Resistent gegen schlechte Nachrichten?

Robert Ertl mit dem Marktkommentar zur Woche

Dr. Robert Ertl / Bild: BBAG/Freund
Ohne klare Richtung: Die deutschen Aktienbörsen haben sich in der vergangenen Woche schwankend präsentiert, die Ausschläge in beide Richtungen hielten sich allerdings in Grenzen. Teilweise pendelten die wichtigen Indizes auch innerhalb einzelner Tage zwischen moderaten Gewinnen und Verlusten. Belastet wurden die Märkte unverändert von gestiegenen Inflationserwartungen sowie vom Krieg in der Ukraine. Mit der Ankündigung, Staaten wie Deutschland müssten Gaslieferungen künftig in Rubel bezahlen, verpasste der russische Präsidenten Wladimir Putin der Stimmung der Anleger einen weiteren Dämpfer. Ein deutlich gesunkener Ifo-Geschäftsklimaindex wurde dagegen eher gelassen aufgenommen. Auch Signale des Chefs der US-Notenbank Fed, Jerome Powell, die geldpolitische Straffung könnte rascher als zuletzt erwartet voranschreiten, verdarb den Marktteilnehmern in der vergangenen Woche nicht grundsätzlich die Laune.

DAX im Minus

Der Deutsche Aktienindex (Dax) gab im Wochenvergleich letztlich 0,7 Prozent ab auf 14.305,76 Punkte. Der MDax büßte 1,4 Prozent auf 31.171,51 Zähler ein. Der TecDax ging um 1,1 Prozent auf 3.266,28 Punkte zurück. Der m:access All-Share legte um 0,5 Prozent auf 2.552,17 Zähler zu.
Besonders gefragt waren im Dax die Titel der Deutschen Bank, die auf Wochensicht um 7,1 Prozent zulegten. Hier wirkte sich die Erwartung steigernder Zinsen positiv aus. Die beiden Dax-Neulinge Daimler Truck und Hannover Rück verbesserten sich um 4,9 beziehungsweise um 2,1 Prozent. Dagegen ging es bei HeidelbergCement um 6,8 Prozent nach unten. Die Dividende des Baustoffkonzerns soll zwar erhöht werden, allerdings weniger als von Analysten erwartet. Im MDax kletterte der schon zuletzt deutlich gestiegene Kurs von Rheinmetall weiter, in der vergangenen Woche stand ein Plus von 18,5 Prozent zu Buche.
Die Titel der Deutschen Bank legten deutlich zu, profitierten vielleicht bereits von erwarteten Zinserhöhungen.

Anleihen: Kurse weiter gefallen

Die Kurse an den deutschen Anleihemärkten sind in der vergangenen Woche weiter gefallen. Vor allem die hohen Inflationsprognosen und die Spekulationen über eine raschere Straffung der Geldpolitik setzten die Notierungen der Bundespapiere unter Druck. Die Entwicklungen beim Thema Ukraine-Krieg halfen den als sicher geltenden Papieren nur kurzzeitig. In der Folge zog die Rendite der richtungsweisenden zehnjährigen Bundesanleihe im Wochenvergleich von 0,37 auf 0,57 Prozent an. Die Umlaufrendite stieg von 0,22 auf 0,36 Prozent..

US-Börsen legten zu

Die US-Aktienbörsen haben in der vergangenen Woche zugelegt. Zu Ende des Handelswoche bremsten allerdings spürbare Renditesteigerungen bei US-Anleihen den Aufwärtsschwung. Höhere Renditen können die Refinanzierungskosten von Unternehmen steigen lassen und Anleihen gegenüber Aktien attraktiver machen. Der Dow-Jones-Index verbesserte sich im Wochenvergleich um 0,3 Prozent auf 34.861,24 Punkte. Der breiter gefasste S&P-500-Index stieg um 1,8 Prozent auf 4.543,06 Zähler. Der technologielastige Nasdaq-100-Index gewann 2,3 Prozent auf 14.754,31 Punkte.

Ausblick: Weiterhin hohe Volatilität erwartet

Die Schwankungen an den deutschen Aktienbörsen dürften auch in der aktuellen Woche anhalten, und auch die grundsätzlichen Einflüsse, die derzeit in erster Linie belastend sind, sind bekannt: Der Krieg in der Ukraine und die hohen Inflationsraten, die wiederum zu einer strafferen Geldpolitik führen werden. Zuletzt hatten sich die Anleger zwar oftmals resistent gegen Negativnachrichten gezeigt, ob dies allerdings weiter so sein wird, bleibt abzuwarten. Negativ auf die Stimmung könnte sich zudem die Rückkehr des Themas Corona auswirken, China verhängte einen Lockdown für Shanghai.

Marktbewegende Indikatoren

In den kommenden Tagen gibt es neben den Nachrichten aus der Ukraine auch zum Themenfeld Inflation und Geldpolitik Neues in Form von Teuerungsraten. Zudem stehen einige potenziell marktbewegende Veröffentlichungen wie die Einkaufsmanagerindizes aus Deutschland, der Eurozone und den USA an. Mit besonderer Aufmerksamkeit wird dabei der US-Arbeitsmarktbericht erwartet, der nach Ansicht von Experten gut ausfallen dürfte. Dies könnte der US-Notenbank weitere Spielräume eröffnen.

Von Unternehmensseite stehen keine wesentlichen Neuigkeiten auf der Agenda, die Berichtssaison neigt sich ihrem Ende zu. Allerdings legen aus der zweiten und dritten Börsenreihe noch einige Firmen ihre Zahlen vor, wobei hier oftmals bereits Eckdaten bekannt sind.
Montag, 28.03.: Dallas Fed Herstellungsindex (USA); Warenhandelsbilanz der USA
Dienstag, 29.03.: GfK-Verbrauchervertrauen (Deutschland); S&P/Case-Shiller-Hauspreisindex (USA)
Mittwoch, 30.03.:
Verbraucherpreise in Deutschland; Importpreise in Deutschland; Geschäftsklima in der Eurozone; ADP-Arbeitsmarktbericht (USA); Bruttoinlandsprodukt der USA; Persönliche Konsumausgaben in den USA
Donnerstag, 31.03.:
Einzelhandelsumsätze in Deutschland; Arbeitslosenzahlen für Deutschland; Arbeitslosenzahlen für Deutschland; Persönliche Einkommen und Ausgaben in den USA; Chicagoer Einkaufsmanagerindex (USA); Einkaufsmanagerindex für das nicht-verarbeitende Gewerbe in China
Freitag, 01.04.:
Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe in Deutschland und der Eurozone; US-Arbeitsmarktbericht; ISM-Index für das verarbeitende Gewerbe in den USA; Gesamte Fahrzeugverkäufe in den USA

Im Artikel erwähnte Wertpapiere

Deutsche Bank 10,416 0,08%
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Populäre Aktien

HeidelbergCement 53,74 0,30%
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Populäre Aktien

Rheinmetall I 196,75 0,56%
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Populäre Aktien

UC TecDAX 3.185,85 2,88%
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Populäre Aktien

Hannover Rück 140,90 0,00%
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Populäre Aktien

UC MDAX 29.832,87 1,37%
UC DAX 14.498,08 1,87%
Daimler Truck Holding AG 29,145 1,25%
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Populäre Aktien

m:access All-Share Index GTR 2.385,40 0,14%
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Tops und Flops

UC Dow Jones 33.221,53 1,73%
UC S&P 500 4.159,64 2,49%