Rückblick 2019: Auf allen Ebenen erfolgreich

Olivier de Berranger, LFDE - La Financière de l’Échiquier
Olivier de Berranger/Bild: LFDE - La Financière de l’Échiquier
Als ein auf allen Ebenen erfolgreiches Jahr lässt sich 2019 im Hinblick auf die Entwicklung der Finanzmärkte am besten beschreiben. Damit bot das vergangene Jahr nach dem Katastrophenjahr 2018 ein attraktiveres Umfeld für Anlagen. Schließlich lagen zum Jahresende 2018 sämtliche Asset-Klassen, von europäischen und chinesischen Aktien über Rohöl und Unternehmensanleihen bis hin zu Hochzinsanleihen, im Minus. Demgegenüber sollte sich das Jahr 2019 für die meisten dieser Asset-Klassen als positives Jahr erweisen. Dies gilt insbesondere für die Entwicklung risikoreicher Anlagen in den letzten vier Monaten des Jahres. Denn nach dem Sommer verzeichneten diese Instrumente eine, gelinde gesagt, überraschende Wertentwicklung.

Entgegengesetzte Strategien mit gleichem Ergebnis

Wäre ein Anleger Anfang 2019 davon überzeugt gewesen, dass die europäische Wirtschaft unter einer unvermeidlichen Japanisierung leide, d. h. einem Beinahe-Stillstand des Wachstums und einer Inflation von knapp über null Prozent, hätte er massiv in Staatsanleihen investieren müssen. Dementsprechend belief sich etwa die Wertentwicklung 20-jähriger französischer Staatsanleihen Anfang September auf +20 Prozent.
 
Wäre er hingegen sicher gewesen, dass die akkommodierende Politik der Zentralbanken oder die Lohnforderungen die Inflation beflügeln würden – wobei es sich um eine diametral entgegengesetzte Strategie handelt –, hätte er sich für Anlagen in Gold und Rohöl entschieden. Auch in diesem Fall hätte er Anfang September ein Plus von 20 Prozent verzeichnen können.
 
Selbst wenn er die zum Teil widersprüchlichen makroökonomischen Prognosen ignoriert und sein Kapital in die Unternehmen des S&P 500 Index investiert hätte, wäre ihm eine positive Wertentwicklung von nahezu 20 Prozent sicher gewesen.

Korrektur gegen Jahresende

In den letzten vier Monaten des Jahres kam es jedoch glücklicherweise zu einer Korrektur, die dieser quasi beispiellosen Situation größtenteils ein Ende setzte. Während der Goldpreis stabil blieb und sich die Performance von Staatsanleihen ins Negative kehrte (20-jährige französische Staatsanleihen -6,5 Prozent), erlebten die Aktienmärkte einen fulminanten Jahresabschluss. Der CAC 40 (mit Wiederanlage der Dividenden) beispielsweise, beendete das Jahr 2019 auf einem historischen Höchststand und verzeichnete über die vergangenen zehn Jahre eine annualisierte Performance von 8,7 Prozent.

Selektives Vorgehen

„Die Zukunft ist ein bequemer Ort für Träume“, sagte einmal Anatole France. Wir können uns natürlich eine ähnliche Wertentwicklung für die nächsten zehn Jahre wünschen, doch in einem extrem polarisierten Markt wird ein selektives Vorgehen zusehends unentbehrlich. Zum ersten Mal seit 25 Jahren vereinen die fünf größten Unternehmen des S&P 500 (Apple, Microsoft, Alphabet, Amazon und Facebook) nahezu 20 Prozent der Gesamtkapitalisierung des Index auf sich.
 
Um langfristig eine positive Wertentwicklung erzielen zu können, ist es angesichts dieses unbestreitbaren Konzentrationsrisikos heute wichtiger denn je, abseits der Indizes zu investieren.
Olivier de Berranger ist Chief Investment Officer, Alexis Bienvenu Fondsmanager von La Financière de L‘Echiquier, Enguerrand Artaz Fondsmanager

Im Artikel erwähnte Wertpapiere

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