Dividendenjagd erfordert Hausaufgaben

Werner W. Rehmet, My Dividends
Werner W. Rehmet / My Dividends
In schwierigen Börsenzeiten zeigt sich, wer mit seinem Geschäftsmodell gut positioniert ist. Investoren, die auf Dividenden setzen, müssen ihre Hausaufgaben machen, denn Wachstum gibt es auch in Zeiten von Corona.

Auf das Geschäftsmodell achten

In Zeiten von Corona ist es für Investoren, die auf regelmäßige Einkünfte in Form von Dividenden setzen, nicht einfach, entsprechende Aktien zu finden. Industriezweige, die vom Tourismus abhängen, kämpfen um das nackte Überleben, die Bankbranche wurde gezwungen, vorerst auf Ausschüttungen zu verzichten. Hinzu kommt ein rasanter Umbruch in wichtigen Branchen wie der Automobilindustrie oder auch bei Energiewerten. Auf der anderen Seite gibt es Profiteure. Die Technologiebranche profitiert vom beschleunigten Trend zur Digitalisierung. Produkte aus der Konsumgüter- oder der Lebensmittelbranche werden unverändert nachgefragt und der Immobilienmarkt oder auch die Gesundheitsbranche gelten, zumindest aktuell, als interessante Branchen. Ein solides Geschäftsmodell, das sich an den Bedürfnissen der Menschen orientiert, war schon immer ein wichtiger Faktor an der Börse. Dies gilt heutzutage noch viel stärker.

Wachstumsmarkt Medizintechnik

Siemens Healthineers verfügt in den Bereichen Bildgebung für Diagnostik und Therapie sowie Labordiagnostik und molekulare Medizin über ein robustes Geschäftsmodell im Wachstumsmarkt Medizintechnik. Mit Computertomographen und Blutgassystemen zur Überwachung der Lungenfunktion ist der MDAX-Konzern auch in der Corona-Zeit gut positioniert. Es werden rund 52.000 Mitarbeiter beschäftigt. Die Firma mit Sitz in Erlangen ist seit dem 16. März 2018 an der Börse notiert. Der Ausgabekurs betrug 28 Euro. Die Aktie stand zuletzt aufgrund der milliardenschweren Übernahme von Varian und der damit verbundenen Kapitalerhöhung etwas unter Druck.
 
Der Umsatz sank im dritten Quartal aufgrund von COVID-19 im Vergleich zum Vorjahr um 6,9 Prozent auf vergleichbarer Basis und auch das bereinigte unverwässerte Ergebnis je Aktie fiel um 21 Prozent auf 0,30 Euro. Doch für das vierte Quartal wird eine deutliche Verbesserung erwartet. Das Umsatzwachstum für das Gesamtjahr soll sich auf vergleichbarer Basis in etwa flach entwickeln (2019 14,52 Mrd. Euro). Es wird ein bereinigtes unverwässertes Ergebnis je Aktie zwischen 1,54 Euro und 1,62 Euro (Vorjahr: 1,57 Euro) prognostiziert. 2019 erfolgte eine Steigerung der Ausschüttung um 14 Prozent auf 0,80 Euro im Vergleich zur ersten Dividendenzahlung im Vorjahr (0,70 Euro).

Betongold im Trend

Die Aktie von Vonovia wurde am 21. September in den Euro Stoxx 50-Index aufgenommen. Dazu passt es, dass der Wert nahe am Allzeithoch notiert. Vonovia profitiert vom Immobilienboom. Im Zuge der Corona-Krise zeigt sich das Geschäftsmodell krisenfest. Der Konzern ging 2013 unter dem Namen Deutschen Annington an die Börse. Der Emissionspreis betrug 16,50 Euro. Seit September 2015 notiert die Aktie im DAX.
 
In diesem Jahr erfolgte die sechste Dividendenanhebung (auf 1,57 Euro) seit der ersten Zahlung einer Ausschüttung im Jahr 2013 (0,67 Euro). Zum 30. Juni 2020 bewirtschaftete Vonovia rund 415.000 eigene Mietwohnungen (Vorjahr: 397.000 Wohnungen). Im ersten Halbjahr 2020 steigerte Vonovia den Group FFO (Operativer Ertrag) um 11 Prozent auf 676,3 Mio. Euro, wobei sich vor allem der Ankauf von Hembla sowie organisches Wachstum durch Neubau und Modernisierung positiv auswirkten. Vonovia erwartet, dass sich der positive wirtschaftliche Jahresauftakt fortsetzt.

SAP profitiert von der Digitalisierung

Die Digitalisierung schreitet rasant voran. Dies war schon vor Corona der Fall und hat sich nun verstärkt. Ein Profiteur hiervon ist auch das aktuell wertvollste deutsche Unternehmen SAP. Europas größter Softwarekonzern schüttet seit dem Gang an die Börse im Jahr 1988 eine Dividende aus. Von 2010 (0,60 Euro) bis 2019 (1,58 Euro) legte die Dividende um über 160 Prozent zu. Anfang Juli legte der DAX-Konzern starke Zahlen vor. Der Umsatz kletterte um 2 Prozent auf 6,74 Mrd. Euro. Im Vorfeld erwartete die Mehrheit der Analysten einen Rückgang der Erlöse. Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern konnte SAP um 8 Prozent auf 1,96 Mrd. Euro verbessern. Die operative Marge stieg um 1,8 Prozentpunkte auf 29,1 Prozent. SAP ist gut aufgestellt, um vom Wachstumstrend Digitalisierung auch weiterhin zu profitieren.
Werner W. Rehmet ist der Gründer und Herausgeber von MyDividends. Nach seinem wirtschaftswissenschaftlichen Studium durchlief er mehrere Stationen bei renommierten Bankhäusern. In langjährigen Aufenthalten an der Wall Street und an wichtigen Finanzzentren wie Zürich setzte er sich intensiv mit verschiedenen Börsenthemen auseinander. Hier folgten auch erste Medienauftritte und Publikationen zu zahlreichen Börsenthemen. Seine umfangreichen Kenntnisse im Börsengeschäft führten schließlich zur Gründung der Börsenplattform MyDividends.de, die sich ausschließlich dem Thema Dividenden widmet, unter dem Motto „der Ertrag zählt“.
Hinweis: Werner W. Rehmet kann Aktien der jeweils angesprochenen Unternehmen halten und somit kann ein möglicher Interessenskonflikt bestehen.

Im Artikel erwähnte Wertpapiere

SAP 105,06 0,17%
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DB MDAX 31.640,00 -0,34%
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DB DAX 13.874,00 -0,23%
Vonovia 54,84 -1,22%
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Siemens Healthineers AG 44,84 0,34%
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