Entspannungstendenzen im Handelsstreit

Dr. Bernd Meyer, Berenberg Privatbankiers
Dr. Bernd Meyer / Bild: Berenberg Privatbankiers
Globale Aktien haben den stärksten Jahresstart seit 1991 hingelegt. Neben abnehmenden Zinsängsten und Rezessionssorgen waren vor allem Entspannungstendenzen im Handelsstreit zwischen den USA und China dafür verantwortlich. In China mehren sich zudem die Anzeichen einer Wachstumsstabilisierung. Zuletzt überraschte der Caixin Einkaufsmanager-Index für Februar positiv, das Kreditwachstum in China beschleunigt sich seit November und die chinesischen Häuserpreise steigen schneller. Mehren sich die Anzeichen einer Stabilisierung global, bieten Aktien weiteres Potenzial, zumal viele Anleger nicht besonders offensiv positioniert sind. Trotzdem dürfte sich die extrem positive Entwicklung seit Jahresbeginn in dieser Form nicht fortsetzen, denn viele politische Risiken wie beispielsweise der Brexit sind weiter ungelöst, der Handelskonflikt zwischen den USA und der EU könnte aufflammen und mit der Stabilisierung des Wachstums dürften auch Zinsängste zurückkehren.

Kurzfristiger Ausblick

Am Donnerstag werden Details zu den europäischen Q4 2018 BIP-Zahlen veröffentlicht. Zudem tagt die EZB, jedoch wird keine Änderung der Geldpolitik erwartet. In der kommenden Woche wird das britische Parlament erneut über den Brexit abstimmen. Zudem dürften die USA und China ihre Handelsverhandlungen auf höchster Ebene fortsetzen.
MSCI World Net Total Return Index (USD) - Kalenderjahrperformance bis Ende Februar. Quelle: Bloomberg, Stand: 28.02.2019

Aktien

  • Über die letzten vier Wochen legten alle Aktienregionen bis auf Osteuropa hinzu.
    Insbesondere russische Aktien entwickelten sich im Zuge der neuen Sanktionen vonseiten der EU unterdurchschnittlich.
  • US Small Caps kletterten hingegen weiter und sind nun 19 Prozent in Euro gerechnet seit Jahresbeginn im Plus. Auch europäische Zykliker entwickelten sich erfreulich. In China scheint sich eine Stabilisierung der Konjunkturdaten vermehrt abzuzeichnen.
Auszug aus dem zweiwöchentlich erscheinenden Berenberg-Monitor. Er gibt mit Hilfe wiederkehrender Abbildungen und Daten einen strukturierten Überblick über die aktuellen Entwicklungen an den Kapitalmärkten und beleuchtet jeweils eine wichtige Entwicklung näher.
Dr. Bernd Meyer ist Chefanlagestratege bei Berenberg.