Die Kleinen werden die Ersten sein

Der wöchentliche Fonds Kommentar
Bild: Bayerische Börse AG

Studie sieht kleine Asset Manager als Gewinner der erwarteten Konsolidierung

Der Asset-Management-Markt ist derzeit in starker Bewegung, was sich unter anderem, aber nicht nur in der zunehmenden Verschiebung von Vermögen in passive Produkte zeigt. Auch angesichts des zunehmenden Preisdrucks rechnen viele Beobachter auf absehbare Zeit mit einer Konsolidierung der Branche. Gewinner einer solchen Entwicklung könnten laut einer Studie der Unternehmensberatung zeb kleine Asset Manager und Fondsboutiquen mit einem verwalteten Vermögen von weniger als 300 Milliarden Euro sein. Einige Herausforderungen seien für alle Asset Manager gleich, so beispielsweise die Abnahme der Margen und die Reduzierung der Kosten für aktive und passive Produkte, beschreibt die Studie die Ausgangslage. In der laut Analyse wahrscheinlichsten Folge daraus würden die Gewinnmargen der Unternehmen trotz eines Anstiegs der Assets under Management nachhaltig abnehmen. Allerdings würden die kleinen aktiven und passiven Asset Manager ihre Outperformance in diesem Umfeld fortsetzen und hohe Zuflüsse aufgrund ihrer USP-Strategien erleben, so die Analysten. Außerdem würden sie profitabler als der Durchschnitt der Asset-Management-Branche aufgestellt sein und sich auf höhere Preise aufgrund ihrer Qualitätsprodukte berufen können.
… mittlere könnten sich schwächer entwickeln
Während die Studie die kleinen Gesellschaften beruhigt in die Zukunft blicken lässt, sieht sie bei mittelgroßen Asset Managern das niedrigste und am wenig profitabelste Wachstum in den kommenden fünf Jahren. Zur Kategorie „mittelgroß“ zählen die Studienautoren dabei Gesellschaften mit einem verwalteten Vermögen zwischen 300 Milliarden und 1 Billion Euro. Zu dieser Größenklasse gehören laut zeb beispielsweise M&G Investments, AXA Investment Managers, BNP Paribas Asset Management, Schroders oder auch Allianz Global Investors und Union Investment. Für die Studie wurden 46 Asset Manager in Europa mit Assets von insgesamt 29,3 Billionen Euro analysiert, zeb griff dabei auf Zahlen und Daten von Morningstar zurück.

Blackrock hat den besten Ruf bei europäischen Fondsselektoren

Welche Fondsmarke ist aus Sicht von Fondsselektoren die attraktivste? Im Rahmen der Studie Fund Branch 50 hat das Berliner Team des US-Fintechs Broadridge Financial Solutions die relative Markenattraktivität von Asset Managern in Europa erhoben und dazu Interviews mit knapp 900 der bedeutendsten europäischen Fondsauswahlstellen in zehn Schlüsselmärkten geführt. Diese sollten ihre drei besten Kooperationspartner anhand von zehn Marktreiber benennen, zu denen Anlagestrategie, kundenorientiertes Denken, Innovation und Solidität gehörten. Die Antworten wurden dann in einen sogenannten „Total Brand Score“ umgewandelt. Laut diesem hat die US-Gesellschaft Blackrock die höchste Markenattraktivität bei den Fondsselektoren, gefolgt von J.P. Morgan Asset Management und Fidelity. Die DWS landete in der Studie auf dem achten Platz.

Ethenea-Flagschiff-Fonds will keine Aktien mehr kaufen

In der jüngeren Vergangenheit hatte der Ethna-AKTIV  mit Mittelabflüssen und eine unterdurchschnittlichen Performance eher für Negativmeldungen gesorgt, nun soll sich das wieder ändern. Laut Luca Pesarini, dem Chef des Fondsanbieters Ethenea, hat die Gesellschaft beim 4,2 Milliarden Euro schweren Flagschiff-Fonds einerseits personelle Konsequenzen gezogen, andererseits den Ansatz verändert. „Wir wollen künftig Einzelwertverluste bei Aktien ausschließen, deshalb kaufen wir keine Aktien mehr", so Pesarini gegenüber dem Handelsblatt. Auch Themenfonds solle es künftig nicht mehr im Portfolio geben. Stattdessen will Pesarini mit Derivaten wie beispielsweise Futures seine Erwartung der Entwicklung großer Marktindizes umsetzen und vermutete Trends an wichtigen Aktienmärkten in den Vordergrund rücken. Der Schwerpunkt soll dabei auf den USA und Europa liegen.
 

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