EZB peppt die Marktstimmung etwas auf

Martin Huber, Deutsche Bank
Martin Huber / Bild: Deutsche Bank
Kaum eine Woche nach ihrer Sitzung kündigte die Europäische Zentralbank (EZB) weitere Maßnahmen an, um den negativen Folgen des Corona-Virus auf die Wirtschat entgegenzuwirken. Im Zuge des nun beschlossenen „Pandemic Emergency Purchase Programme“ (PEPP) kauft die EZB bis Jahresende Anleihen in Höhe von 750 Milliarden Euro. Dabei setzt sie auf eine möglichst hohe Flexibilität, um schnell am Markt aktiv werden zu können. Die damit verbundene zusätzliche Liquidität soll es Banken erleichtern, weitere Kredite für Unternehmen zur Verfügung zu stellen, damit diese Umsatzeinbußen aufgrund der Quarantänemaßnahmen überbrücken können. Bei den US-Präsidentschaftsvorwahlen der demokratischen Partei konnte sich Joe Biden in den Staaten Florida, Arizona und Illinois durchsetzen. Nachdem die Ergebnisse bekannt wurden, kündigte Bernie Sanders an, seine Kandidatur zu überdenken. Mancher Beobachter rechnet mit seinem baldigen Rückzug.

Entwicklung der Märkte

Angaben in Lokalwährung

Aktien: Fluglinien am Boden

Auch in dieser Woche belastete die anhaltend sprunghafte Ausbreitung des Corona-Virus die Börsen international. Die hohen Schwankungen an den Märkten sind dabei Ausdruck der schwierigen Aufgabe, eine seriöse Bewertung der momentanen Entwicklungen zu erzielen. Auf der einen Seite gilt es, die schwer zu prognostizierenden Auswirkungen des Virus auf die Wirtschaft heute angemessen einzuschätzen. Auf der anderen Seite hingegen müssen die Maßnahmen der Zentralbanken und der Regierungen dem gegenübergestellt werden. Die derzeit zu beobachtende Vielzahl an neuen Entwicklungen lässt die Schwankungsintensität insbesondere an den Aktienmärkten steigen. Bei den Fluglinien  folgt derweil eine Hiobsbotschaft der Nächsten. Manche Fluglinie kündigte an, den gesamten Flugverkehr  einstellen zu müssen. Analysten schätzen, dass die Zahl der Anbieter trotz staatlicher Hilfen durch eine drohende Konsolidierung abnehmen wird. Die Bewertung von großen US-Tech-Unternehmen entwickelte sich dagegen vergleichsweise gut. Zwar mussten auch sie Kurs-rückschläge von über 10 Prozent verkraften. Ein Grund für die vergleichsweise stabile Entwicklung dürften die weiterhin positiven Zukunftsaussichten des Sektors sein: Viele Analysten erwarten langfristig eine robuste Gewinnentwicklung.

Renten: Höhere Risikoaufschläge für italienische Papiere

Am Anleihemarkt stiegen im Wochenverlauf die Risikoaufschläge für zehnjährige italienische Staatsanleihen. Der Abstand zur laufenden Rendite gegenüber deutschen Papieren erhöhte sich zeitweilig auf über 2,8 Prozentpunkte, dem höchsten Wert seit der italienischen Regierungskrise im vergangenen Jahr. Investoren sorgten sich, dass die angekündigten fiskalpolitischen Maßnahmen die Verschuldung der Länder deutlich erhöhen. Allerdings sorgte das „PEPP“ der EZB für etwas Beruhigung bei den laufenden Renditen jener Länder.

US-Dollar

Angabe in US-Dollar/Fass

Der Dollar meldet sich zurück

Geriet der US-Dollar vergangene Woche noch gegenüber einer Vielzahl an Währungen unter Druck, meldete er sich diese Woche mit neugewonnener Stärke zurück. Gegenüber dem Euro konnte der Greenback deutlich aufwerten. Nicht die konjunkturellen Stärke der US-Volkswirtschaft sondern die hohe Nachfrage von Investoren, Banken und Unternehmen nach Liquidität, die sie bevorzugt in US-Dollar halten, ist der Grund. Andere Währungsräume dürften über die Abwertung nicht allzu besorgt sein, hilft dies doch dem heimischen Exportsektor.
Martin Huber ist Sprecher der Regionalen Geschäftsleitung Süd der Deutschen Bank.

Gemäß Aussagen des US-Energie-ministeriums am Mittwoch, sind die Rohöl-Lagerbestände in den USA in der vergangenen Woche um 3,3 auf 463,2 Mio. Barrel (1 Fass = 159 l) gesunken, wodurch sich der Preis für Rohöl leicht verbesserte. So stieg beispielsweise der Preis für die US-amerikanische Rohölsorte WTI (West Texas Intermediate) zwischenzeitlich auf 48,40 USD pro Barrel an. Durch die Tatsache, dass jedoch die US-Produktion abermals recht deutlich zulegte, wurde die Aufwärtsbewegung des Ölpreises gestoppt. Auf Wochensicht haben die Ölpreise um 1,5% nachgegeben.
Gemäß Aussagen des US-Energie-ministeriums am Mittwoch, sind die Rohöl-Lagerbestände in den USA in der vergangenen Woche um 3,3 auf 463,2 Mio. Barrel (1 Fass = 159 l) gesunken, wodurch sich der Preis für Rohöl leicht verbesserte. So stieg beispielsweise der Preis für die US-amerikanische Rohölsorte WTI (West Texas Intermediate) zwischenzeitlich auf 48,40 USD pro Barrel an. Durch die Tatsache, dass jedoch die US-Produktion abermals recht deutlich zulegte, wurde die Aufwärtsbewegung des Ölpreises gestoppt. Auf Wochensicht haben die Ölpreise um 1,5% nachgegeben.