Aktienmärkte als Spielball des Handelsstreits

Martin Huber, Deutsche Bank
Martin Huber / Bild: Deutsche Bank
Die Marktteilnehmer haben darauf gehofft – am Wochenende ist es tatsächlich passiert. Chinas Präsident Xi Jinping und US-Präsident Donald Trump haben sich auf dem G20 Gipfel in Buenos Aires die Hand gegeben. China will mehr US-Agrar- und -Industriegüter importieren. Im Gegenzug schieben die USA die nächste Zollerhöhung von 10 auf 25 Prozent für ein Volumen von 200 Milliarden US-Dollar chinesischer Exporte für 90 Tage auf. Bis dahin soll weiterverhandelt werden. Die guten Aussichten wurden Mitte der Woche allerdings eingetrübt. Aufgrund von Sanktionsverstößen wurde die Finanzchefin und Gründertochter eines großen chinesischen Technologiekonzerns, Meng Wanzhou, auf Geheiß der US Justiz verhaftet, was erneut Öl ins Handelskriegsfeuer gegossen hat – und für eine steigende Verunsicherung der Marktteilnehmer gesorgt hat.

Renten: Ping Pong im Handelsstreit

Kein Abflauen der Risiken und Ping Pong im Handelsstreit: Auch die Rentenmärkte kommen nicht zur Ruhe – und ignorieren selbst positive Konjunkturdaten, wie jüngst gut ausgefallene Einkaufsmanagerindizes des Servicesektors in den USA, der EU und Deutschland. Die Verzinsung fünfjähriger US-Staatsanleihen ist erstmals seit 2007 niedriger als die von zweijährigen. Normalerweise werden länger laufende Anleihen höher verzinst, eine Invertierung der Zins-strukturkurve hat die Marktteilnehmer verunsichert, und damit die Nachfrage nach 10-jährigen Staatsanleihen aus bspw. USA oder Deutschland, sog. „safe havens“ gestützt. So gaben deren Renditen um rund 9 bzw. 5 Basispunkte nach.

Aktien: Ängste vor Eskalation im Handelsstreit

Nach der erhofften Annäherung zwischen den USA und China auf dem G20 Gipfel starteten die weltweiten Aktienmärkte stark in die Woche. Die gute Stimmung ebbte im Wochenverlauf jedoch wieder ab. Der US-Leitindex S&P 500 büßte am Dienstag mehr als 3 Prozent ein - Händler zeigten sich enttäuscht,  dass China im Nachgang des Gipfels die Vereinbarungen nicht bestätigt hat. Erschwerend hinzu kam die Nachricht über die Verhaftung Meng Wanzhous, was wiederum Ängste um eine Eskalation des Handelsdisputs schürte. So stehen die wichtigen internationalen Aktienindizes auf Wochensicht deutlich im Minus. Etwas Entspannung folgte zum Wochenende, nachdem der US-Arbeitsmarktbericht für den Monat November hinter den Erwartungen zurückgeblieben ist. So wurden 155.000 neue Stellen geschaffen bei erwarteten 198.000. Das Lohnwachstum ist mit 0,2 Prozent zum Vormonat ebenfalls etwas schwächer ausgefallen. Die Arbeitslosenquote beharrt auf niedrigen 3,7 Prozent.

Rohstoffe: Preisanstieg bei Öl

Nach dem G20-Gipfel stieg der Preis für ein Barrel der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) stark an, nachdem der russische Präsident Putin und der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman eine Kooperation mit der Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) verkündeten. Weitere Preisanstiege folgten am Freitag: Die OPEC hat Förderkürzungen von 1,2 Mio. Barrel pro Tag beschlossen..

Was bringt die Woche?

Am kommenden Dienstag steht die Politik im Fokus, wenn das britische Parlament über den Brexit-Deal von Premierministerin May abstimmt. Über das Ergebnis wird die EU dann bei ihrem Gipfel Ende der Woche beraten. Die Teuerung der US-Produzentenpreise wird am Dienstag veröffentlicht, Daten zu den Konsumentenpreisen folgen am Mittwoch. Am Donnerstag finden geldpolitische Sitzungen der türkischen und europäischen Zentralbank statt, letztere entscheidet über die Zukunft des Anleihekaufprogramms (QE), welches planmäßig zum Jahresende auslaufen sollte. Einen Konjunkturausblick dürften am Freitag die vorläufigen Einkaufsmanagerindizes für Europa, die USA und Japan liefern. Daten, die bei einem Verfehlen der Erwartungen insgesamt für weitere Schwankungen sorgen könnten.
Martin Huber ist Sprecher der Regionalen Geschäftsleitung Süd der Deutschen Bank.

Gemäß Aussagen des US-Energie-ministeriums am Mittwoch, sind die Rohöl-Lagerbestände in den USA in der vergangenen Woche um 3,3 auf 463,2 Mio. Barrel (1 Fass = 159 l) gesunken, wodurch sich der Preis für Rohöl leicht verbesserte. So stieg beispielsweise der Preis für die US-amerikanische Rohölsorte WTI (West Texas Intermediate) zwischenzeitlich auf 48,40 USD pro Barrel an. Durch die Tatsache, dass jedoch die US-Produktion abermals recht deutlich zulegte, wurde die Aufwärtsbewegung des Ölpreises gestoppt. Auf Wochensicht haben die Ölpreise um 1,5% nachgegeben.
Gemäß Aussagen des US-Energie-ministeriums am Mittwoch, sind die Rohöl-Lagerbestände in den USA in der vergangenen Woche um 3,3 auf 463,2 Mio. Barrel (1 Fass = 159 l) gesunken, wodurch sich der Preis für Rohöl leicht verbesserte. So stieg beispielsweise der Preis für die US-amerikanische Rohölsorte WTI (West Texas Intermediate) zwischenzeitlich auf 48,40 USD pro Barrel an. Durch die Tatsache, dass jedoch die US-Produktion abermals recht deutlich zulegte, wurde die Aufwärtsbewegung des Ölpreises gestoppt. Auf Wochensicht haben die Ölpreise um 1,5% nachgegeben.

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