G20 in Osaka – Der Weg zum Gipfel?

Martin Huber, Deutsche Bank
Martin Huber / Bild: Deutsche Bank
In der Eurozone scheint die konjunkturelle Durststrecke noch nicht überwunden. Der von der EU-Kommission veröffentlichte Index für das Wirtschaftsvertrauen rutschte im Juni stärker ab, als von Marktteilnehmern erwartet, und fiel von 105,2 auf 103,3 Punkte. Etwas freundlicher ist die Stimmung in Deutschland: Sowohl der Einkaufsmanagerindex für das Verarbeitende Gewerbe als auch der Serviceindex sind im Juni im Vormonatsvergleich angestiegen. Indes wurde in den USA das BIP-Wachstum für das erste Quartal mit annualisiert 3,1 Prozent bestätigt. Im Umfeld von handelspolitischen Unsicherheiten gingen die US-Auftragseingänge für langlebige Güter im Mai um 1,3 Prozent zum Vormonat zurück. Den größten Rückgang gab es bei zivilen Flugzeugbestellungen mit minus 20 Prozent, während sich der Eindruck bestätigt, dass sich die US-Industrie weiterhin in einer Stagnationsphase befindet.

Renten: Nachfrage befeuert

Schwache Konjunkturdaten und anhaltende politische Spannungen haben auch in dieser Woche die Nachfrage nach als sicher geltenden Staatsanleihen befeuert. Beispielsweise fiel die laufende Rendite von 10-jährigen US-Staatsanleihen zum ersten Mal seit 2016 temporär unter die 2-Prozent-Marke. Die entsprechenden Pendants aus Deutschland erreichten ein neues Allzeittief bei minus 0,33 Prozent. Auf Seiten der Geldpolitik dämpfte US-Notenbankpräsident Powell in der dieswöchigen Sitzung zwar die Hoffnungen auf eine stark expansive Ausrichtung der Fed, deutete allerdings baldige Zinssenkungen an.

Aktien: Zurückhaltung vor dem G20-Gipfel

Im Vorfeld des G20-Gipfels in Osaka herrschte in dieser Woche an den globalen Aktienmärkten Zurückhaltung. Investoren scheuen klare Positionierungen, insbesondere im Hinblick auf ein mögliches Treffen zwischen dem chinesischen Staatschef Xi Jinping und US-Präsident Trump am Rande des Gipfels. Zwar halten Marktteilnehmer eine Annäherung im Handelsstreit für wahrscheinlich – mit einem endgültigen Abkommen wird aber nicht gerechnet. Analysten haben aufgrund des anhaltenden Handelsstreits ihre globalen Gewinnprognosen im Juni erneut um fast 1 Prozent gesenkt. Für 2019 wird mit einem Gewinnplus von im Durchschnitt nur noch 3,7 Prozent gerechnet.
 
Unter den bedeutenden Indizes hat der US-Leitindex S&P 500 mit rund minus 0,9 Prozent am stärksten nachgegeben. Der globale Aktienindex MSCI World und das entsprechende Pendant der Schwellenländer zeigten wenig Bewegung und gingen mit minus 0,5 bzw. plus 0,3 Prozent in das Wochenende.

Rohstoffe: Spuren auf dem Ölmarkt

Der Handelsstreit und eine abkühlende Weltkonjunktur hinterlassen ihre Spuren auf dem Ölmarkt. Zwar belasten US-Sanktionen gegen Ölimporte aus dem Iran und eine restriktive Angebotspolitik der OPEC-Staaten das Angebot. Dennoch ist der Preis pro Barrel (159 Liter) noch weit unter dem Niveau des Vorjahres – Anzeichen eines möglichen Nachfrageproblems vor dem Hintergrund einer schwächelnden Konjunktur.

Was bringt die Woche?

Ausblick auf die kommende Woche: Die größte Aufmerksamkeit der Investoren dürfte dem G20-Gipfel in Osaka gelten. Sollte es zu einer Annäherung im Handelsfragen zwischen den USA und China kommen, dürfte das den Märkten Rückenwind verleihen. Aber auch eine Eskalation ist nicht ausgeschlossen. Des weiteren werden im Wochenverlauf eine Reihe von Konjunkturdaten veröffentlicht, darunter Einkaufsmanagerindizes sowie der US-Arbeitsmarktbericht.
Martin Huber ist Sprecher der Regionalen Geschäftsleitung Süd der Deutschen Bank.

Gemäß Aussagen des US-Energie-ministeriums am Mittwoch, sind die Rohöl-Lagerbestände in den USA in der vergangenen Woche um 3,3 auf 463,2 Mio. Barrel (1 Fass = 159 l) gesunken, wodurch sich der Preis für Rohöl leicht verbesserte. So stieg beispielsweise der Preis für die US-amerikanische Rohölsorte WTI (West Texas Intermediate) zwischenzeitlich auf 48,40 USD pro Barrel an. Durch die Tatsache, dass jedoch die US-Produktion abermals recht deutlich zulegte, wurde die Aufwärtsbewegung des Ölpreises gestoppt. Auf Wochensicht haben die Ölpreise um 1,5% nachgegeben.
Gemäß Aussagen des US-Energie-ministeriums am Mittwoch, sind die Rohöl-Lagerbestände in den USA in der vergangenen Woche um 3,3 auf 463,2 Mio. Barrel (1 Fass = 159 l) gesunken, wodurch sich der Preis für Rohöl leicht verbesserte. So stieg beispielsweise der Preis für die US-amerikanische Rohölsorte WTI (West Texas Intermediate) zwischenzeitlich auf 48,40 USD pro Barrel an. Durch die Tatsache, dass jedoch die US-Produktion abermals recht deutlich zulegte, wurde die Aufwärtsbewegung des Ölpreises gestoppt. Auf Wochensicht haben die Ölpreise um 1,5% nachgegeben.

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