Zweigeteilte Börsenwoche mit Blick auf Berichtssaison

Robert Ertl mit dem Marktkommentar zur Woche
Dr. Robert Ertl / Bild: BBAG/Freund
Zweigeteilte Börsenwoche: Nach einer spürbar schwächeren ersten Wochenhälfte haben die deutschen Aktienmärkte in der vergangenen Woche wieder in die Erfolgsspur gefunden, ihre vorangegangenen Verluste aber nur teilweise ausgleichen können. Zu Wochenbeginn drückten Gewinnmitnahmen nach der starken Vorwoche, Konjunktursorgen und Bedenken wegen des Handelsstreits zwischen Europa und den USA die Stimmung der Anleger und ließen diese Dividendentitel verkaufen. Ab Mittwoch bestimmten dann aber positive Impulse das Börsengeschehen. So honorierten die Marktteilnehmer das erwartete Stillhalten der Europäischen Zentralbank, das weiterhin billiges Geld verspricht, überraschend starke Wirtschaftszahlen aus China und positiv ausgefallene Quartalszahlen der US-Banken JP Morgan  und Wells FargoWells Fargo Rg. Die Einigung von Großbritannien und der EU auf eine längere Frist für den Brexit blieb dagegen ohne größere Wirkung auf die Märkte in ihrer Gesamtheit, auch wenn einzelne Werte von ihr profitierten.

Dax auf Tal- und Bergfahrt

Der Dax vollführte eine Tal- und Bergfahrt, letztlich sank er im Wochenvergleich minimal um 0,1 Prozent auf 11.999,93 Zähler. Der Kurs des Indexwerts Lufthansa legte gegen den Trend merklich zu. Für Auftrieb bei den Titel der Fluggesellschaft sorgten ein besser als erwartet ausgefallener Ausblick des US-Konkurrenten Delta, ein positives Analystenurteil sowie charttechnische Signale. Der MDax gab im Wochenvergleich 0,3 Prozent ab auf 25.461,69 Zähler. Der Tech-Dax büßte 0,6 Prozent auf 2.760,69 Punkte ein. Dagegen legte der HAFIX-Deutschland um 0,5 Prozent auf 3.870,91 Zähler zu, beim HAFIX-Europa ging es um 0,3 Prozent nach oben auf 2.908,97 Punkte.

Anleihen:Umgekehrte Vorzeichen

An den deutschen Anleihemärkten spiegelte sich der Stimmungswandel der Anleger in der vergangenen Woche ebenfalls, allerdings mit umgekehrten Vorzeichen. Hier gaben die Kurse nach anfänglichen Gewinnen wieder nach. Die Rendite der richtungsweisenden zehnjährigen Bundesanleihe stieg im Wochenvergleich von 0,002 auf 0,05 Prozent. Die Umlaufrendite lag am Freitag gegenüber dem Vorwochenstand unverändert bei -0,060 Prozent.

US-Indizes gewinnen leicht

In den USA reduzierte sich der Dow-Jones-Index im Wochenvergleich geringfügig auf 26.412,30 Punkte (-0,05 Prozent). Der starke Freitag war dafür verantwortlich, dass der Index seine vorangegangenen Verluste ausbügeln konnte, hier trieb neben den bereits erwähnten Quartalszahlen von JP Morgan auch ein neuer Rekordstand beim Kurs von Disney. Der marktbreitere S&P-500-Index verbesserte sich im Wochenvergleich um 0,5 Prozent auf 2.907,41 Zähler. Der technologielastige Nasdaq-100-Index gewann 0,7 Prozent auf 7.628,15 Punkte.

Ausblick: Die Märkte legen Verschnaufpause ein

Trotz der Aufwärtsbewegung zu Ende der Vorwoche geben sich viele Analysten zurückhaltend, was die Entwicklung der deutschen Aktienbörsen in den kommenden Tagen betrifft. Vielfach ist die Einschätzung zu hören, dass die aktuelle, aufgrund des Feiertags Karfreitag verkürzte Handelswoche eher für Gewinnmitnahmen als für weitere Kursanstiege gut sein dürfte.
Ob dies tatsächlich so kommt oder ob sich die Anleger doch stärker engagieren, dürfte vor allem von zwei Faktoren abhängen. Einerseits von den anstehenden Konjunkturdaten. Hier gab es zuletzt sowohl Licht als auch Schatten, einerseits wurden Wachstumsprognosen gesenkt, andererseits überraschten Daten positiv. In den kommenden Tagen dürften aus Deutschland und der Eurozone nun die ZEW-Konjunkturerwartungen sowie die Einkaufsmanagerindizes die größte Beachtung finden. Aus den USA werden die Marktteilnehmer wohl vor allem auf die Industrieproduktion und die Einzelhandelsumsätze blicken, aus China kommt das Bruttoinlandsprodukt. Je nachdem, wie die Zahlen in der Gesamtheit aufgenommen werden, könnte dies für spürbare Bewegung an den Börsen sorgen.
Andererseits dürften die Märkte auf die ins Laufen kommende Berichtssaison blicken. Nachdem in der vergangenen Woche bereits zwei US-Banken positiv überrascht haben, stehen nun die Zahlen von Goldman Sachs, Citigroup, Bank of America und Morgan Stanley im Fokus. Aus Deutschland kommen einstweilen nur Daten aus der zweiten Börsenreihe. So veröffentlicht unter anderem das MDax-Mitglied Software AG Quartalszahlen. Daneben könnten die Anleger zumindest zu Beginn der Handelswoche genauer auf Daimler achten, nachdem es am Wochenende neue Berichte zum Thema Abgasmanipulationen gegeben hatte.  
Ausgewählte wichtige Termine der Woche

Montag, 15.04.: Bruttoinlandsprodukt der Eurozone; New York Empire State Produktionsindex (USA)
Dienstag, 16.04.: ZEW-Konjunkturerwartungen (Deutschland); Bauleistung in der Eurozone; Industrieproduktion in den USA; US-Kapazitätsauslastung
Mittwoch, 17.04.: Leistungsbilanz der Eurozone; Verbraucherpreise in der Eurozone; US-Handelsbilanz; Beige Book der US-Notenbank; Bruttoinlandsprodukt Chinas  
Donnerstag, 18.04.: Einkaufsmanagerindizes für das verarbeitende Gewerbe in Deutschland und der Eurozone; Dienstleistungsindizes für Deutschland und die Eurozone; Erzeugerpreise in Deutschland; Einzelhandelsumsätze in den USA; Philadelphia Fed Herstellungsindex (USA)
Freitag, 19.04., Feiertag Karfreitag: Baubeginne und -genehmigungen in den USA#

 


Im Artikel erwähnte Wertpapiere

Deutsche Lufthansa 22,40 -0,36 %
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DB DAX 12.248,00 0,21 %
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Software N 33,53 1,61 %
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Bank of America Rg 26,40 0,38 %
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Citigroup Rg 61,95 1,44 %
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Delta Air Lines Rg 51,31 0,21 %
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Walt Disney Rg-Dis 117,52 2,19 %
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DB Dow Jones 26.572,00 0,05 %
Goldman Sachs Gr Rg 182,76 2,78 %
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JPMorgan Chase Rg 100,54 2,57 %
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Morgan Stanley Rg 42,35 1,50 %
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Wells Fargo Rg 41,76 -0,06 %
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