Euphorie an den Börsen hält dank weiterer Konjunkturstützen an

Martin Huber, Deutsche Bank
Martin Huber / Bild: Deutsche Bank
Die Bundesregierung einigte sich diese Woche auf ein Konjunkturprogramm in Höhe von 130 Milliarden Euro. Mit dieser erneuten fiskalpolitischen Maßnahme versucht die Regierung weitere konjunkturelle Impulse zu geben. Die geplanten 57 Maßnahmen umfassen dabei unter anderem eine befristete Mehrwertsteuersenkung, Zuschüsse an Familien mit Kindern, Investitionen in den Klimaschutz und die Digitalisierung sowie Kaufprämien für Elektroautos. Die vielen Einzelmaßnahmen bilden dabei in der Summe ein umfangreiches Programm, dass zum einen kurzfristig den Konsum stimulieren (Mehrwertsteuersenkung, Kinderprämie) und zum anderen durch Investitionen in Klima und Digitalisierung mittelfristig die Infrastruktur in Deutschland verbessern soll. Derweil entspannte sich die Lage auf dem US-Arbeitsmarkt im Mai überraschend. So sank die Zahl der Arbeitslosen nach Daten am Freitag um knapp 2,1 Millionen und die Arbeitslosenquote ging von 14,7 auf 13,3 Prozent zurück.

Aktien: Optimismus herrscht vor

An den globalen Aktienmärkten zeigten sich die Anleger in dieser Woche erneut insgesamt optimistisch. In diesem Umfeld konnte der DAX Mitte der Woche sogar die Marke von 12.000 Punkten überschreiten. Zwar zeigten sich insbesondere Autowerte im Nachgang der Vorstellung des deutschen Konjunkturprogramms enttäuscht, da es keine Kaufanreize für Verbrennungsmotoren gab. Dennoch konnte der Aktienindex insgesamt weiter steigen und Kurs auf die 13.000 Punktemarke nehmen. Im vergangenen Mai legte der DAX bereits um sieben Prozent zu und konnte die Börsenweisheit, „Sell in May and go away“ eindrucksvoll widerlegen. Aber auch der EURO STOXX 50 lag mit fünf Prozent deutlich im Plus. Trotz der anhaltenden Unruhen in vielen US-Städten konnte der NASDAQ 100 in der Woche sogar auf ein Allzeithoch klettern und wurde durch die guten Daten vom Arbeitsmarkt am Freitag weiter gestützt. Auch der S&P 500 legte im Wochenverlauf weiter zu, und verzeichnete in den vergangenen 50 Tagen einen Zuwachs von über 50 Prozent.

Die Märkte im Überblick

Renten: 600 Mrd. Euro für PEPP

Auf ihrer dieswöchigen Sitzung beschloss die EZB, die Mittel für das laufendes Pandemic Emergency Purchase Programme (PEPP) um 600 Milliarden Euro aufzustocken. Damit steigt das Volumen des Programms auf insgesamt 1,35 Billionen Euro. Zudem wurde die Laufzeit auf Juni 2021 verlängert, außerdem sollen die einge-setzten Mittel bis Ende 2022 reinvestiert werden. Die laufenden Renditen von zehnjährigen italienischen und spanischen Staatsanleihen reagierten und gaben um rund 20 beziehungsweise 10 Basispunkte nach. Die Rendite deutscher Papiere legte um 5 Basispunkte zu.

Rohstoffe: Silber profitiert

Zwar zeigte sich die Silbernotierung in dieser Woche etwas schwächer, dennoch konnte der Kurs des Edelmetalls im Mai um rund 20 Prozent zulegen. Als kleiner Bruder des Goldes profitierten auch Silber von seiner Rolle als sicherer Hafen. Mehr als die Hälfte der weltweiten Silbernachfrage kommt aus der Industrie. Die weltweit gestiegenen Konjunkturerwartungen stützen daher den Silberpreis. Ebenfalls positiv für die Kursentwicklung ist der derzeit schwächere US-Dollar, in dem Silber weltweit gehandelt wird.

Der Silberpreis im Zeitverlauf

Martin Huber ist Sprecher der Regionalen Geschäftsleitung Süd der Deutschen Bank.

Im Artikel erwähnte Wertpapiere

DB DAX 12.794,50 2,93%
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Populäre Aktien

DB S&P 500 3.200,25 2,76%
DB Gold 1.681,43 -2,19%
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DB Silber 17,30 -2,64%
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