Asiatische Small Caps bergen Potenzial

Grace Yan, Nikko Asset Management
Grace Yan/ Bild: Nikko Asset Management
Asien ist für Anleger nach wie vor attraktiv und vielfältig. Wer dort nach erweitertem Potenzial und zusätzlicher Risikostreuung sucht, sollte über Small Caps nachdenken.
  • Vor allem nach Phasen des Ausverkaufs an den Börsen haben die asiatischen Small Caps (gemessen am MSCI Asia ex Japan Small Cap Index) den breiten Markt (MSCI Asia ex Japan Index) outperformt. Zum Beispiel in den Jahren 2001 und 2009.
  • Wichtiger noch: Das asiatische Small-Cap-Universum bietet aktiven Anlegern viele Möglichkeiten, an wachsenden Unternehmen frühzeitig zu partizipieren: So gibt es neben zahlreichen Titeln, die keinem Index angehören, mehr als 1.400 Aktien im MSCI Asia ex-Japan Small-Cap Index, im Vergleich zu rund 1.200 Large- und Mid-Caps (Stand: 30. Juni 2020) im MSCI Asia ex Japan Index.
  • Entscheidend beim Investieren in Small Caps ist es, heute schon die Gewinner von morgen zu finden. Beim Kauf eines ETFs mit einem Bestand von über 1.000 Small-Cap-Aktien landen jedoch möglicherweise viele unrentable Firmen im Portfolio. Unserer Ansicht nach ist die aktive Titelauswahl einem passiven Ansatz überlegen, vorausgesetzt der Fondsmanager verfügt über Erfahrung und Kenntnisse vor Ort sowie über umfassendes Research in diesem relativ wenig erforschten Segment.
  • Auf dem asiatischen Small-Cap-Markt sehen wir Ineffizienzen: Die Aktienkurse spiegeln den wahren Wert ihrer Unternehmen nicht genau wider. Das eröffnet aktiven Fondsmanagern viel Spielraum, um Überrenditen zu erzielen. Vielversprechende Titel, z.B. solche mit soliden Bilanzen, nachhaltigen Gewinnen und positiven fundamentalen Veränderungen lassen sich identifizieren mithilfe von: gründlichen Analysen der Jahresabschlüsse, Erkenntnissen von Branchenkonferenzen, Gesprächen mit dem Management und Firmenbesuchen.
  • Lokale Sprachkenntnisse verschaffen Fondsmanagern und Analysten einen Vorteil bei asiatischen Small Caps, wo die Managementteams häufig in der Muttersprache des jeweiligen Landes kommunizieren. Beispielsweise sprechen viele der Spitzenmanager kleiner Unternehmen in China kein Englisch; dort läuft die Kommunikation auf Mandarin. Darüber hinaus festigt die Kommunikation in der jeweiligen Landessprache die Beziehung zu den Managementteams der Firmen und ermöglicht es, die Nuancen der einzelnen Märkte zu verstehen.
Grace Yan ist Senior Portfolio Manager bei Nikko Asset Management