Der Japanische Aktienmarkt verändert sich

Naoki Kamiyama, Nikko AM
Naoki Kamiyama / Bild: Nikko AM
Hoffnungen auf eine Verbesserung der US-chinesischen Handelsbeziehungen und entsprechend bessere Unternehmensgewinne gaben der Börse in Tokio im Oktober Auftrieb. Zwei weitere Themen sind derzeit interessant, wenn es um japanische Aktien geht.

Verschärfte Regulierung für ausländische Investoren – zu früh für ein Urteil

Zahlreiche Länder haben ihre Investmentregeln für Ausländer verschärft, um sensible Technologien fremdem Zugriff zu entziehen. Diesem Trend folgt jetzt auch Japan. Stimmt  das Parlament zu, müssen ausländische Investoren strengere Richtlinien erfüllen, wenn sie Aktien von Unternehmen kaufen möchten, die die nationale Sicherheit tangieren. Befürchtet werden negative Auswirkungen für Kapitalzuflüsse aus dem Ausland. Über die Wirkungen einer solchen Gesetzgebung lässt sich zu diesem Zeitpunkt allerdings noch nichts sagen. Die Regierung dürfte die Bedenken der Anleger berücksichtigen, bevor sie die Verschärfungen verabschiedet. Diese könnten daher in ihrer finalen Form sehr flexibel aussehen – wir glauben nicht, dass sie ausländische Investoren langfristig abschrecken werden.

Taifune könnten Nachhaltigkeitsbewusstsein steigern

Bei aller Tragik dürfte der rein wirtschaftliche Schaden, den mehrere tropische Stürme im Oktober in Japan angerichtet haben, überschaubar sein. Die Ausgaben für den Wiederaufbau dürften den Konsumausfall in den betroffenen Gebieten kompensieren. Allerdings könnte diese Serie von Naturkatastrophen mit Rekordniederschlägen und orkanartigen Winden den Fokus der Investoren auf Nachhaltigkeit (ESG-Faktoren), Umweltschutz und Maßnahmen gegen den Klimawandel weiter schärfen, möglicherweise bis auf das Niveau europäischer Anleger. Das Ausmaß der jüngsten Taifune und Überschwemmungen könnte dafür sorgen, dass 2019 als das Jahr im Gedächtnis bleibt, in dem Nachhaltigkeit als bedeutender Faktor in der Psyche japanischer Investoren verankert wurde.
Naoki Kamiyama ist Chefstratege beim japanischen Vermögensverwalter Nikko Asset Management

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