Starke US-Konjunkturdaten und wachsende Anleiherenditen

Martin Huber, Deutsche Bank
Martin Huber / Bild: Deutsche Bank
Im Laufe der Woche wurden mehrere starke US-Konjunkturdaten veröffentlicht. So sind die US-Einzelhandelsumsätze im April um 0,3 Prozent gegenüber dem Vormonat gestiegen, während die Vormonatswerte Februar und März jeweils um 0,2 Prozent nach oben korrigiert wurden. Der Einzelhandel ist damit mit mehr Schwung als bislang ausgewiesen ins laufende Quartal gegangen. In der Summe deuten die Daten klar darauf hin, dass sich das zu Jahresbeginn mäßige Wachstum wieder beschleunigt. Auch die US-Industrieproduktion befindet sich im Aufwärtstrend und zeigte in den letzten beiden Monaten ein starkes Momentum. Im April wuchs die US-Industrieproduktion im Vergleich zum Vormonat um 0,7 Prozent und der Wert für den März wurde auf ebenfalls 0,7 Prozent revidiert, nachdem er zuvor mit 0,5 Prozent etwas schwächer ausgewiesen wurde.

Italien sorgt für Aufwind - bei Renten

Renten: Starke US-Konjunkturdaten haben den Renditeanstieg am amerikanischen Rentenmarkt befeuert. Die Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen stieg von 2,97 auf 3,09 Prozent an und erreichte somit den höchsten Stand seit knapp sieben Jahren. Die Fortsetzung des Renditeanstiegs in den USA ist auch einer der treibenden Kräfte hinter dem Renditeanstieg am deutschen Rentenmarkt. Obendrein sorgten die europaskeptischen Pläne der voraussichtlich neuen italienischen Regierung, bestehend aus der 5-Sterne-Bewegung und der Lega Nord, für Aufwind. Die Rendite 10-jähriger Bundesanleihen stieg im Wochenverlauf von 0,56 auf 0,61 Prozent.

Aktien: DAX schaffte wieder die 13.000

Aktien: Auf der Aktienseite brachten die US-Konjunkturdaten dem amerikanischen Aktienmarkt kaum Unterstützung, da fast zeitgleich die Anleiherenditen anzogen. Der steigende Ölpreis und die Zinsängste der Anleger erwiesen sich als Belastung und so pendelten der Dow Jones, S&P 500 sowie Nasdaq Composite im Wochenverlauf um ihre niedrigeren Niveaus. Hierzulande wurden der Ölpreis-Anstieg und die Sorge vor wachsenden Zinsen, sowie die unsichere Entwicklung in Italien von Anlegern erstmal verdrängt. Der DAX stieg bis Freitag um knapp 0,7 Prozent und schaffte es wieder die 13.000-Punkte-Marke hinter sich zu lassen. Als Unterstützung erwies sich weiterhin der schwächere Euro, wovon die exportstarke Wirtschaft Deutschlands profitieren dürfte. Auch in Japan entwickelte sich der Aktienmarkt aufgrund der nachgebenden Landeswährung positiv. Ein schwächerer Yen ist insbesondere für exportstarke japanische Unternehmen von Vorteil, was dem Leitindex Topix insgesamt zu einem Anstieg von mehr als 1 Prozent verhelfen konnte.

Ölpreis steigt weiter

Rohstoffe: Im Laufe der Woche stieg der Preis der Nordseeölsorte Brent auf knapp 80 US-Dollar. Temporär befand sich der Preis sogar über der 80 USD-Marke. Für das Plus sind mehrere Preistreiber verantwortlich, darunter neue Sanktionen seitens der USA gegenüber dem Iran, die stark gefallenen Rohölforderungen in dem Krisenstaat Venezuela und die anhaltende Angebotsverknappung durch die OPEC und Russland.

Was die Woche bringen wird

In der kommenden Woche dürften vor allem europäische Einkaufsmanagerindizes im Fokus der Investoren stehen. Positive Ergebnisse könnten dem diese Woche relativ schwachen europäischen Aktienmarkt zugute kommen. Des Weiteren dürfte für heimische Anleger die Veröffentlichung des deutschen BIP-Wachstums für das erste Quartal 2018 äußerst interessant sein.
Martin Huber ist Sprecher der Regionalen Geschäftsleitung Süd der Deutschen Bank.

Gemäß Aussagen des US-Energie-ministeriums am Mittwoch, sind die Rohöl-Lagerbestände in den USA in der vergangenen Woche um 3,3 auf 463,2 Mio. Barrel (1 Fass = 159 l) gesunken, wodurch sich der Preis für Rohöl leicht verbesserte. So stieg beispielsweise der Preis für die US-amerikanische Rohölsorte WTI (West Texas Intermediate) zwischenzeitlich auf 48,40 USD pro Barrel an. Durch die Tatsache, dass jedoch die US-Produktion abermals recht deutlich zulegte, wurde die Aufwärtsbewegung des Ölpreises gestoppt. Auf Wochensicht haben die Ölpreise um 1,5% nachgegeben.
Gemäß Aussagen des US-Energie-ministeriums am Mittwoch, sind die Rohöl-Lagerbestände in den USA in der vergangenen Woche um 3,3 auf 463,2 Mio. Barrel (1 Fass = 159 l) gesunken, wodurch sich der Preis für Rohöl leicht verbesserte. So stieg beispielsweise der Preis für die US-amerikanische Rohölsorte WTI (West Texas Intermediate) zwischenzeitlich auf 48,40 USD pro Barrel an. Durch die Tatsache, dass jedoch die US-Produktion abermals recht deutlich zulegte, wurde die Aufwärtsbewegung des Ölpreises gestoppt. Auf Wochensicht haben die Ölpreise um 1,5% nachgegeben.

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