Heiter geht's weiter

Robert Ertl mit dem Marktkommentar zur Woche
Robert Ertl / Bild: Freund
Ruhig weiter nach oben: Die deutschen Aktienmärkte haben in der vergangenen, letzten Handelswoche 2021 erneut Gewinne verzeichnet. Der Handel verlief dabei insgesamt recht ruhig, die Handelsvolumina waren überschaubar. Viele Investoren hatten bereits ihre Bücher geschlossen. Die verbliebenen Anleger ließen sich von nachlassenden Sorgen in Bezug auf die Corona-Variante Omikron und Kurszuwächsen an den US-Märkten in gute Stimmung versetzen. Zudem polierten einige Investoren ihre Portfolien auf und kauften im Jahresverlauf stark gestiegene Aktien zu.

Der Dax legte im Wochenvergleich 0,8 Prozent auf 15.884,86 Punkte zu. Auf Jahressicht betrug sein Plus damit 15,8 Prozent. Der MDax, der sich in der vergangenen Woche um 0,8 Prozent auf 35.123,25 Zähler verbesserte, kletterte im zweiten Corona-Jahr um 14,1 Prozent. Der TecDax gewann im Wochenvergleich 1,3 Prozent auf 3.920,17 Punkte, auf Jahressicht stand hier ein Anstieg um 22 Prozent zu Buche. Der m:access All-Share kam im Wochenvergleich um 0,3 Prozent auf 2.607,82 Zähler voran, auf Jahressicht musste er allerdings ein Minus von 9,2 Prozent hinnehmen.

DAX Gewinner und Verlierer 2021

Ganz oben in der Jahresgewinner-Liste im Dax standen die Titel von Sartorius mit einem Kursplus von 68,9 Prozent. Auf den Plätzen zwei und drei folgten Merck mit einem Zuwachs um 67 Prozent und Siemens Healthineers mit einem Jahreskursgewinn von 55,6 Prozent. Damit kamen die Dax-Spitzenreiter im zweiten Corona-Jahr aus den Bereichen Gesundheitstechnologie beziehungsweise Chemie und Pharma.
 
Zu den großen Jahresverlierern im Dax zählte dagegen Delivery Hero  mit einem Kursabschlag um 17,4 Prozent. Im ersten Corona-Jahr war der Essenslieferdienst noch größter Indexgewinner gewesen. Noch härter traf es 2021 Zalando , die Titel büßten auf Jahressicht 22,3 Prozent ein und waren damit die größten Verlierer im Dax.

Anleihen: Dünner Handel, spürbare Verluste-

Die Kurse an den deutschen Anleihemärkten haben in der vergangenen Woche erneut spürbare Verluste verzeichnet. Hier sorgte auch der dünne Handel „zwischen den Jahren“ für merkliche Kursausschläge. Belastet wurden die Notierungen der Bundespapiere von Hoffnungen, die Auswirkungen der Corona-Variante Omikron auf die Wirtschaft könnten geringer sein als noch vor kurzem befürchtet, und festeren Konjunkturdaten aus den USA. Die Rendite der marktbestimmenden zehnjährigen Bundesanleihe legte im Wochenvergleich von -0,26 auf -0,18 Prozent zu. Die Umlaufrendite erhöhte sich von -0,35 auf -0,28 Prozent. Ende 2020 hatte die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe lediglich -0,58 Prozent betragen, die Umlaufrendite hatte bei -0,56 Prozent gelegen.

USA: Neue Rekorde zum Jahresende

Die US-Aktienbörsen haben in der vergangenen Woche ein sehr gutes Börsenjahr erfolgreich beendet. Im Gegensatz zu ihren hiesigen Pendants markierten wichtige US-Indizes in der vergangenen Woche sogar noch neue Rekordstände. Der Dow-Jones-Index stieg im Wochenvergleich um 1,1 Prozent auf 36.338,30 Punkte, was auf Jahressicht einen Gewinn von 18,7 Prozent bedeutete.
Der breiter gefasste S&P-500-Index kam mit einem Wochenplus von 0,9 Prozent auf 4.766,18 Zähler und ein Gesamtjahres-Plus von 26,9 Prozent. Der technologielastige Nasdaq-100-Index rückte im Wochenvergleich zwar nur minimal um 0,1 Prozent auf 16.320,08 Punkte vor, auf Jahressicht konnte der Index allerdings einen Sprung um 26,6 Prozent vorweisen.

Ausblick: Optimistischer Blick nach vorn

Nach dem freundlichen Jahresausklang 2021 geben sich etliche Analysten auch für den Auftakt 2022 sowie für das Gesamtjahr optimistisch, auch wenn prozentual ähnlich hohe Indexsteigerungen wie im Vorjahr als weniger wahrscheinlich betrachtet werden. Hintergrund für letztere Prognose ist vor allem die angekündigte geldpolitische Straffung in den USA.

Eine wichtige Rolle dürften in den kommenden Tagen wie Wochen wieder einmal die Nachrichten zur Corona-Pandemie spielen. Denn auch wenn zuletzt in Bezug auf die Auswirkungen der Omikron-Variante der Optimismus überwogen hatte, dürften die Anleger genau auf die weiteren Entwicklungen achten. Sollten die Zahlen hier die Hoffnung, dass die Omikron-Welle glimpflicher verlaufen werde als zunächst befürchtet, nicht stützen, könnte sich das direkt in der Marktstimmung niederschlagen. Auf der anderen Seite könnten Nachrichten, die die optimistische Sichtweise untermauern, die Kauflaune der Investoren befeuern.

Der vollen Aufmerksamkeit der Märkte kann sich auch die Vielzahl hochkarätiger Konjunkturdaten gewiss sein, die in der aktuellen Woche zur Veröffentlichung ansteht. Dabei kommen aus China, Deutschland, der Eurozone und den USA mehrere Einkaufsmanagerindizes, zudem das Protokoll der vergangenen Ratssitzung der US-Notenbank Fed, Werkaufträge in Deutschland und den USA sowie die Industrieproduktion in Deutschland. Zu den wichtigsten Terminen gehören die Veröffentlichungen von Inflationszahlen für Deutschland und die Eurozone sowie natürlich der US-Arbeitsmarktbericht, auf den der Bericht des privaten Arbeitsvermittlers ADP bereits einen Ausblick gibt. Die US-Arbeitsmarktzahlen dürften wie üblich einerseits auf ihre Bedeutung in Hinblick auf die konjunkturelle Entwicklung analysiert werden, andererseits auf ihre potenziellen Auswirkungen auf das weitere Vorgehen der Fed.
Ausgewählte wichtige Termine der Woche
Montag, 3.1.: Einkaufsmanagerindizes für das verarbeitende Gewerbe in Deutschland und der Eurozone; Markit PMI Herstellungsindex (USA)
Dienstag, 4.1.: Einzelhandelsumsätze in Deutschland; Arbeitslosenzahlen für Deutschland; ISM Index für das verarbeitende Gewerbe in den USA
Mittwoch, 5.1.:
Dienstleistungsindizes für Deutschland und die Eurozone; Protokoll der vergangenen Ratssitzung der US-Notenbank; ADP-Arbeitsmarktbericht (USA); Markit PMI Gesamtindex (USA)
Donnerstag, 6.1.:
(Heilige drei Könige, Börsenhandel findet statt): Verbraucherpreise in Deutschland; Werkaufträge in Deutschland; ISM-Index für das nicht-verarbeitende Gewerbe in den USA; Werkaufträge in den USA; Handelsbilanz der USA; Caixin Dienstleistungsindex (China)
Freitag, 7.1.: Industrieproduktion in Deutschland; Handelsbilanz Deutschlands; Verbraucherpreise in der Eurozone; Einzelhandelsumsätze in der Eurozone; Geschäftsklima in der Eurozone; US-Arbeitsmarktbericht; Verbraucherkredite in den USA