Donald Trump erhält Rückenwind aus Politik und Wirtschaft

Martin Huber, Deutsche Bank
Martin Huber / Bild: Deutsche Bank
Für US-Präsident Donald Trump besteht aktuell vielerlei Anlass zur Freude: Wie erwartet scheiterte das Amtsenthebungsverfahren im US-Senat. Zudem haben die Ergebnisse der Vorwahlen für den Präsidentschaftskandidaten der Demokraten in Iowa nicht nur die Unentschlossenheit in den demokratischen Reihen aufgezeigt, die Partei erntete zudem viel Spott auf Grund einer technischen Panne. Gleichzeitig konnte die größte Volkswirtschaft der Welt sowohl mit Beschäftigungsdaten als auch konjunkturellen Stimmungsindikatoren positiv überraschen und hat erstmals in sechs Jahren einen Rückgang in ihrer negativen Handelsbilanz verzeichnet. So sind zum einen die Anzahl der neu geschaffenen Stellen im Januar stärker angestiegen als erwartet. Zum anderen erhöhten sich die Löhne im Vergleich zum Vorjahr um 3,1 Prozent – insgesamt ein gutes Zeichen für den US-Konsum.

Aktien: Positive Stimmung

Trotz Verlängerung der chinesischen Neujahrsferien aufgrund des Coronavirus wurde der Handel an den lokalen Aktienmärkten am Montag wieder aufgenommen – mit deutlichen Kursverlusten. Die Lage wurde etwas beruhigt durch die Bereitstellung zusätzlicher Liquidität seitens der chinesischen Zentralbank. Zur Wochenmitte sorgten Meldungen über ein mögliches Medikament gegen das Virus für steigende Kurse an den Börsen weltweit. Gute Daten aus den USA zum Arbeitsmarkt sowie der überraschend starke ISM-Einkaufsmanagerindex trugen ebenso zu der positiven Aktienmarktstimmung bei.
 
Die Ankündigung Chinas am Donnerstag, die Zölle auf rund 1.700 amerikanische Güter im Wert von rund 75 Milliarden US-Dollar zu halbieren, setzte  die Welle an positiven Nachrichten fort. Insbesondere die Börsen in Asien zeigten sich daraufhin deutlich im Plus. In Europa ist die Berichtssaison gut gestartet. So übertrafen mehr als die Hälfte der europäischen Unternehmen die Gewinnerwartungen der Analystengemeinde. Bisherige veröffentlichte Ergebnisse deuten auf ein Gewinnplus gegenüber dem Vorjahr von knapp 1,5 Prozent im Schlussquartal 2019 hin.

Renten: Gemischtes Bild

Der Rentenmarkt zeigte die Woche über ein gemischtes Bild. Gab die laufende Rendite für zehnjährige Bundesanleihen aufgrund der Corona-Unsicherheit zunächst noch etwas nach, zogen sie gegen Ende der Woche wieder an. Positive Meldungen zum Coronavirus  sorgte allgemein für eine risikofreudigere Stimmung an den Märkten. Gestützt wurde dieser Optimismus von guten Daten zur Unternehmensstimmung. Schlechten Industriedaten in Europa am Freitag trübte die Stimmung hingegen wieder ein, die Renditen gab erneut etwas nach.

Rohstoffe: Ölpreis fällt

Die Öl-Notierungen hatte dieses Jahr mit mehreren Problemen zu kämpfen. Zum einen ist der Ölpreis infolge einer Deeskalation im Konflikt zwischen den USA und dem Iran stetig gesunken und zum anderen wirkt sich der Coronavirus stark auf die Nachfrage aus. Der Preis der Sorte WTI ist in diesem Jahr bereits um ca. 16 Prozent gefallen. Durch den Preisverfall geraten vermehrt amerikanische Schieferölproduzenten in Finanzierungsschwierigkeiten, da diese einen Preis von 48 - 54 US-Dollar benötigen um Kostendecken zu produzieren.
Martin Huber ist Sprecher der Regionalen Geschäftsleitung Süd der Deutschen Bank.

Gemäß Aussagen des US-Energie-ministeriums am Mittwoch, sind die Rohöl-Lagerbestände in den USA in der vergangenen Woche um 3,3 auf 463,2 Mio. Barrel (1 Fass = 159 l) gesunken, wodurch sich der Preis für Rohöl leicht verbesserte. So stieg beispielsweise der Preis für die US-amerikanische Rohölsorte WTI (West Texas Intermediate) zwischenzeitlich auf 48,40 USD pro Barrel an. Durch die Tatsache, dass jedoch die US-Produktion abermals recht deutlich zulegte, wurde die Aufwärtsbewegung des Ölpreises gestoppt. Auf Wochensicht haben die Ölpreise um 1,5% nachgegeben.
Gemäß Aussagen des US-Energie-ministeriums am Mittwoch, sind die Rohöl-Lagerbestände in den USA in der vergangenen Woche um 3,3 auf 463,2 Mio. Barrel (1 Fass = 159 l) gesunken, wodurch sich der Preis für Rohöl leicht verbesserte. So stieg beispielsweise der Preis für die US-amerikanische Rohölsorte WTI (West Texas Intermediate) zwischenzeitlich auf 48,40 USD pro Barrel an. Durch die Tatsache, dass jedoch die US-Produktion abermals recht deutlich zulegte, wurde die Aufwärtsbewegung des Ölpreises gestoppt. Auf Wochensicht haben die Ölpreise um 1,5% nachgegeben.