Handelskrieg bestimmt weiterhin das Börsengeschehen

Carsten Mumm, Donner & Reuschel
Carsten Mumm / Bild: Donner & Reuschel
Die Angst vor einer weiteren Eskalation im Handelskonflikt zwischen China und den USA sowie vor einem möglichen Übergreifen auf Europa hat die globalen Börsen nach wie vor fest im Griff. Aktien, Ölpreis, der chinesische Yuan und sogar der US-Dollar geben zum Teil deutlich nach. Gefragt sind hingegen die vermeintlich sicheren Häfen, wie der Schweizer Franken, Gold und Bundesanleihen – deren Rendite bei 10-jähriger Laufzeit wieder in den negativen Bereich abgetaucht ist.

Anleger müssen weiter warten

Angesichts der Ankündigung des Treffens zwischen den Präsidenten Xi und Trump auf dem G20-Gipfel Ende Juni in Osaka ist vorher kaum mit einem Durchbruch bei den Handelsgesprächen zu rechnen. Die in dieser Woche zur Veröffentlichung anstehenden Daten zur April-Industrieproduktion in China, die im März mit einem Anstieg um 8,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum deutlich überraschten, und in den USA geraten dabei in den Hintergrund. Auch die BIP-Wachstumsraten für das erste Quartal in Deutschland und der Eurozone werden nur eine Randnotiz wert sein, beziehen sich die Angaben doch allesamt auf die Zeit vor dem Scheitern der Konsultationen. Je länger die Verunsicherung anhält, umso deutlicher werden die Bremseffekte für die globale Konjunktur spürbar. Das dürfte die Stimmung der Anleger vorerst weiter belasten.
Carsten Mumm leitet die Abteilung Kapitalmarktanalyse bei der Privatbank DONNER & REUSCHEL. Er ist verantwortlich für die Erstellung der Konjunktur- und Kapitalmarktprognosen sowie der kapitalmarktrelevanten Publikationen. Zuvor verantwortete der 42-jährige die Vermögensverwaltung für private und institutionelle Kunden, das Management von Spezial- und Publikumsfonds sowie die hauseigenen Research-Tätigkeiten. Der gelernte Bankkaufmann und studierte Diplom-Volkswirt ist seit 1998 im Bereich Kapitalanlage beschäftigt. 2006 qualifizierte er sich zum Chartered Financial Analyst.