Aus Yahoo wird Altaba

Ulrich Kirstein, Börse München
Bild: Logos von Yahoo und Altaba
Mit Yahoo ist wieder ein großer, wenn auch relativ junger, Name von der Börse verschwunden, allerdings wohl noch nicht aus dem Netz. Im Oktober 2015 hatte es Google getroffen, das nun auf dem Parkett als Alphabet geführt wird. Der Markt will es so, dass immer wieder bekannte Namen von den Kurszetteln gewischt werden, weil die Gesellschaften aufgeben, übernommen werden oder sich teilen. Ganz verschwunden sind beispielsweise die ehemaligen DAX-Schwergewichte Deutsche Babcock, Nixdorf, Hoechst, Mannesmann, Dresdner Bank oder Schering. Aber auch die noch bestehenden Konzerne erleben oftmals eine wechselvolle (Namens-)Geschichte: Vonovia (vormals Deutsche Annington ) im DAX , Evonik Industries (war einmal Degussa), innogy (aus der RWE hervorgegangen), KION (vormals Teilbereich von Linde), Lanxess (vormals Bereich der Bayer AG), Uniper (Abspaltung von E.ON) alle MDAX, um nur einige herauszugreifen.

Eine wechselvolle Geschichte

Doch zurück zu Yahoo. Gegründet wurde Yahoo 1994 von den beiden Stanford-Doktoranden David Filo und Jerry Yang und geht bereits 1996 mit nicht einmal 50 Angestellten an die Börse. Der Sitz des US-Unternehmens ist in Sunnyvale, Kalifornien. Nach vielen Auf und Abs, Problemen mit der Datensicherheit der Mail-Konten, mehreren Wechseln an der Spitze und Übernahmeversuchen – zum Beispiel durch Microsoft – meldete das Unternehmen im Juli 2016 die geplante Übernahme durch den US Kommunikationsdienstleister Verizon. Schon davor hatte Yahoo auf Druck seiner Großaktionäre beschlossen, sich aufzuspalten, wobei ein Teil eine veritable Beteiligung an der chinesischen Onlineplattform Alibaba beinhaltet, der andere und zum Verkauf stehende Teil das operative Geschäft.

Aktie oder Fonds

Verizon kaufte nun das Geschäft von Yahoo und vereint es mit der eigenen Internet-Tochter AOL, die Marken Yahoo und AOL solle durch Oath ersetzt werden. Das Unternehmen, das nun die Beteiligungen an Alibaba  und Yahoo Japan beinhaltet, wurde in Altaba umbenannt. CEO ist Thomas J. McInerney.
 
Das gab etwas Konfusion an den Börsen und Handelsplätzen, allerdings nur was die – für den Handel irrelevante – Einordnung betraf. Altaba bezeichnet sich als Investment Company und wird  jetzt auf einigen Plattformen als „Fonds“ geführt, bei anderen – den Börsenplätzen – als Aktie. Der Fonds enthält wie bereits erwähnt die zwei Aktienpositionen, nämlich Alibaba (ca. 15 Prozent) und Yahoo Japan (etwa 36 Prozent), es gehören aber neben Cash und Cash-Äquivalenten noch weitere Minderheitsbeteiligungen und Patente dazu - also doch eher ein Unternehmen als ein reiner Fonds.

Gullivers Reisen und Yahoo

Vielleicht noch ein kurzer Rekurs auf die Namensgebung. Was heißt denn nun Yahoo und was bedeutet Altaba? Yahoo soll hoch offiziell ein Akronym aus "Yet Another Hierarchical Officious Oracle" sein. Den Gründern gefiel aber die Bedeutung von Yahoo aus dem The Oxford Dicitionary of Phrase and Fable (2. Ausgabe) wesentlich besser: “a rude, noisy, or violent person, from the name of an imaginary race of brutish creatures in Swift’s Gulliver’s Travels“. Altaba soll hingegen ein Zusammenschluss aus Alibaba – der Hauptbeteiligung – und Alternative sein. Da klang Yahoo tatsächlich spannender...

Im Artikel erwähnte Wertpapiere

LANXESS I N.A. N.A.
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