Migration - Ja, bitte!

Felix Homburg, Börse München
Bild: Movinga
Obwohl Deutschland eine lange Geschichte der Migration hat und im Zuge des Gastarbeiterprogramms schon ab den 1960er Jahren eine Vielzahl ausländischer Arbeitskräfte ins Land kamen, hat man sich lange gegen den Begriff „Einwanderungsland“ gesträubt. Die Fakten sprechen allerdings eine deutliche Sprache: Jeder fünfte Deutsche hat einen Migrationshintergrund und 9,6 Prozent aller Menschen, die in Deutschland leben, wurde im Ausland geboren.
 
Movinga, eine Online-Plattform für Umzüge, hat eine Studie über das Verhältnis von Migration, Wachstum, Risikokapital und Arbeitslosigkeit aller deutschen Bundesländer herausgegeben. Das Unternehmen ist sich sicher, dass „kulturelle Vielseitigkeit ein Schlüsselfaktor für Erfolg ist“. Doch was bedeutet Migration für die Wirtschaftsleistung?
 
Erstens zeigt sich, dass Firmen in Bundesländern mit einem hohen Anteil an Migranten auch eine größere Menge Risikokapital erhalten. Zweitens sind Migranten in deutschen Schlüsselindustrien, wie dem Maschinenbau, überrepräsentiert. Beide Aspekte legen nahe, dass Migration sich durchaus positiv auf die Wirtschaftsleistung auswirkt.

Und wie verhält es sich mit der Arbeitslosigkeit?

Nun zur Gretchenfrage in der Migrationsdebatte: Wie wirkt sich Migration auf den Arbeitsmarkt aus? Fremdenfeindliche Politiker versuchen gerne dadurch von ihrer Sache zu überzeugen, dass Einwanderer Jobs „klauen“ würden. Diese These kann man allerdings getrost als „alternativen Fakt“ abhaken. Die Bundesländer mit der höchsten Arbeitslosigkeit haben den niedrigsten Anteil an Ausländern. Beispiel Bayern: Hier beträgt der Ausländeranteil insgesamt 9,04 Prozent, die Arbeitslosenquote beläuft sich hingegen auf 3,5 Prozent und bei der Anzahl an Patentanmeldungen liegt Bayern hinter Baden-Württemberg auf Rang 2! Möglicherweise hat Migration also sogar einen positiven Effekt auf das Anstellungsverhältnis, ein negativer Zusammenhang kann jedenfalls nicht festgestellt werden. Ausnahmen bilden hier nur die Stadtstaaten Berlin und Bremen, die einen hohen Ausländeranteil und eine hohe Arbeitslosigkeit aufweisen. Wahrscheinlich ist wohl auch, dass Migranten vor allem in Bundesländer wollen, in denen auch ein adäquates Jobangebot herrscht.

Mehr Einwanderer - weniger Arbeitslosigkeit

„Die Arbeitslosenquote ist im bundesweiten Durchschnitt gefallen – in einer Zeit in der die Anzahl der Einwanderer zugenommen hat. Dieser Zusammenhang macht deutlich, dass Einwanderung eine Chance ist und keine Last", sagt Movingas Geschäftsführer Finn Age Hänsel.
Es zeigt sich also, dass gerade wirtschaftsstarke Regionen wie München von Migration profitieren können, vor allem durch dringend benötigte Fachkräfte in wichtigen Sektoren wie der Automobil- und Informationstechnologie.