5 schlagende Argumente gegen die US-Steuerreform

Dr. Martin Moryson, Sal. Oppenheim
Dr. Martin Moryson / Bild: Sal. Oppenheim
In dieser Woche soll der US-Senat über die versprochene große Steuerreform von US-Präsident Donald Trump abstimmen. Dabei brechen die Republikaner einiges übers Knie, aber:
  • Die Steuerreform ist noch längst kein done deal. Da die Entwürfe in vielen Punkten weit auseinanderliegen, stehen noch weit reichende Änderungen an.
  • Erst wenn sich beide Kammern des Kongresses geeinigt haben, geht das Gesetz ins Weiße Haus. Mit den unterschiedlichen Partikularinteressen ist das alles andere als selbstverständlich.
  • Die Republikaner wollen unbedingt einen ersten gesetzgeberischen Erfolg und sind offensichtlich entschlossen, lieber eine übers Knie gebrochene schlechte Steuerreform zu verabschieden als gar keine.

Fazit - oder 5 Argumente gegen die Steuerpläne

Die Steuerreform – so wie jetzt vorliegt – wäre …
  1. konjunkturpolitisch falsch, weil sie in einer Boomphase fiskalisch die Zügel lockert,
  2. verteilungspolitisch fragwürdig, weil sie von unten nach oben umverteilt,
  3. haushaltspolitisch verantwortungslos, weil sie die Staatsschulden noch weiter erhöht – trotz guter Konjunktur,
  4. gesundheitspolitisch ein Rückschritt, weil sie perspektivisch die Anzahl der Versicherten senkt, 
  5. wachstumspolitisch falsch, weil sie im Wesentlichen auf der Nachfrageseite ansetzt. Um beispielsweise die Infrastruktur auf Vordermann zu bringen, bräuchte man eher mehr staatliche Investitionen.
Dr. Martin Moryson ist seit November 2012 Chefvolkswirt bei der Privatbank Sal. Oppenheim jr. & Cie. und verantwortet die volkswirtschaftliche Analyse und Prognose des Bankhauses.  Von 2001 bis 2003 war Moryson bei Feri Institutional Management (heute Feri Institutional Advisors), danach leitete er den Corporate Advisory Bereich der HSH Nordbank AG.
Moryson studierte Volkswirtschaftslehre an der Universität Kiel und war danach in Forschung und Lehre an der Humboldt-Universität in Berlin tätig. Nach seiner Promotion arbeitete er mehrere Jahre beim Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, insbesondere im Bereich empirische Untersuchungen und ökonometrische Analysen.