reinvestierter Dividenden) für ausgewählte Aktienindizes, in Euro und in Prozent, sortiert nach 4-Wochen-Performance. Quelle: Bloomberg, Zeitraum: 03.05.2013 - 04.05.2018

 
Dr. Bernd Meyer ist Chefanlagestratege bei Berenberg.
                  

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