Warten auf die Notenbanken

Prof. Dr. Bernd Meyer, Berenberg
Prof. Dr. Bernd Meyer / Bild: Berenberg
Während die Konjunkturdaten in den USA anders als in anderen Regionen zuletzt im Schnitt nicht mehr positiv überraschen konnten, gingen die positiven Gewinnrevisionen global weiter – allen voran in rohstofflastigen Regionen wie Lateinamerika und Osteuropa. Für Lateinamerika wird nun ein Gewinnwachstum von mehr als 200 Prozent für dieses Jahr erwartet. Entsprechend haben sich Schwellenländeraktien außerhalb Asiens zuletzt auch überdurchschnittlich entwickelt. Bis sich abzeichnet, wie die Fed agiert und was Joe Biden von seinen Stimulierungspläne auch umsetzen kann, dürfte der Markt unserer Meinung nach über die nächsten Monate in einem abwartenden Modus bleiben. Während Umfragen eine zuletzt wieder deutlich gestiegene Anlegerstimmung zeigen, deutet der Optionsmarkt daraufhin, dass sich Anleger doch vermehrt absichern. Dies werten wir neben den nach wie vor hohen Beständen in Geldmarktfonds und den kontinuierlichen Aktienfondszuflüssen als unterstützend. Ohne externen Auslöser erwarten wir keine stärkere Korrektur.

Kurzfristiger Ausblick: Die Zeit der Notenbanken

Die nächsten Tage stehen im Zeichen der Zentralbanken. Am 10. Juni tagt die EZB, am 16. Juni die Fed und am 24. Juni die BoE. Mit dem sich abzeichnenden Ende der Corona-Krise dürfte die Konjunkturerholung weiter an Fahrt gewinnen. Zudem dürften die Zentralbanken beginnen zu diskutieren, ab wann sie die Geldflut drosseln. Dies dürften die Märkte mit Argusaugen beobachten. Am Dienstag wird der ZEW-Index (Jun.) sowie die Industrieproduktion (Apr.) für Deutschland und die Einzelhandelsumsätze (Apr.) für Italien veröffentlicht. Am Donnerstag folgen die Industrieproduktionsdaten (Apr.) für Italien, Frankreich und Spanien sowie die Verbraucherpreisinflation (Mai) für die USA. Abgeschlossen wird die Woche mit dem US-Verbrauchervertrauen (Jun.) und der UKIndustrieproduktion (Apr.) am Freitag. In der Folgewoche werden die Einzelhandelsumsätze (Mai), die Industrieproduktion (Mai) sowie mehrere Konjunkturstimmungs-Indizes für die USA veröffentlicht.
  • Die implizite Volatilität für 3M-Put-Optionen (10 Prozent aus dem Geld) ist in der
    Regel deutlich höher als für 3M-Call-Optionen (10 Porzent aus dem Geld).
  • Dies lässt sich mit der erhöhten Absicherungsnachfrage von institutionellen Kunden und der bei Abverkäufen tendenziell steigenden Volatilität erklären. Nun ist dieser Skew (Preisunterschied
    zwischen Put- und Call-Optionen) jedoch deutlich höher als in den letzten 10 Jahren. Die Anleger scheinen sich also eher abzusichern, was das Abwärtspotenzial für Aktien begrenzen dürfte.

Ausgewählte Asset-Klassen

  • REITs haben über die letzten vier Wochen weiter Boden gut gemacht, nachdem die Anleiherenditen eher stagniert haben und sich viele Befürchtungen um den Immobilienmarkt nicht bewahrheitet haben. Seit Jahresbeginn konnten sich REITs nun sogar deutlich besser als
    Aktien entwickeln.
  • Brentöl ist nach oben ausgebrochen, dank fallender Lagerbestände. Seit Jahresbeginn hat es nun mehr als 40 Prozent in Euro zugelegt.
  • Von der anhaltenden Rohstoff-Rallye und den guten Konjunkturzahlen haben vor allem osteuropäische Aktien und europäische Small Caps zuletzt profitiert. Der Dax legte ebenfalls zu.
  • Japanische und US-Aktien gehörten zu den Underperformern.
  • Seit Jahresbeginn hat nun de Euro Stoxx 50 besser als der S&P 500 in Euro abgeschnitten – ein seltenes Bild in den letzten Jahren.
  • Bei Anleihen ist weiterhin Carry nachgefragt. Schwellenländer- und Hochzinsanleihen hatten zuletzt die Nase vorne. Lokalwährungsanleihen im Schwellenländerbereich haben nun sogar ins Plus gedreht, was die Performance für dieses Jahr anbelangt.
Prof. Dr. Bernd Meyer ist Chefstratege Wealth and Asset Management bei Berenberg.
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Datum: 7. Juni 2021.

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