Günstige Großwetterlage für Schwellenländer

Nikko AM Multi-Asset-Team
Die Wolken verziehen sich Bild: BBAG/UK
Der Burgfrieden im US-chinesischen Handelskrieg und die Erwartung, dass weitere Zölle nicht erhoben werden, dürften die Ungewissheit mindern und damit eine weltweite Rezession abwenden. Im produzierenden Gewerbe dagegen ist eine globale Rezession im Gange, wie bereits in den Jahren 2012 und 2015. Hier ist aufgrund der länger anhaltenden Ungewissheit der Lagerzyklus aus dem Ruder gelaufen. Quelle der Verunsicherung sind nicht allein Handelskonflikte, sondern auch die schwächelnde Nachfrage nach Tech-Hardware, die 2018 zu Produktionssenkungen geführt hat.

Auftrieb für das produzierende Gewerbe

Es gibt erste Anzeichen dafür, dass sich der übergroße Lagerzyklus zurückentwickelt. Das könnte dem produzierenden Gewerbe Auftrieb geben und damit dem Weltwirtschaftswachstum auf die Beine helfen. Die bereits eingeführten Zölle und die ausgedehnte Phase der Ungewissheit hinterlässt dennoch ihre Spuren.

Lockere Geldpolitik ist hilfreich

Die von den Zentralbanken rund um die Welt verfolgte lockere Geldpolitik ist hilfreich; vor allem in den Industrienationen sind die weiteren Optionen jedoch begrenzt. Der Umschwung der Fed, die inzwischen monatlich 60 Milliarden US-Dollar in Schuldverschreibungen fließen lässt, dürfte immerhin die Liquiditätsbedingungen in den Schwellenmärkten verbessern. Auch auf der Staatsausgabenseite in China und Europa gibt es vereinzelt Lockerungen, die wachstumsfördernd sein dürften.

Taiwan, Vietnam, Südkorea und Indien

Taiwan war zuletzt einer der Nutznießer des US-chinesischen Handelskonfliktes, der gezielten Sanktionen gegen chinesische Unternehmen und der Handelsreibereien zwischen Südkorea und Japan. Auch Vietnam dürfte sehr davon profitieren, dass sich die Lieferketten in der Region gerade neu zusammensetzen. Trotz jüngster Kommentare von Präsident Trump über das US-Defizit im Handel mit Vietnam ist der Aktienmarkt des Landes bisher ungestört vom Trump’schen Zorn zu einem der Top-Performer unter den ASEAN-Staaten aufgestiegen. Das Wachstum innerhalb der ASEAN-Region bleibt stabil – eine Mischung aus Direktinvestitionen aus dem Ausland, lockerer Geldpolitik und fiskalpolitischer Impulse konnte den Nachfrageausfall aus China teilweise kompensieren. Südkoreas Halbleiterproduktion litt zuletzt unter dem Handelsstreit mit Japan; dafür konnte Taiwan entsprechend profitieren. In Indien leiden Konsum und Investitionen unter einem unterkapitalisierten Bankensystem. Hier könnte die überraschende Senkung der Unternehmenssteuern sowohl Gewinne als auch Wachstum in Gang bringen. Aber das wird dauern.

Probleme in Lateinamerika

Lateinamerika leidet derweil unter schwachem Wachstum und mangelnden Reformen. Für Argentinien bleibt zu hoffen, dass Wahlsieger Fernandez in der Wirtschaftspolitik gemäßigtere Positionen vertreten wird als befürchtet. Brasilien hält derweil an seiner Reformagenda fest, auch wenn manchen Wählern und Politikern die Geduld zu reißen droht, da die versprochene Rückkehr auf den Wachstumspfad auf sich warten lässt. Das Land kann sich ein voreiliges Öffnen der fiskalen Schleusen aber einfach nicht leisten.
Mit einem verwalteten Vermögen von 224 Milliarden US-Dollar ist Nikko Asset Management (Nikko AM) einer der größten Vermögensverwalter in Asien. Das Unternehmen bietet hochwertiges aktives Fondsmanagement für eine Vielzahl von Aktien-, Renten-, Multi-Asset- und alternativen Strategien. Im passiven Segment deckt Nikko AM mehr als 20 Indizes ab und umfasst einige der größten börsennotierten Fonds (ETFs) in Asien.