Volatilität – auch für Privatanleger ein wichtiger Einflussfaktor

Thomas Metzger, Bankhaus Bauer
Thomas Metzger / Bild: Bankhaus Bauer
Die Schwankungsbreite eines Anlageinstrumentes ist nicht nur für die Profis in den Handelsräumen, sondern durchaus auch für Privatanleger von Bedeutung. Nicht zu Unrecht wird die Volatilität oft als „Angstbarometer der Börse“ bezeichnet. Wenn die Kurse einbrechen und Panik aufkommt, ist fast immer ein Anstieg der sogenannten „Vola“ zu verzeichnen. Grund genug also, sich etwas mehr mit dem Thema auseinanderzusetzen.

Was ist Volatilität?

Volatiliät ist ein Maß für die Schwankungsintensität beispielsweise einer Aktie oder eines Aktienindexes. Sie wird meist in Prozent angegeben. Unterschieden wird die historische Volatilität, welche sich aus den Vergangenheitsdaten eines Wertes ermitteln lässt, und die implizite Volatilität, welche die von den Marktteilnehmern für die Zukunft erwartete, in Optionen - eine spezielle Form von Termingeschäften - eingepreiste „Vola“ beschreibt. Wichtig zu wissen ist dabei, dass die Vola keinen Aufschluss über die Richtung von Kursausschlägen gibt. Allerdings zeigt ein Blick in die Vergangenheit, dass die historischen Höchststände im Volatilitätsniveau in schwierigen Marktphasen erreicht wurden. Waren also heftige Kursrückgänge an den Aktienmärkten zu beobachten, war dies fast immer einhergehend mit einem Anstieg der Volatilität. Oder anders ausgedrückt: Wenn an der Börse Panik herrscht, kann die Volatilität sprunghaft ansteigen.

Vola-Niveaus…

Derzeit herrscht Flaute, was große Kurssprünge angeht. Das verdeutlicht ein Blick auf den VDAX-New: Der Index, der die implizite Schwankungsbreite des DAX misst, notiert derzeit bei ca. 13 und ist damit beispielsweise von Ständen bei über 80, wie sie im Oktober 2008, als die Finanzkrise für eine extreme Nervosität am Markt sorgte, weit entfernt.

…können auch für Privatanleger eine Rolle spielen

Auch Privatanleger sollten das Thema Vola bei ihren Anlageentscheidungen nicht vernachlässigen. Es werden gerade für Privatkunden viele Produkte angeboten, bei denen es sinnvoll ist, den Einflussfaktor Volatilität zu kennen und zu verstehen. Dies gilt gerade für die durchaus beliebten Zertifikate. Solche Instrumente werden oft im Hintergrund mit Optionen gebaut, für deren Preisbildung die Vola ein entscheidender Faktor ist. So sind momentan etwa Discount- oder Bonus-Zertifikate durch das niedrige Volatilitäts-Niveau eher teuer. Erhöht sich nun die Vola des Basiswertes während der Laufzeit des Zertfikates, kann dies mit spürbaren Kursrückgängen verbunden sein. Attraktiv für Käufe sind solche Zertifikate gerade dann, wenn am Markt Panik herrscht, die Volatilität sprunghaft ansteigt und auf hohen Niveaus notiert.
Thomas Metzger (39) ist seit 10 Jahren  Leiter Vermögensverwaltung beim Stuttgarter Bankhaus Bauer. Bereits zuvor war er im Portfolio Management, Wertpapierhandel und Aktien-Research sowie für mehrere Banken in den USA tätig. Zusätzlich doziert er an mehreren Hochschulen zu den Themengebieten Portfolio Management und derivative Finanzinstrumente. Bei einem breiten Publikum hat sich Metzger durch seine zahlreichen TV-Interviews, Fachbeiträge etc. einen Namen als Investmentspezialist gemacht.

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