Negative Vorzeichen an den globalen Aktienmärkten

Martin Huber, Deutsche Bank
Martin Huber / Bild: Deutsche Bank
Die Veröffentlichung der Auftragseingänge für die deutsche Industrie haben im Juli erneut Schwäche gezeigt und sind zum Auftakt in das dritte Quartal gegenüber dem Vormonat um 0,9 Prozent gesunken. Es wird deutlich, dass die Handelsstreitigkeiten die Bestellungen aus dem Ausland und besonders die außerhalb der Eurozone belasten. Während die deutschen Konjunkturdaten nicht überzeugen konnten, scheint sich jedoch die Stimmung in den Unternehmen wieder aufzuhellen. So ist neben der Stimmungsverbesserung im ifo-Geschäftsklimaindex nun auch das KfW-ifo-Mittelstandsbarometer (+4,8 Punkte auf 7,1) stark angestiegen. In den USA hingegen läuft die Konjunktur unter Volldampf. Das bestätigt das verarbeitende Gewerbe mit anziehenden Auftragseingängen, sowie einem Anstieg des ISM-Einkaufsmanagerindex im August auf 61,3 Punkte – immerhin der höchste Stand seit 2004.

Renten: Suche nach sicheren Häfen in Europa

Am US-Rentenmarkt fand feiertags-bedingt im Verlauf der Woche wenig Bewegung statt. Die Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen hat sich leicht von 2,86 auf knapp 2,90 Prozent erhöht. In der Eurozone hingegen stehen mit den Krisenherden Italien, Großbritannien (Brexit), und der Türkei Faktoren im Mittelpunkt, die die Nachfrage nach sogenannten sicheren Häfen wie beispielsweise Bundesanleihen steigen ließen. Die Rendite von 2- ,5- und 10-jährigen deutschen Staatsanleihen haben sich jeweils um rund 5 Basispunkte – von schwachen Niveaus ausgehend – nach oben bewegt.

Aktien: Verluste an weltweiten Börsenplätzen

An den weltweiten Börsenplätzen mussten die Marktteilnehmer überwiegend Verluste hinnehmen. Vielfältige Unsicherheiten sowie eine weitere Eskalation im Handelskonflikt belasteten insbesondere die europäischen Aktienmärkte. Der deutsche Markt reagierte zudem negativ auf den erneuten Auftragsrückgang der hiesigen Industrie. DAX, Euro Stoxx und Co. schlossen auf Wochen-basis im tiefroten Bereich. Der deutsche Leitindex markierte zwischenzeitlich mit weniger als 12.000 Punkten das niedrigste Niveau seit März dieses Jahres. Selbst die US-Märkte, die zuletzt als „Fels in der Brandung“ fungierten, gaben trotz guter Konjunkturdaten nach. Insbesondere der Techsektor stand unter Beobachtung. Hintergrund dürften hier die Anhörungen diverser Internet-Unternehmen vor dem US-Kongress gewesen sein, die zu Internetzensur und Beeinflussungen im vergangenen Präsidentschaftswahlkampf Rede und Antwort stehen mussten. Die insgesamt schlechte Stimmung hat sich auch in den Aktien-märkten der Schwellenländer widergespiegelt, welche um rund 3,6 Prozent zurückgingen. Die zum Wochenende veröffentlichten US-Arbeitsmarktdaten sind besser ausgefallen als erwartet.

Währungen: US-Dollar gewinnt nur langsam Fahrt

Das Währungspaar EUR/USD hat in der vergangenen Woche keine klare Richtung zeigen können. Trotz eher enttäuschenden Konjunkturdaten aus Deutschland und starker Konjunktursignale seitens der USA konnte der US-Dollar gegenüber dem Euro nur langsam an Fahrt gewinnen. Zum Wochenende tendiert das Währungspaar nahezu unverändert bei  rund 1,16.

Was die Woche bringen wird

In dieser Woche dürfte die Geldpolitik ein Fokusthema der Marktteilnehmer sein. Unter anderem werden die globalen Inflationsdaten für August veröffentlicht. Ein großes Interesse dürfte dabei die US-Inflation auf sich ziehen. Am Donnerstag tagen die EZB und die Türkische Zentralbank und stellen Ergebnisse der Ratssitzung vor. Zum Ende der Woche stehen sowohl Ratingüberprüfungen der EU als auch weiterer europäischer Ländern durch Moody`s und Standard & Poor`s bevor. Weiterhin dürften die Entwicklungen im Handelsstreit die Richtung an den weltweiten Kapitalmärkten beeinflussen.
Martin Huber ist Sprecher der Regionalen Geschäftsleitung Süd der Deutschen Bank.

Gemäß Aussagen des US-Energie-ministeriums am Mittwoch, sind die Rohöl-Lagerbestände in den USA in der vergangenen Woche um 3,3 auf 463,2 Mio. Barrel (1 Fass = 159 l) gesunken, wodurch sich der Preis für Rohöl leicht verbesserte. So stieg beispielsweise der Preis für die US-amerikanische Rohölsorte WTI (West Texas Intermediate) zwischenzeitlich auf 48,40 USD pro Barrel an. Durch die Tatsache, dass jedoch die US-Produktion abermals recht deutlich zulegte, wurde die Aufwärtsbewegung des Ölpreises gestoppt. Auf Wochensicht haben die Ölpreise um 1,5% nachgegeben.
Gemäß Aussagen des US-Energie-ministeriums am Mittwoch, sind die Rohöl-Lagerbestände in den USA in der vergangenen Woche um 3,3 auf 463,2 Mio. Barrel (1 Fass = 159 l) gesunken, wodurch sich der Preis für Rohöl leicht verbesserte. So stieg beispielsweise der Preis für die US-amerikanische Rohölsorte WTI (West Texas Intermediate) zwischenzeitlich auf 48,40 USD pro Barrel an. Durch die Tatsache, dass jedoch die US-Produktion abermals recht deutlich zulegte, wurde die Aufwärtsbewegung des Ölpreises gestoppt. Auf Wochensicht haben die Ölpreise um 1,5% nachgegeben.

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