Auf die Dividende ist Verlass

Werner W. Rehmet, MyDividends
Werner W. Rehmet / Bild: MyDividends
Mit großer Spannung wird jedes Jahr die Berichterstattung der Firmen zum abgelaufenen Geschäftsjahr erwartet. Dividendenjäger haben vor allem die Ausschüttung im Blick. Trotz der gegenwärtigen geopolitischen Unsicherheiten wird es ein guter Dividendenjahrgang.

2019 wird ein gutes Dividendenjahr

Trotz der aktuell unsicheren Wirtschaftslage mit Themen wie dem Brexit und dem Handelsstreit zwischen den USA und China erwarten wir wieder ein neues Rekordjahr für Dividendenjäger. Die 30 Unternehmen aus dem DAX werden so hohe Dividenden ausschütten wie noch nie zuvor. Insgesamt dürften rund 38 Mrd. Euro an die Aktionäre ausgekehrt werden. Auch im „Rest von Europa“ dürfte es zu steigenden Dividenden kommen. So sollen die 40 Unternehmen aus dem französischen CAC-40-Index für das Jahr 2018 rund 57,4 Mrd. Euro an ihre Aktionäre ausschütten. Dies wäre erstmals nach 10 Jahren wieder ein Rekordjahr für Dividendenjäger.

Globale Dividende steigen auf ein Rekordniveau

Im Jahr 2018 stiegen die globalen Dividenden um 9,3 Prozent auf die Rekordsumme von 1,37 Billionen US-Dollar, wie aus dem aktuellen Janus Henderson Global Dividend Index hervorgeht, der am 18. Februar veröffentlicht wurde. Auf bereinigter Basis betrug der Anstieg 8,5 Prozent. Damit schütteten die Firmen im Jahr 2018 weltweit 638 Mrd. US-Dollar mehr an Dividende an ihre Aktionäre aus, als im Jahr 2009, als der Index zum ersten Mal veröffentlicht wurde. Bei fast 90 Prozent der Firmen stiegen die Dividenden im letzten Jahr oder blieben zumindest stabil. Auch für das Jahr 2019 erwartet Janus Henderson einen Anstieg der Dividenden. Der Zuwachs wird auf 3,3 Prozent prognostiziert (+ 5,1 Prozent auf bereinigter Basis).
 
Das Jahr 2018 verlief auch für Investoren in amerikanische Dividendenwerte positiv, zumindest was die Ausschüttung anbelangt. So lag die Gesamtausschüttung aller Firmen bei 468,9 Mrd. US-Dollar, ein Anstieg um 7,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr (auf bereinigter Basis). Damit war 2018 ebenfalls ein Rekordjahr für Dividendenjäger mit Fokus auf amerikanische Aktien. Laut Henderson kürzte im Durchschnitt nur eine von 25 Firmen die Dividende. Insbesondere Technologiewerte, Finanzkonzerne sowie Unternehmen aus der Pharmabranche steigerten ihre Ausschüttung.

Auf die Dividendenaristokraten ist Verlass

Als Dividendenaristokraten werden Unternehmen bezeichnet, die ihre Dividende mindestens die letzten 25 Jahre ununterbrochen jedes Jahr angehoben haben. Hierzu zählt beispielsweise L’Oréal. Der weltgrößte Kosmetikkonzern wird seine Dividende um 8,5 Prozent auf 3,85 Euro erhöhen (Vorjahr: 3,55 Euro). Die Hauptversammlung findet am 18. April 2019 statt. Auszahltag für die Dividende ist der 30. April 2019 (Ex-Dividenden Tag: 26. April 2019). L’Oréal erhöht seit über 30 Jahren seine Dividende. Im Jahr 2018 steigerten die Franzosen den Umsatz um 3,5 Prozent auf 26,9 Mrd.  Euro. Auf vergleichbarer Basis betrug der Zuwachs 7,1 Prozent. Der operative Ertrag stieg auf 4,92 Mrd. Euro (Vorjahr: 4,68 Mrd. Euro). Der Ertrag je Aktie lag bei 7,08 Euro, ein Zuwachs um 6,5 Prozent (Vorjahr: 6,65 Euro). Im laufenden Jahr will L’Oréal wieder ein Wachstum bei Umsatz und Gewinn erzielen. Die Aktie ist seit dem 8. Oktober 1963 an der Börse in Paris notiert.
Die Schweizer Roche Holding AG zählt ebenfalls zu den Dividendenaristokraten. Roche will die Dividende von 8,30 auf 8,70 Franken erhöhen. Dies entspricht einer Anhebung um 4,8 Prozent. Damit steigert Roche die Dividende das 32. Jahr in ununterbrochener Folge. Die nächste Generalversammlung findet am 5. März 2019 statt. Der Konzern aus Basel verzeichnete im Jahr 2018 einen Zuwachs der Konzernverkäufe (zu konstanten Wechselkursen und in Schweizer Franken) um 7 Prozent auf 56,85 Mrd. Franken, wie am 31. Januar berichtet wurde. Der Konzerngewinn nach IFRS kletterte um 24 Prozent auf 8,83 Mrd. Franken zu konstanten Wechselkursen (+ 23 Prozent in Schweizer Franken). Dies lag auch an den Auswirkungen der Steuerreform in den USA und einem höheren Nettofinanzertrag, wie Roche mitteilte. Roche erwartet für 2019 ein Verkaufswachstum im tiefen bis mittleren einstelligen Bereich zu konstanten Wechselkursen. Für den Kerngewinn je Titel wird ein Wachstum zu konstanten Wechselkursen angestrebt, das weitgehend dem Verkaufswachstum entspricht. Roche plant wieder eine Anhebung der Dividende.

61. jährliche Dividendenanhebung in Folge

Der amerikanische Industriekonzern 3M Co. wird seine Quartalsdividende um 6 Prozent auf 1,44 US-Dollar erhöhen. Auf das Jahr hochgerechnet werden daher künftig 5,76 US-Dollar ausgeschüttet. Es ist die 61. jährliche Dividendenanhebung in ununterbrochener Folge. Die Auszahlung der nächsten vierteljährlichen Dividende erfolgt am 12. März 2019 (Record day war der 15. Februar 2019). Das Unternehmen aus St. Paul im US-Bundesstaat Minnesota zahlt seit über 100 Jahren ununterbrochen eine Dividende an seine Aktionäre. Der Konzern gab am 29. Januar seine Jahreszahlen bekannt. Im Fiskaljahr 2018 lag der Umsatz bei 32,8 Mrd. US-Dollar (Vorjahr: 31,7 Mrd. US-Dollar) bei einem Nettoertrag von 5,35 Mrd. US-Dollar (Vorjahr: 4,87 Mrd. US-Dollar). Zu den Kernprodukten des Mischkonzerns zählen die Marken Post-It und Scotch. Es werden rund 93.000 Mitarbeiter beschäftigt. Der Wert ist im Dow- Jones-Index gelistet.
Werner W. Rehmet ist der Gründer und Herausgeber von MyDividends. Nach seinem wirtschaftswissenschaftlichen Studium durchlief er mehrere Stationen bei renommierten Bankhäusern. In langjährigen Aufenthalten an der Wall Street und an wichtigen Finanzzentren wie Zürich setzte er sich intensiv mit verschiedenen Börsenthemen auseinander. Hier folgten auch erste Medienauftritte und Publikationen zu zahlreichen Börsenthemen. Seine umfangreichen Kenntnisse im Börsengeschäft führten schließlich zur Gründung der Börsenplattform MyDividends.de, die sich ausschließlich dem Thema Dividenden widmet, unter dem Motto „der Ertrag zählt“.
Auf der Website der Börse München finden Sie jederzeit aktuelle Dividenden-News unter der Sparte Nachrichten!
Hinweis: Werner W. Rehmet kann Aktien der jeweils angesprochenen Unternehmen halten und somit kann ein möglicher Interessenskonflikt bestehen.
 

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Roche Hldg I 245,60 N.A.
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