Die Investoren sind nervös

Prof. Dr. Bernd Meyer, Berenberg
Prof. Dr. Bernd Meyer / Bild: Berenberg
Die letzten beiden Wochen waren von einer erhöhten Volatilität am Aktienmarkt geprägt, wie von uns erwartet und im Einklang mit der zuletzt typischen höheren Schwankungsbreite in den großen Optionspreisverfall hinein. In diesen Tagen werden Optionen oft gerollt, was dazu führt, dass die Market Maker ihrerseits ihre Hedges auflösen bzw. anpassen müssen. Die Volatilität dürfte aber noch zumindest bis zur Fed-Sitzung diesen Mittwoch erhöht bleiben, für die einige Marktteilnehmer schon eine konkrete Ankündigung des Zeitplans zur Drosselung der Anleihekaufprogramme erwarten. Der zuletzt etwas enttäuschende US-Arbeitsmarktbericht sowie durchwachsene US-Konjunkturdaten dürften dies aber zumindest für die September-Sitzung unwahrscheinlicher gemacht haben. So kann es sein, dass sich auch bei der Fed-Sitzung das typische Muster bewahrheitet: Vor der Fed-Sitzung sind Investoren nervös, die Volatilität steigt, dann überrascht die Fed taubenhaft und die Volatilität geht wieder zurück.

Kurzfristiger Ausblick: Wochen der Zentralbanken

In den nächsten zwei Wochen stehen die Zentralbanken im Zentrum der Aufmerksamkeit. Am 22.09. findet die monatliche Sitzung der Fed und am 23.09. die der Bank of England statt. Ende September findet dann das EZB-Zentralbankforum sowie die EU-Parlamentsanhörung von EZB-Präsidentin Lagarde statt. Am 26.09. finden zudem die deutschen Bundestagswahlen statt. Der chinesische Nationalfeiertag und damit der Beginn der National Day Golden Week fällt auf den 1. Oktober. Konjunkturell dürften diese Woche neben den Häusermarktdaten für die USA die vorläufigen Einkaufsmanagerindizes der Eurozone, Großbritanniens und der USA für September im Mittelpunkt stehen, welche am 23.09. veröffentlicht werden. Am 24.09. folgt das ifo-Geschäftsklima (Sep.) für Deutschland. In der Folgewoche stehen die Einzelhandelsumsätze (Aug.), das Verbrauchervertrauen (Okt.) und die Inflationsdaten (Sep.) für Deutschland sowie das Verbrauchervertrauen (Sep.), die Auftragseingänge (Aug.) und der ISM-Index für die USA an.
  • Im Vorfeld von Fed-Sitzungen steigt ähnlich wie bei US-Wahlen die Unsicherheit und damit die implizite Volatilität an. Viele Anleger sichern „Risiko-Events“ ab. Nach den Fed-Sitzungen, die häufig auch taubenhafter als vom Konsensus erwartet ausfallen, werden die Absicherungen dann aufgelöst und die Volatilität sinkt gewöhnlich wieder.
  • Da der Markt gut auf eine Drosselung der Anleihekäufe vorbereitet worden ist und diese auch nicht sofort erfolgen dürften, würden wir auch dieses Mal von einem ähnlichen Muster ausgehen.
Der Berenberg-Monitor erscheint zweiwöchentlich und gibt mithilfe wiederkehrender Abbildungen und Daten einen strukturierten Überblick über die aktuellen Entwicklungen an den Kapitalmärkten und beleuchtet jeweils eine wichtige Entwicklung näher - wir geben ihn in Auszügen wider!

Ausgewählte Asset-Klassen

  • Über die letzten vier Wochen traten die meisten Anlageklassen auf der Stelle. Brentöl und  Industriemetalle bildeten aufgrund von Angebotsengpässen Ausnahmen und legten stärker zu.
  • Gold verzeichnete die schwächste Performance. Steigende US-Staatsanleiherenditen belastetenndas Edelmetall.
  • Schwellenländeraktien konnten sich zuletzt leicht erholen.
  • Japan war zuletzt die mit Abstand stärkste Aktienregion, angetrieben durch positive   Gewinnrevisionen und dem aufgekommenen Optimismus  hinsichtlich einer neuen Wirtschaftspolitik nach der Ankündigung des Rücktritts von Premierminister Yoshihide Suga.
  • Osteuropa bleibt jedoch die beste Aktienregion weltweit, begünstigt durch die anhaltende Rohstoffrallye sowie der relativ günstigen Bewertung
  • Sichere Staatsanleihen schnitten jüngst am schlechtesten ab. Das deutliche Unterschießen der Anleiherenditen von März bis Juli, befeuert auch durch Momentum-Strategien, wurde somit wieder ein Stück weit kompensiert.
  • USD-Hochzinsanleihen zeigten auch in den letztenvier  Wochen  die  beste  Per-formance und bleiben damit das stärkste Anleihesegment seit Jahresbeginn – hilfreich war dabei auch der starke US-Dollar.
Prof. Dr. Bernd Meyer ist Chefstratege Wealth and Asset Management bei Berenberg.
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Datum: 20. September 2021.

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