Ausgang der Midterm Elections befeuern den S&P 500

Martin Huber, Deutsche Bank
Martin Huber / Bild: Deutsche Bank
Am 6. November standen in den USA die Midterm Elections an: Bei den Kongresswahlen konnten die Demokraten zumindest im Repräsentantenhaus nach acht Jahren wieder die Mehrheit erobern. Während im Senat, der nur zu einem Drittel neu besetzt wurde, die Republikaner ihre Position verteidigen konnten. US-Präsident Donald Trump muss nun aufgrund des Verlusts des Repräsentantenhauses bei verschiedenen Gesetztesvorhaben auf die Demokraten zugehen. Jedoch kann er wie zuvor auch gewisse Vorhaben, wie bspw. bei den Handelsstreitigkeiten, gegen den Widerstand des Repräsentantenhauses per Dekret beschließen. Unabhängig vom Ausgang der Wahlen ist der robuste Konjunkturaufschwung in den USA weiterhin intakt. Das bestätigt auch der ISM-Index für das Nicht-Verarbeitende Gewerbe, der im September mit 61,6 Saldenpunkte auf den höchsten Stand seit über 21 Jahren geklettert ist.

Renten: Abnahmende Risikoaversion nach den Midterms

Die US-Rentenmärkte wurden in der vergangenen Woche von zwei Faktoren wesentlich beeinflusst. Noch zu Beginn der Woche verstärkte der veröffentlichte Arbeitsmarktbericht die Sorgen vieler Anleger, dass die Fed den Leitzins schneller anheben könnte als bislang erwartet. Für eine abnehmende Risikoaversion der Anleger sorgte hingegen das Ergebnis der Midterm Elections. Insgesamt führten die Ereignisse zu einem Anstieg der Rendite bei 10-jährigen US-Staatsanleihen, die um einen Basispunkt auf 3,22 Prozent zulegten. Die Rendite 10-jähriger Bundesanleihen zeigte sich volatil, jedoch im Wochenvergleich kaum verändert.

Aktien: S&P legte deutlich zu

Der US-Leitindex S&P 500 konnte im Wochenverlauf stark zulegen. Der Ausgang der Midterm Elections wurde an der Wall Street positiv aufgenommen. Zukünftige Entscheidungen, die der Zustimmung des Kongresses bedürfen, müssen jetzt auch von den Demokraten abgesegnet werden, was das Regieren für Trump erschweren dürfte. Die Mehrheit der Anleger gehen nun davon aus, dass Donald Trump dadurch etwas moderater regieren könnte, was den Kapitalmärkten zugute-kommen sollte. Außerhalb der USA hemmten anhaltende Risikofaktoren die Kursentwicklung der Aktienmärkte. So belastete beispielsweise der andauernde Handelskonflikt zwischen den USA und China insbesondere die Märkte asiatischer Schwellenländer. Zumindest konnten sich Börsianer über starke chinesische Außenhandels-daten freuen, die die Kursrückgänge etwas abschwächen konnten.

Rohstoffe: Ölpreise im Sinkflug

Am Ölmarkt stiegen die Sorgen vor einem globalen Angebotsüberschuss durch eine rasant steigende Weltproduktion bei nachlassender Nachfrage. Die angekurbelte US-Produktion, die im August erstmals 11 Millionen Barrel pro Tag überstieg, sorgte zuletzt für einen Anstieg der US-Lagerbestände um 5,8 Millionen Barrel, welche nun drei Prozent über dem 5-Jahresdurchschnitt liegen. Die Ölpreise liegen mittlerweile rund 20 Prozent unter den diesjährigen Höchstständen bei den Sorten WTI und Brent.

Was bringt die Woche?

Iu Beginn der kommenden Woche stehen politisch wichtige Themen für Europa im Mittelpunkt. Neben Informationen zum Fortschritt der Brexit-Verhandlungen durch Chef-Unterhändler Michel Barnier könnten die Entwicklungen der Budgetverhandlungen zwischen Italien und der EU für Spannungen an den Kapitalmärkten sorgen. Außerdem dürfte die Veröffentlichung des deutschen Wirtschaftswachstums im dritten Quartal sowie aktuelle Inflationsdaten in den USA die Stimmung der Investoren beeinflussen.
Martin Huber ist Sprecher der Regionalen Geschäftsleitung Süd der Deutschen Bank.

Gemäß Aussagen des US-Energie-ministeriums am Mittwoch, sind die Rohöl-Lagerbestände in den USA in der vergangenen Woche um 3,3 auf 463,2 Mio. Barrel (1 Fass = 159 l) gesunken, wodurch sich der Preis für Rohöl leicht verbesserte. So stieg beispielsweise der Preis für die US-amerikanische Rohölsorte WTI (West Texas Intermediate) zwischenzeitlich auf 48,40 USD pro Barrel an. Durch die Tatsache, dass jedoch die US-Produktion abermals recht deutlich zulegte, wurde die Aufwärtsbewegung des Ölpreises gestoppt. Auf Wochensicht haben die Ölpreise um 1,5% nachgegeben.
Gemäß Aussagen des US-Energie-ministeriums am Mittwoch, sind die Rohöl-Lagerbestände in den USA in der vergangenen Woche um 3,3 auf 463,2 Mio. Barrel (1 Fass = 159 l) gesunken, wodurch sich der Preis für Rohöl leicht verbesserte. So stieg beispielsweise der Preis für die US-amerikanische Rohölsorte WTI (West Texas Intermediate) zwischenzeitlich auf 48,40 USD pro Barrel an. Durch die Tatsache, dass jedoch die US-Produktion abermals recht deutlich zulegte, wurde die Aufwärtsbewegung des Ölpreises gestoppt. Auf Wochensicht haben die Ölpreise um 1,5% nachgegeben.

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