Aktienmärkte profitieren von der Rallye der digitalen Vermögenswerte

Matthew Sigel, VanEck
Matthew Sigel / Bild: VanEck
Nehmen wir an, Sie sind älter, die Kinder sind erwachsen und es ist an der Zeit für Sie, dem Alltag ein wenig zu entfliehen. Sie setzen sich einfach Kopfhörer und eine VR-Brille auf. Mit dieser VR-Brille und den Kopfhörern erleben Sie sich als eine viel jüngere und hübschere Person, die besser aussehend, wohlhabender, stärker usw. ist. Zudem haben Sie Ihre Freunde von früher wieder um sich, auch wenn sie vielleicht schon verstorben sind. Dieses Leben könnte Ihnen Tag für Tag mehr Spaß machen als das, das Sie gerade real führen. Was passiert eigentlich, wenn wir Menschen verlieren? Ich würde dies als Übertritt ins Jenseits bezeichnen. Wenn sie morgens aufwachen, wünschen sie sich sicher, bei Ihnen zu sein. Genau das wird passieren.“ - Eric Schmidt, ehemaliger CEO von Google, im
Tim Ferriss Podcast, 17. Oktober 2021
Digital Assets erholten sich im Oktober dank des starken makroökonomischen Rückenwinds, der Saisonalität und Fundamentaldaten, die Bitcoin um 59 Prozent und Ethereum um 88 Prozent in die Höhe trieben. Makroökonomisch gesehen erreichte der Verbraucherpreisindex in den USA ein 12-Jahres-Hoch von 5,4 Prozent und die durch TIPS implizierten Breakeven-Spreads kletterten auf ein Allzeithoch von 2,9 Prozent, wodurch sich das Interesse an Inflationsabsicherungen in Form von Rohstoffen und Kryptowährungen erhöhte.
 
Was die Fundamentaldaten betrifft, stieg die Gesamtzahl der Bitcoin- und Ethereum-Adressen um 1,5 bzw. 2,7 Prozent gegenüber dem Vormonat, was die höchste Wachstumsrate seit April darstellt. Die beiden größten Blockchain-Netzwerke dürften im Jahr 2021 Zahlungen im Wert von fast 8 Billionen US-Dollar abwickeln, was etwa zwei Drittel des Werts des Visa-Netzwerks entspricht und zehnmal schneller wächst.

Rege Kapitalmarktaktivität

Die breite Einführung digitaler Vermögenswerte sorgt weiterhin für eine rege Kapitalmarktaktivität, einschließlich mehrerer Börsengänge. In den USA beschaffte Stronghold Digital (SDIG, Marktkapitalisierung: 1 Milliarde US-Dollar) 127 Millionen US-Dollar zu einem über dem Marktniveau liegenden Preis. Der in Kenderell im US-Bundesstaat Pennsylvania ansässige Miner betreibt sein eigenes Kohlekraftwerk und behauptet, dank der Renewable Energy Credits und staatlicher Steueranreize für die Renaturierung stillgelegter Kohlebergwerke die niedrigsten Kosten unter den börsennotierten Bitcoin-Minern zu haben. Nach eigenen Angaben reduziert Stronghold mit seiner Technologie den Ausstoß von Stick- und Schwefeloxiden, Feinstaub und Quecksilber um 90 bis 99 Prozent verglichen mit dem Verbleib der Kohle an Ort und Stelle. Unterdessen haben auch das in Delaware ansässige Unternehmen Rhodium Enterprise (RHDM) und die australische Gesellschaft Iris Energy (IREN) Pläne für eine Kapitalbeschaffung in Höhe von jeweils 100 Millionen US-Dollar im Rahmen von IPOs eingereicht. Rhodium zufolge kann das Unternehmen mit seiner Flüssigkühlungstechnologie die mechanische Lebensdauer von Bitcoin-Minern um 30 bis 50 Prozent verlängern. Hierbei handelt es sich um eine Strategie zur Gewinnung von teurerer überschüssiger Energie mit abgeschriebener Ausrüstung, die sich nicht für teurere Stellflächen in Rechenzentren eignet.6 Iris beschränkt seine Mining-Entwicklung auf Regionen mit ausreichenden und kostengünstigen erneuerbaren Energien und hat Partnerschaften mit indigenen Gemeinden in Kanada geschlossen, die Gewinnbeteiligungen, Schulungen und Beschäftigungsmöglichkeiten beinhalten. Die Umwelt-, Sozial- und Governance-Faktoren („ESG“) scheinen sich offenbar zu verbessern.
An den anderen Aktienmärkten stieg das koreanische Krypto-Gaming-Unternehmen WeMade (112040 KS, Marktkapitalisierung: 5 Milliarden US-Dollar) im Oktober um 165 Prozent und machte den Gründer Park Kwan-Ho laut Forbes zum Milliardär. Drei der fünf reichsten Männer Südkoreas erwirtschaften mittlerweile zumindest einen Teil ihres Vermögens mit digitalen Assets. Das Kryptorollenspiel Mir4 von WeMade wurde seit dem 31. August in 170 Ländern mit mehr als 1,5 Millionen Downloads auf Android und Apple eingeführt, wobei die Downloads auf Steam, das vor zwei Wochen Kryptospiele deaktiviert hat, nicht mitgezählt wurden. (Als Reaktion auf den Schritt von Steam twitterte der CEO von Epic Games, Tim Sweeney, dass Epic „Spiele befürwortet, die die Blockchain-Technologie nutzen“. Dies ist ein Beispiel für die Spieltheorie, nach der ein Unternehmen oder ein Land das einführt, was andere meiden). Derweil hat sich das Volumen der Kryptowährung „Wemix“ von WeMade im Oktober mehr als verdreifacht und wird nun mit einer Marktkapitalisierung von 800 Millionen US-Dollar gehandelt. Dies zeigt deutlich, dass die Entwicklung einer reinen Pure-Play-Währung die entsprechende Aktie um das Doppelte übertrifft.

Dynamik im Metaversum

Eine vergleichbare Dynamik findet auch im Metaversum statt: Die Umbenennung von Facebook in Meta hat der Aktie keinen Auftrieb gegeben. Im Oktober fiel sie um 3 Prozent. Ein nach Marktkapitalisierung gewichteter Korb der von Jefferies bevorzugten NFT- und Metaverse-Aktien stieg um 6 Prozent. Der Roundhill Ball Metaverse ETF (META, Marktkapitalisierung: 150 Millionen US-Dollar) verzeichnete ein Plus von 9 Prozent. Im Gegensatz zu diesen verhaltenen Zuwächsen legte der MVIS CryptoCompare Media Entertainment Leaders Index, der sechs der bedeutendsten Tokens enthält, die „zur Belohnung von Nutzern für Inhalte, Spiele, Glücksspiele oder soziale Medien“ (sog. „Pure Plays“) verwendet werden, im Oktober um 105 Prozent zu. Allein seit der Meldung über Facebook ist der SAND von The Sandbox um 115 Prozent, der WILD von Wilder Worlds um 114 Prozent, der TLM von Alien Worlds um 79 Prozent, der ATLAS von Star Atlas um 73 Prozent und der AXS von Axie Infinity um 27 Prozent gestiegen. Daher sind Anleger, die sich im Metaverse engagieren wollen, unserer Meinung nach mit einem direkten Engagement in die Coins am besten bedient. Mit Indizes wie dem bereits erwähnten MVIS, der auf Bloomberg abrufbar ist, lässt sich ein solches Unterfangen nun leichter nachverfolgen.

Mehr Research zu Kryptowährungen

Zeitgleich mit dem Anstieg der kryptobezogenen Kapitalmarktaktivitäten haben wir in diesem Monat auch eine deutliche Zunahme von Broker Research zu Kryptowährungen in unseren Posteingängen festgestellt. Ein solches Research fördert oft zusätzliche Kapitalmarktaktivitäten. Dies hat sich auch darin gezeigt, dass bei den drei im letzten Monat beantragten Bitcoin-Börsengängen JPMorgan, Citigroup, Macquarie, Canaccord Genuity, Cowen und Tudor Pickering als Underwriter und Bookrunner beteiligt waren. Unterdessen haben Morgan Stanley, Jefferies und Merrill Lynch im Oktober jeweils mehr als 100 Seiten umfassende Studien über digitale Vermögenswerte veröffentlicht.
 
Da sich Kryptounternehmen allein im 3. Quartal 8,2 Milliarden US-Dollar beschaffen konnten,  dürften Anleger unseres Erachtens in den kommenden Monaten mit Analysen überflutet werden, in denen diese neuen Themen erläutert werden. Offensichtlich haben sich die Bildungsanstrengungen bisher gelohnt: Midcaps wie Marqeta (MQ, Marktkapitalisierung: 17 Milliarden US-Dollar) und Bakkt (BKKT, Marktkapitalisierung: 9 Milliarden US-Dollar) legten im Oktober um 38 Prozent bzw. 258 Prozent zu, nachdem sie weitere Details über ihre kryptowährungsbasierten Kunden Mastercard und Coinbase bekannt gegeben hatten. Angesichts des makroökonomischen Umfelds von Lieferkettenengpässen und Inflationssorgen scheint sich der Übergang des Markts zu „entmaterialisierten“ Produkten und Dienstleistungen wie NFTs und digitalem Bauland im Metaverse zu beschleunigen.
Matthew Sigel ist Head of Digital Assets Research bei VanEck
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