Kursschwankungen an den globalen Börsen setzen sich fort

Martin Huber, Deutsche Bank
Martin Huber / Bild: Deutsche Bank
Angetrieben von einer dynamischeren Weltkonjunktur haben deutsche Exporte ihr viertes Rekordjahr in Folge hingelegt: Für das Gesamtjahr 2017 ergibt sich ein Exporte-Plus von 6,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr sowie ein Importzuwachs von 8,3 Prozent. Mit 1.279,4 Mrd. Euro (Exporte) und 1.034,6 Mrd. Euro (Importe) wurden die bisherigen Höchstwerte aus dem Jahr 2016 übertroffen. Einen leichten Dämpfer musste hingegen die deutsche Industrieproduktion hinnehmen. So ist diese im Dezember 2017 um 0,6 Prozent gegenüber dem Vormonat gesunken. Im Quartalsvergleich steht durch die starke Entwicklung im November (+3,4 Prozent) allerdings weiterhin ein solides Plus zu Buche. Für das Wachstum des deutschen Bruttoinlandsprodukts (BIP) im 4. Quartal 2017, welches am 14. Februar veröffentlicht wird, rechnet die Deutsche Bank insgesamt mit einer leichten Abschwächung auf 0,5 Prozent im Vergleich zum 3. Quartal 2017.

Bank of England bereitet Leitzinserhöhung vor

Die Bank of England (BoE) hat im Rahmen ihrer geldpolitischen Sitzung den Leitzins erwartungsgemäß bei 0,50 Prozent belassen. Allerdings haben die Währungshüter den Wachstumsausblick für Großbritannien leicht von 1,6 auf 1,8 Prozent angehoben und in ihrem Inflationsbericht betont, dass die Inflationsrate von derzeit rund 3 Prozent wieder sinken könnte. Außerdem wird mit einem zunehmenden Lohndruck gerechnet. Vor diesem Hintergrund wies die BoE auch darauf hin, dass sie ihre Geldpolitik früher und stärker straffen könnte, als bislang zu erwarten war. Vom Kapitalmarkt wurde dies als Vorbereitung für eine Leitzinserhöhung im Mai gedeutet.

Das Auf und Ab auf den US-Aktienmärkten geht weiter

Das Auf und Ab der US-Aktienmärkte hat sich im Wochenverlauf fortgesetzt. Nachdem diese am Mittwoch zunächst wieder Kurszuwächse verzeichneten, setze sich der Abwärtstrend am Donnerstag fort. Der US-Leitindex S&P 500 ging mit -3,75 Prozent und einem Zweimonatstief aus dem Handel. Der Abverkauf war dabei über alle Sektoren sichtbar. Besonders betroffen waren Finanz- und Technologietitel. Der Dow Jones fiel ebenfalls spürbar – zum zweiten Mal in vier Tagen um mehr als 1.000 Punkte. Und auch die US-Technologiebörse NASDAQ schloss mit -3,9 Prozent tiefrot. Im Vergleich zu ihren Allzeithochs von vor zwei Wochen befinden sich der S&P 500 und der Dow Jones nun offiziell, mit einem Rückgang des Index um -10,2 Prozent  bzw. -10,4 Prozent, im Korrekturbereich (Verlust > 10 Prozent ). Auslöser der Kursverluste war abermals der US-Rentenmarkt sowie die Bank of England. Im Rahmen einer Auktion 10-jähriger US-Staatsanleihen war ihre Rendite am Donnerstag in der Spitze auf bis 2,90 Prozent gestiegen und hatte damit Befürchtungen über einen raschen Zinsanstieg zurück auf die Bildfläche der Anleger gebracht. Gleichzeitig sorgten die restriktiveren Äußerungen der BoE für Verkaufsdruck. Anleger befürchten ein schnelleres Ende der ultralockeren Geldpolitik der globalen Notenbanken. Die asiatischen Börsen konnten sich dem Abwärtsdruck der Wall-Street nicht entziehen und blicken ebenfalls auf eine negative Wochenentwicklung zurück. Und auch die Aktienbörsen in Europa verzeichneten Kursverluste. Allerdings stützen Chiphersteller und Autowerte das insgesamt negative Sentiment.

Volatiliät dürfte anhalten

In der kommenden Woche werden Investoren mit Spannung auf die Veröffentlichung der US-Inflationszahlen am Mittwoch blicken. Ein höherer als erwarteter Wert könnte dabei für erneute Unsicherheit an den Aktienmärkten sorgen. Ein Grund könnten Befürchtungen sein, wonach die US-Notenbank Fed aufgrund der dynamischeren US-Konjunktur möglicherweise zu mehr Zinserhöhungen gezwungen sein könnte als dies aktuell von Markt erwartet wird. Vor diesem Hintergrund sollte die Volatilität am Aktienmarkt noch etwas länger anhalten. Die Deutsche Bank ist kurzfristig vorsichtig gestimmt und hat die Aktienquote in ihren Portfolien reduziert. Gleichwohl bleiben wir langfristig für chancenorientierte Anlageklassen wie beispielsweise Aktien, positiv gestimmt. Gründe sind das starke wirtschaftliche Umfeld sowie die anziehenden Gewinnaussichten.
Martin Huber ist Sprecher der Regionalen Geschäftsleitung Süd der Deutschen Bank.

Gemäß Aussagen des US-Energie-ministeriums am Mittwoch, sind die Rohöl-Lagerbestände in den USA in der vergangenen Woche um 3,3 auf 463,2 Mio. Barrel (1 Fass = 159 l) gesunken, wodurch sich der Preis für Rohöl leicht verbesserte. So stieg beispielsweise der Preis für die US-amerikanische Rohölsorte WTI (West Texas Intermediate) zwischenzeitlich auf 48,40 USD pro Barrel an. Durch die Tatsache, dass jedoch die US-Produktion abermals recht deutlich zulegte, wurde die Aufwärtsbewegung des Ölpreises gestoppt. Auf Wochensicht haben die Ölpreise um 1,5% nachgegeben.
Gemäß Aussagen des US-Energie-ministeriums am Mittwoch, sind die Rohöl-Lagerbestände in den USA in der vergangenen Woche um 3,3 auf 463,2 Mio. Barrel (1 Fass = 159 l) gesunken, wodurch sich der Preis für Rohöl leicht verbesserte. So stieg beispielsweise der Preis für die US-amerikanische Rohölsorte WTI (West Texas Intermediate) zwischenzeitlich auf 48,40 USD pro Barrel an. Durch die Tatsache, dass jedoch die US-Produktion abermals recht deutlich zulegte, wurde die Aufwärtsbewegung des Ölpreises gestoppt. Auf Wochensicht haben die Ölpreise um 1,5% nachgegeben.

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