Strafzölle und Vergeltungsmaßnahmen - aber (vorerst) keine Autozölle

Martin Huber, Deutsche Bank
Martin Huber / Bild: Deutsche Bank
Laut Statistischem Bundesamt ist das deutsche BIP-Wachstum i.H.v. 0,4 Prozent im Vergleich zum Vorquartal auf den Binnenmarkt zurückzuführen. Bau, Investitionen und privater Konsum waren die Treiber, staatlicher Konsum und Außenhandel belasteten hingegen. In den USA haben maßgebliche Konjunkturindikatoren im April die Markterwartungen enttäuscht.
 
Einzelhandelsumsätze gaben im Vormonatsvergleich um 0,2 Prozent nach. Als Belastung erwiesen sich sinkende Umsätze mit Autos und Autoteilen. Auch die Industrieproduktion ist um 0,5 Prozent im Vergleich zum Vormonat zurückgegangen. Insbesondere der Energieausstoß gab kräftig um 3,5 Prozent nach. In China sind indes beide Werte weniger stark gestiegen als erwartet – die enttäuschenden Daten in Kombination mit den Rückschritten im Handelsstreit schüren bei Anlegern die Hoffnung auf weitere Stützungsmaßnahmen der chinesischen Regierung.

Renten: Markteilnehmer preisen Leitzinssenkung in USA ein

Die Marktteilnehmer spekulieren ob und wie die US-Notenbank Federal Reserve auf das Wiederaufflammen des Handelsstreits reagieren könnte und preisen bis zum Jahresende eine Leitzinssenkung ein. Seit Monatsbeginn haben die Renditen 2-jähriger US-Treasuries, deren Entwicklung maßgeblich von der US-Geldpolitik abhängig ist, um 0,16 Prozentpunkte auf 2,18 Prozent nachgegeben – ein 15-Monats-Tief. Fed-Vize Richard Clarida hatte zuletzt noch betont, dass die US-Wirtschaft das Doppelmandat der Zentralbank von hoher Beschäftigung und Preisstabilität nahezu erfülle. Die Schwelle für eine Leit-zinssenkung liegt also hoch.

Aktien: Sorgen vor einer Belastung der Konjunktur

Die Aktienmärkte sind fest im Bann des Handelskonflikts zwischen den USA und China. Während US-Präsident Trump nicht müde wird zu betonen, dass zusätzliche Zölle die US-Staatskassen füllen würden, hat China die Erhöhung bestehender Zölle auf US-Güter im Wert von 60 Milliarden US-Dollar ab 01. Juni angekündigt. An den Märkten sorgten diese Meldungen für tiefrote Kurse. Zu groß sind die Sorgen vor einer weiteren Belastung der Konjunktur durch die Handelsstreitigkeiten. Positive Nachrichten können daher kurzfristig für Erleichterung sorgen. Wie beispielsweise die Tatsache, dass Donald Trump die Entscheidung über Einfuhrzölle auf Auto-Importe aus der EU um sechs Monate verschieben wird. Insbesondere europäische Leitindizes wie der Euro Stoxx 50 oder DAX profitierten von solch einer Meldung und konnten auf Wochensicht mit rund einem Prozent zulegen, während die Aktienmärkte der Schwellenländer mit mehr als 2 Prozent aus Euroanlegersicht unter die Räder gerieten.

Währungen: Stützungskäufe für türkische Lira

Der wiederaufgeflammte Handelsstreit sowie die Annullierung der Bürgermeisterwahl in Istanbul sorgten zuletzt für eine Abwertung der türkischen Lira um mehr als 3,5 Prozent gegenüber dem US-Dollar. Zwischenzeitlich sorgten türkische Banken in Staatsbesitz mit Stützungskäufen in Höhe von einer Milliarde US-Dollar für eine temporäre Aufwertung von über 3 Prozent. Dennoch, die Liraschwäche könnte anhalten.

Was bringt die Woche?

Donald Trumps Handelseskapaden dominieren weiterhin die Aktien- und Rentenmärkte. Die Wachstumsrisiken sind groß und der Aktienmarkt könnte die Kompromissfindung forcieren. Die Europawahlen in der kommenden Woche dürften ganz im Zeichen von „America First“, Brexit und Rechts-Linkspopulisten stehen. Die Veröffentlichung von Konjunkturdaten in den nächsten Tagen könnte mitunter in den Hintergrund geraten – zumindest dann, wenn der Twitterkanal des US-Präsidenten heißlaufen sollte.
Martin Huber ist Sprecher der Regionalen Geschäftsleitung Süd der Deutschen Bank.

Gemäß Aussagen des US-Energie-ministeriums am Mittwoch, sind die Rohöl-Lagerbestände in den USA in der vergangenen Woche um 3,3 auf 463,2 Mio. Barrel (1 Fass = 159 l) gesunken, wodurch sich der Preis für Rohöl leicht verbesserte. So stieg beispielsweise der Preis für die US-amerikanische Rohölsorte WTI (West Texas Intermediate) zwischenzeitlich auf 48,40 USD pro Barrel an. Durch die Tatsache, dass jedoch die US-Produktion abermals recht deutlich zulegte, wurde die Aufwärtsbewegung des Ölpreises gestoppt. Auf Wochensicht haben die Ölpreise um 1,5% nachgegeben.
Gemäß Aussagen des US-Energie-ministeriums am Mittwoch, sind die Rohöl-Lagerbestände in den USA in der vergangenen Woche um 3,3 auf 463,2 Mio. Barrel (1 Fass = 159 l) gesunken, wodurch sich der Preis für Rohöl leicht verbesserte. So stieg beispielsweise der Preis für die US-amerikanische Rohölsorte WTI (West Texas Intermediate) zwischenzeitlich auf 48,40 USD pro Barrel an. Durch die Tatsache, dass jedoch die US-Produktion abermals recht deutlich zulegte, wurde die Aufwärtsbewegung des Ölpreises gestoppt. Auf Wochensicht haben die Ölpreise um 1,5% nachgegeben.

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