Nachhaltiges Investieren wird zum Muss

Michael Baldinger, UBS Asset Management
Michael Baldinger / Bild: UBS Asset Management
UBS Asset Management und Responsible Investor haben die Ergebnisse einer umfassenden, weltweiten Studie mit dem Titel „ESG: Do you or don't you?“ bekanntgegeben. Dabei ging es um die Frage, ob Umwelt-, Sozial- und Unternehmensführungskriterien (englisch: Environmental, Social, Governance = ESG) von Anlegern stärker berücksichtigt werden als allgemein angenommen. Die kurze Antwort: Ja, das trifft zu.
  • Eine Umfrage mit dem Titel „ESG: Do you or don't you?“ von UBS Asset Management und Responsible Investor zeigt, dass eine große Mehrheit (78 Prozent) der institutionellen Investoren weltweit bereits Umwelt-, Sozial- und Unternehmensführungskriterien in ihren Anlageprozess einbeziehen.
  • An der Umfrage nahmen mehr als 600 Investoren teil, die für ein Gesamtvermögen von über
    19 Billionen Euro Verantwortung tragen.
  • Die wichtigsten Gründe für die Integration von ESG-Kriterien sind weltweit dieselben. Die weitaus meisten Investoren (über 80 Prozent) halten es für ein erhebliches Risiko, ESG-Faktoren nicht zu berücksichtigen, und viele von ihnen (55 Prozent) sind zudem überzeugt, dass sich deren Berücksichtigung positiv auf ihren Anlageerfolg auswirken wird.
  • Besonders wichtig ist, dass viele institutionelle Investoren davon ausgehen, dass Umweltfaktoren bei ihren Investments in den nächsten fünf Jahren eine größere Rolle spielen werden als traditionelle finanzielle Kriterien.
UBS Asset Management und Responsible Investor haben die Ergebnisse einer umfassenden, weltweiten Studie mit dem Titel „ESG: Do you or don't you?“ bekanntgegeben. Dabei ging es um die Frage, ob Umwelt-, Sozial- und Unternehmensführungskriterien (englisch: Environmental, Social, Governance = ESG) von Anlegern stärker berücksichtigt werden als allgemein angenommen. Die kurze Antwort: Ja, das trifft zu.

Auch US-Investoren setzen auf Nachhaltigkeit

  • In Europa ist der Prozentsatz der institutionellen Investoren, die bereits im Bereich ESG aktiv sind, mit 82 Prozent am höchsten.
  • In Asien, Ozeanien und Afrika liegt dieser Prozentsatz bei 76 Prozent. In diesen Regionen ist auch die Zahl derer, die zukünftig ESG-Faktoren berücksichtigen wollen, am größten, was hohes Wachstumspotenzial in Aussicht stellt. In Japan trifft dies beispielsweise auf jeden dritten institutionellen Investor zu.
  • Entgegen einem weit verbreiteten Eindruck und trotz der in den USA herrschenden, recht feindseligen Haltung zum Thema Nachhaltigkeit, sind auch dort die Investoren, die ESG Beachtung schenken (68 Prozent), gegenüber denen, die dies nicht tun (11 Prozent), klar in der Überzahl.
  • Während einige Investoren ESG-Kriterien in ihren gesamten Anlageprozess integrieren, trifft dies bei der Anlagestrategie (69 Prozent), der Suche nach und der Auswahl von Portfoliomanagern (65 Prozent) und der Performance-Verfolgung (60 Prozent) auf mehr als die Hälfte der Investoren zu.
  • Bei allen Arten von Versorgungskassen ist der Anteil derer, die ESG-Faktoren integrieren, ähnlich hoch (zwei Drittel). Von den Pensionsfonds auf Basis von aufgeschobener Vergütung integrieren bereits drei Viertel ESG-Kriterien in ihre Standardfonds, wobei sich die meisten (63 Prozent) für Investments in breit angelegte ESG-Strategien entscheiden.
  • Nur knapp jeder Dritte (30 Prozent) ist bereits heute in der Lage, die Auswirkungen seiner ESG-Strategie zu messen. Doch weitere 44 Prozent wollen dies in der Zukunft erreichen.

Umweltrisiken spielen eine wichtige Rolle

Wenn wir mit unseren großen institutionellen Kunden sprechen, stellen wir zunehmend eine veränderte Haltung zu nachhaltigem Investieren fest. Diese aktuelle Studie bestätigt unsere Überzeugung: Nachhaltiges Investieren ist nicht länger eine schöne Option, sondern ein Muss. Einen hohen Stellenwert für institutionelle Investoren hat auch die Frage, inwieweit sich Umweltrisiken auf ihre Investments auswirken könnten. Aus diesem Grund gehört nachhaltiges Investieren zu den strategischen Prioritäten unseres Unternehmens. Und deshalb ist es wichtig, dass wir bei der Entwicklung innovativer Produkte und Lösungen an der Spitze bleiben, damit wir unseren Kunden
helfen können, einige besonders drängende Herausforderungen bei der Kapitalanlage zu bewältigen.

Klimawandel und Biodiversität geraten mehr ins Blickfeld

Auch Hugh Wheelan, Managing Editor von Responsible Investor, äußerste sich zu den Studienergebnissen: „Die Ergebnisse dieser groß angelegten Umfrage unter institutionellen Investoren auf der ganzen Welt haben uns überrascht. Wir dachten, dass es Pensionsfonds geben muss, die ESG-Faktoren berücksichtigen, aber nicht wahrgenommen werden. Die Zahl der positiven Antworten, die wir im Rahmen der Umfrage von Versorgungskassen aus dem privaten Sektor erhalten haben, war aber unerwartet hoch. Es ist auch wirklich sehr beeindruckend, von Anlegern zu erfahren, dass sich die Themen Klimawandel und Biodiversität nach ihrer Einschätzung in den nächsten fünf Jahren mindestens ebenso sehr oder sogar noch stärker auf ihre Anlageportfolios auswirken könnten wie traditionelle Finanzinformationen.“
 
Dem „2018 Global Sustainable Investment Review“ zufolge summierten sich die weltweiten nachhaltigen Kapitalanlagen zu Beginn des Jahres 2018 auf 30,7 Billionen US-Dollar, was einer Zunahme um 34 Prozent in den beiden vorangegangenen Jahren entspricht.

Integration in das Investmentresearch

Das von UBS Asset Management (UBS-AM) nachhaltig investierte Gesamtvermögen beläuft sich inzwischen auf mehr als 230 Mrd. US-Dollar (Stand 31.03.2019), wozu vor allem die Integration von ESG-Faktoren in den Investmentresearch-Prozess für einen beachtlichen Teil der von UBS AM aktiv verwalteten Anlagegelder beigetragen hat.
Michael Baldinger ist Head of Sustainable & Impact Investing bei UBS Asset Management (UBS-AM).