Bessere Stimmung trotz anhaltender Störfeuer

Martin Huber, Deutsche Bank
Martin Huber / Bild: Deutsche Bank
Die Handelsstreitigkeiten zwischen den USA und China lassen den Investoren auch in dieser Woche keine Ruhe: Die USA veröffentlichten jüngst eine Liste mit chinesischen Importgütern im Wert von 200 Mrd. US-Dollar, auf die im Laufe des Jahres weitere Strafzölle erhoben werden sollen. Trotz dieser Entwicklungen befindet sich die US-Wirtschaft weiterhin in blendender Verfassung. Nach dem äußerst positiven Arbeitsmarktbericht Ende letzter Woche lieferte auch die am Donnerstag veröffentlichte Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe positive Vorzeichen: Sie ist von 232 Tsd. im Vormonat auf nun 214 Tsd. gesunken – und damit den niedrigsten Stand seit 1973. Die Inflationsrate in den USA stieg indes wie vom Konsensus erwartet von 2,8 Prozent auf 2,9 Prozent an. Damit verzeichnet die Rate den höchsten Stand der letzten 6 Jahre. Die Inflationsdaten sollten die Fed in ihrem derzeitigen geldpolitischen Pfad bestätigen.   .

Renten: Kaum Bewegung in USA

Renten: An den US-Rentenmärkten gab es diese Woche kaum Bewegung. Weder Unsicherheiten bezüglich der Zollstreitigkeiten, noch volkswirtschaftliche Impulse, wie die veröffentlichten Arbeitsmarktdaten oder Inflationsdaten führten zu nennenswerten Schwankungen. Zum Wochenende bleibt die Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen nahezu unverändert. In Europa hingegen stieg die Rendite 10-jähriger Bundesanleihen im Wochenverlauf um rund fünf Basispunkte an – und das trotz der fragilen politischen Beziehungen im Rahmen des Brexit sowie weiterer Unsicherheiten durch mögliche Auswirkungen des Handelsstreits.

Aktien: Indizes zu Beginn der Berichtssaison freundlich

Aktien: Zum Beginn der Berichtssaison für das 2. Quartal zeigten sich die großen Aktienindizes rund um den Globus in dieser Woche freundlich. Allen geopolitischen Unsicherheitsfaktoren zum Trotz konnten sowohl die Börsen in Europa, als auch in den USA, Japan und den Schwellenländern Zuwächse verzeichnen. Dabei konnten Investoren im japanischen Leitindex Topix mit  2,28 Prozent die höchsten Kurszuwächse erzielen. Der US-Index S&P 500 konnte bis Donnerstagabend rund 1,4 Prozent  zulegen und liegt damit auf Jahressicht mit über 4,6 Prozent  im Plus. Einen etwas schwächeren Zuwachs erzielten Anleger hingegen auf den europäischen Börsenparketts. Die geopolitischen Störfeuer lasteten hier leicht auf der grundsätzlich positiven Stimmung, sodass Euro Stoxx 50 um rund 0,2 Prozent und DAX um rund 0,3 Prozent  anstiegen und damit leicht hinter den anderen Regionen zurücklagen. In den Schwellenländern kehrte wieder bessere Stimmung ein, nachdem die Aktienmärkte in der vergangenen Woche vor dem Hintergrund der Handelsstreitigkeiten Kursverluste erlitten.

Euro steht etwas stärker

Währungen: Der Kursverlauf des Währungspaares Euro und US-Dollar zeigte keine klaren Tendenzen im Wochenverlauf. Mit dem Einfluss konjunktureller Daten, wie z.B. den US-Inflationszahlen auf der einen Seite und einer möglichen Zuspitzung der Handelskonflikte zwischen den USA und China auf der anderen Seite schwankte der Kurs zwischen 1,16 und 1,18 USD je EUR. Zum Wochenende hin steht der EUR etwas stärker bei gut 1,16.

Was die Woche bringen wird

Politik, Gewinne und Wirtschaftsdaten – die kommende Woche beinhaltet viele wichtige Themen, wobei die gesamte Woche im Zeichen der Quartalsergebnisse steht: Insgesamt 64 der 500 Unternehmen aus dem S&P 500 veröffentlichen ihre letzten Unternehmensberichte. Bei der Federal Reserve wird Jerome Powell in seinem halbjährlichen Bericht seine Geldpolitik erläutern. Besonders die offene Frage- und Antwortrunde dürfte die Marktteilnehmer interessieren. Zum Ende der Woche werden die Inflationsdaten aus Japan veröffentlicht.
Martin Huber ist Sprecher der Regionalen Geschäftsleitung Süd der Deutschen Bank.

Gemäß Aussagen des US-Energie-ministeriums am Mittwoch, sind die Rohöl-Lagerbestände in den USA in der vergangenen Woche um 3,3 auf 463,2 Mio. Barrel (1 Fass = 159 l) gesunken, wodurch sich der Preis für Rohöl leicht verbesserte. So stieg beispielsweise der Preis für die US-amerikanische Rohölsorte WTI (West Texas Intermediate) zwischenzeitlich auf 48,40 USD pro Barrel an. Durch die Tatsache, dass jedoch die US-Produktion abermals recht deutlich zulegte, wurde die Aufwärtsbewegung des Ölpreises gestoppt. Auf Wochensicht haben die Ölpreise um 1,5% nachgegeben.
Gemäß Aussagen des US-Energie-ministeriums am Mittwoch, sind die Rohöl-Lagerbestände in den USA in der vergangenen Woche um 3,3 auf 463,2 Mio. Barrel (1 Fass = 159 l) gesunken, wodurch sich der Preis für Rohöl leicht verbesserte. So stieg beispielsweise der Preis für die US-amerikanische Rohölsorte WTI (West Texas Intermediate) zwischenzeitlich auf 48,40 USD pro Barrel an. Durch die Tatsache, dass jedoch die US-Produktion abermals recht deutlich zulegte, wurde die Aufwärtsbewegung des Ölpreises gestoppt. Auf Wochensicht haben die Ölpreise um 1,5% nachgegeben.

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